Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Oktober 2018

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Ganz neu hat der Missbrauchsskandal die katholische Kirche eingeholt. Es ist sicher nicht übertrieben, wenn die derzeitige Krise mit Ereignissen wie der Reformation oder der Französischen Revolution verglichen werden. Das Schiff der Kirche scheint in den Stürmen beinahe unterzugehen. Doch was wir heute erleben, ist eine Heimsuchung, die heilgeschichtlichen Charakter besitzt. Es ist offensichtlich, dass Gott daran ist, seine Kirche zu reinigen.

Nicht zufällig haben wir als Titelthema die Frage gestellt: „Was erwarten wir vom Papst?“ Es geht uns aber nicht darum, den Papst zu belehren, ihm gleichsam mitzuteilen, was er zu tun hätte. Nein, wir wollen uns selbst fragen, was wir vom Felsen Petri erwarten, ob wir noch daran glauben, dass er der von Gott eingesetzte Garant der Wahrheit ist, den die Pforten der Hölle nicht überwältigen werden.

Erzbischof Carlo Maria Viganó, von 2011 bis 2016 Apostolischer Nuntius in den USA, hat am 25. August 2018 auf dem Hintergrund der Missstände in Amerika ein elfseitiges Zeugnis publiziert (datiert am 22. August). Mit seinen Enthüllungen legt er den Finger sicher auf eine entscheidende Wunder der Kirche. Das Homosexuellen-Netzwerk, das bis hinauf zu Bischöfen und Kardinälen reicht, muss aufgeklärt und beseitigt werden. Am Ende seiner Dokumentation  kommt Viganó jedoch zu dem Ergebnis, Papst Franziskus sei an der Misere mit verantwortlich. Eine erfolgreiche Aufarbeitung könne nur gelingen, wenn der Papst zurücktrete. Es ist bedauerlich, dass der ehemalige Nuntius mit dieser Forderung seinen wertvollen Einsatz diskreditiert.

Aufbauend auf dem Dossier von Viganó bringen nun immer mehr Stellungnahmen das derzeitige Pontifikat unmittelbar mit den kirchlichen Missständen sexueller Natur in Verbindung, so nach dem Motto: Wer die Wahrheit aufgibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Moral darnieder liegt. Man macht Papst Franziskus den Vorwurf, er hätte mit dem nachsynodalen Schreiben über Ehe und Familie die immerwährende Lehre der Kirche aufgegeben, und am Ende klingt es dann so, als hätte das Schreiben „Amoris laetitia“ den Missbrauch ausgelöst.

Es gibt aber auch hervorragende Zeugnisse, die sich wohltuend von diesen allzu kurz gegriffenen Kommentaren abheben, wie z.B. der Vortrag, den Erzbischof Georg Gänswein am 11. September 2018 bei der Vorstellung des Buches „Die Benedikt-Option“ von Rod Dreher in Rom gehalten hat, oder der Kommentar „Warum ich Papst Franziskus glaube“, den der Passauer Bischof Stefan Oster am 2. September 2018 auf seiner persönlichen Website veröffentlicht hat.

Die Missstände bestehen schon seit Jahrzehnten. Auch die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. waren von den Skandalen in Beschlag genommen, ja überfordert. Wir sind überzeugt, dass Gott Papst Franziskus berufen hat, sich dieser Aufgabe zu stellen und sich auch gegen die Widerstände in der Hierarchie durchzusetzen. Dazu braucht er unsere volle Unterstützung. Wir wollen ihn vor allem mit unserem Gebet begleiten.

Liebe Lieser, mit diesem Heft wollen wir Sie in Ihrem Vertrauen zur Kirche bestärken und Ihnen einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft vermitteln. Wir danken Ihnen für Ihre Verbundenheit und bitten Sie um eine großