Das Geschenk der Beichte neu entdecken

Gottes Umarmung annehmen

Pfarrer Leo Tanner (geb. 1953) ist von der Sehnsucht erfüllt, den Menschen die befreiende Botschaft des Evangeliums zu bringen und ihre Herzen für die unendliche Liebe Gottes zu öffnen. In verschiedenen Formen der Verkündigung wie Glaubenskursen, Büchern oder einer eigenen Webseite im Internet (www.leotanner.ch) setzt er sich unermüdlich für die Neuevangelisierung ein. Passend zum Jahr der Barmherzigkeit brachte er nun eine Schrift heraus, mit der er die Menschen „auf einen konkreten Weg der Beichtvorbereitung mitnehmen“ möchte.[1] Aufbauend auf der Heiligen Schrift bietet er in einer zeitgerechten und leicht verständlichen Sprache Hilfen für einen fruchtbaren Empfang des Bußsakraments an. Nachfolgend das zentrale Kapitel über die Beichte.

Von Leo Tanner

Wo Menschen dem lebendigen Gott begegnen, erfahren sie ein großes Glück. Gottes Licht öffnet ihrem Leben ganz neue Horizonte. Freude und Begeisterung brechen auf. Gottes Licht zeigt ihnen aber auch, wo sie der Heilung und Umkehr bedürfen. Viele entdecken dann auch neu das Geschenk der Beichte.

Der Empfang des Bußsakramentes ist ein besonders tiefgreifender Weg, um uns der Liebe Gottes zu öffnen. Dazu gehört ein innerer Weg der Vorbereitung, der verschiedene Schritte beinhaltet. In der Katechese werden sie gewöhnlich als die fünf B (besinnen, bereuen, bekennen, büßen, bessern) bezeichnet. Diese fünf B möchten wir genauer anschauen und im Licht der barmherzigen Liebe Gottes erschließen.

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Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 2+3/Februar+März 2016
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Leo Tanner: Gottes Umarmung annehmen – Eine Besinnungshilfe zur Beichte. WeG-Verlag, 14,8 x 21 cm, geb., 88 S., Euro 11,– (D), ISBN 978-3-909085-91-0. Weitere Schriften mit Bestellmöglichkeit sowie Impulstexte, Video- u. Audiovorträge finden Sie unter leotanner.ch und www.weg-verlag.ch

Hauptwerk des hl. Johannes von Avila in neuem Glanz

Die leise Sprache Gottes

Dr. Peter Dyckhoff hat das Hauptwerk des hl. Johannes von Avila (1499-1569) in eine zeitgenössische Form gegossen und unter der programmatischen Bezeichnung „Die leise Sprache Gottes“ herausgegeben.[1] Der Originaltitel lautet „Audi, filia“ – „Höre, Tochter“. Es ist ein Wort aus Psalm 45 und deutet an, dass es sich um eine geistliche Wegweisung handelt, welche den Leser zur vollkommenen Hingabe an die Liebe Gottes befähigen möchte. Erst 2012 hat Papst Benedikt XVI. den hl. Johannes von Avila zum Kirchenlehrer erhoben. Damit bestätigt das kirchliche Lehramt die überzeitliche Gültigkeit seiner Schriften, welche die Schönheit der christlichen Offenbarung und die Berufung der menschlichen Seele zur Vereinigung mit ihrem Schöpfer aufleuchten lassen. Dyckhoff ist es gelungen, das bedeutendste Werk des Heiligen nicht einfach nur neu zu übersetzen, sondern in das heutige Verständnis zu übertragen. Er bietet nachfolgend eine Hinführung zu seinem Buch, dem er den Untertitel „Geistlich leben nach Johannes von Avila“ gegeben hat.

Von Peter Dyckhoff

Die Botschaft des hl. Johannes von Avila (1499/1500-1569) an alle Christen ist zeitüberdauernd. Dennoch können sich viele Menschen unter dem Namen Johannes von Avila (Juan de Avila) so recht niemanden vorstellen. Nicht selten hört man, dass er mit Johannes vom Kreuz verwechselt wird, der ebenso im 16. Jahrhundert in Spanien gelehrt hat. Wahrscheinlich kommt das von der unmittelbaren Nähe, die Johannes vom Kreuz zu Teresa von Avila hatte.

Johannes von Avila bekam seinen Namen von seinem Vater Alonso de Avila, der ein jüdischer Konvertit war und in Almodóvar del Campo (Kastilien) lebte. Johannes war Priester und Prediger – zuerst in Andalusien und dann in ganz Spanien.

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Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 2+3/Februar+März 2016
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Peter Dyckhoff: Die leise Sprache Gottes –Geistlich leben nach Johannes von Avila. 12 x 19 cm, geb. mit Lesebändchen, 480 S., Euro 22,– (D), Euro 22,90 (CHF), ISBN 978-3-451-34794-8. Erhältlich in jeder Buchhandlung. Die Homepage des Autors lautet: www.peterdyckhoff.de Hinweisen möchten wir auch auf die Website www.stiftung-ruhegebet.de

Aus dem Erbe Hans Urs von Balthasars

Betrachtung über die christlichen Stände

Hans Urs von Balthasar (1905-1988) hat schon lange vor dem Konzil über die Sendung der Christen in der Welt nachgedacht. Er erkannte die Problematik der christlichen Stände, welche ohne Zweifel zu den wesentlichen Zielsetzungen der nachkonziliaren Erneuerung gehört. Schon im Voraus scheint der große Basler Theologe sogar auf die heutige Gender-Irrlehre eine klare und prophetische Antwort gegeben zu haben. Anton Štrukelj widmete diesem Thema 1980 seine Dissertationsarbeit, welche 2002 auch auf Deutsch erschien und 2015 aufgrund ihrer Aktualität in einer zweiten Auflage herausgegeben wurde. Sie trägt den Titel „Leben aus der Fülle des Glaubens. Die Theologie der christlichen Stände bei Hans Urs von Balthasar“.[1] Nachfolgend ein Geleitwort, das interessanterweise Hans Urs von Balthasar selbst verfasst hat.

Von Hans Urs von Balthasar

Leicht könnte der falsche Eindruck entstehen, die Hervorhebung der Einheit des „Volkes Gottes“ durch das letzte Konzil spreche einer Nivellierung der verschiedenen Lebensformen in der Kirche das Wort. Das ist, wenn man Lumen Gentium auch nur oberflächlich studiert, keineswegs der Fall, im Gegenteil. Aber etwas hat sich doch gewandelt: durch die starke Hervorhebung der Wahrheit, dass alle Lebensformen in der Kirche zur einen Heiligkeit in der Nachfolge Christi berufen sind, ist so etwas wie ein Wetteifer zwischen diesen Formen entstanden: jeder möchte und sollte auch zeigen – der Verheiratete, der Priester, der Mensch im Stand der Räte –, wie er auf hervorragende Weise die christliche, in die Welt hinein ausstrahlende Liebe mit Gottes Gnade zu leben vermag.

Im Mittelalter gab es ohne Zweifel eine zu einfache Abstufung der objektiven „Vollkommenheit“ der kirchlichen Lebensformen, was zu einer allzu unbesehenen Überordnung des Standes der (buchstäblich befolgten) Räte über den Welt- und Ehestand führte. Die „Gottesfreunde“, die „Devotio moderna“ und radikaler noch die ignatianischen Exerzitien brachten eine Wende: Gottes souveräner Akt wählt für den Einzelnen einen kirchlichen „Stand“, in dem er gemäß dem Beispiel Christi nach der Vollkommenheit der Liebe trachten soll. So entsteht, aufgrund der subjektiven Erwählung, in der Kirche ein Wetteifer, der niemals zu Überheblichkeit eines Standes über den andern führen darf, in dem vielmehr alle aufgrund ihres eigenen Charismas die andern ergänzen sollen. Damit tritt auch erstmals die unschätzbare Wichtigkeit der rechten Standeswahl jedes Einzelnen hervor, was nochmals die immerwährende Aktualität der Exerzitien zeigt – die im Zentrum nur diese richtig durchgeführte Lebenswahl anstreben.

Heute, im Zeitalter einer weitreichenden Tendenz der Nivellierung aller sozialen und anthropologischen Differenzen – man denke an die Art, wie die Gleichberechtigung der Frau vertreten wird: als Gleichschaltung, nicht als Gleichwertung! – besteht in der Kirche die Gefahr, die Kanten der vom Ursprung her in ihr gesetzten Standesdifferenzen zu verwischen, zum Beispiel das klar profilierte bischöflich-priesterliche Amt in eine gestaltlose Fülle von kirchlichen „Diensten“ (ministeria) hinein aufzulösen, ebenso die Ehe in andersartige, ungeordnete Geschlechtsbeziehungen, während die lebenslängliche Entscheidung des Rätestandes für Gott in den ernst genommenen evangelischen Räten als psychologisch unvollziehbar und in den heutigen, sosehr wechselnden Zeiten auch als unklug verworfen wird. Die klar umrissenen und bestimmten Lebensformen in der Kirche aber machen ebenso sehr ihre Fruchtbarkeit aus wie die klare physische und psychologische Opposition von Mann und Frau deren Fruchtbarkeit bis in die höchsten Bezirke des Geistes ausmacht.

Anton Štrukelj gebührt das Verdienst, die Thematik, die vielverschlungen ist und keine Vereinfachungen duldet, mit Feinfühligkeit und Umsicht entwickelt und damit an einem vielfach vernachlässigten Punkt der theoretischen, aber auch sehr praktischen Lehre von der Kirche weitergearbeitet zu haben. Da er dabei an meine Versuche der Erhellung anknüpfte, gebührt ihm von meiner Seite ein Wort warmen Dankes. Möge die Thematik ein weiterklingendes Echo finden und neue Studien, vor allem eine neue fruchtbare Praxis hervorrufen.

Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 2+3/Februar+März 2016
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Anton Štrukelj: Leben aus der Fülle des Glaubens – Die Theologie der christlichen Stände bei Hans Urs v. Balthasar. Kart., 366 S., Euro 19,95 (D). Zu beziehen beim Verlag Media Maria unter Tel. 07303-9523310, Fax: 07303-9523315, E-Mail: buch@media-maria.de

Gender-Mainstreaming in Deutschland

Leibfeindliche Ideologie

Manfred Spieker sieht im Gender-Mainstreaming eine verhängnisvolle Kulturrevolution. Sein neues Buch „Gender-Mainstreaming in Deutschland. Konsequenzen für Staat, Gesellschaft und Kirchen“[1] bietet einen umfassenden Überblick über die Entstehung der Gender-Ideologie und ein abschließendes Plädoyer für eine „menschenwürdige Sexualität“ und für „Ehe und Familie als bleibende Ressource der Gesellschaft“.

Von Peter Winnemöller

So einfach und klar der Titel, so einfach und klar ist auch der Inhalt. Manfred Spieker, emeritierter Professor für katholische Sozialwissenschaften an der Uni Osnabrück, gibt in seinem neuesten Buch einen umfassenden Überblick über die Entstehung der Idee und Ideologie, die wir allgemein unter dem Namen Gender-Mainstreaming kennen. Bei der Spurensuche legt er die tiefsten Wurzeln bei Friedrich Engels und nicht zuletzt bei Simone de Beauvoir frei. Von der Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking zieht sich eine Spur bis in unsere Hochschulen und Ministerien. Spieker legt sie frei und zeigt auf, welche Bereiche Gender-Mainstreaming inzwischen schon durchdrungen hat. Mit vielen Zitaten und Belegstellen wird dem Leser ein nüchterner und sachlicher Blick auf das Wesen dieser dekonstruktivistischen Ideologie ermöglicht.

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Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 2+3/Februar+März 2016
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Manfred Spieker: Gender-Mainstreaming in Deutschland – Konsequenzen für Staat, Gesellschaft und Kirchen. Kart., 106 S., ISBN 978-3-506-78396-7, Euro 16,90 (D). In jeder Buchhandlung erhältlich.

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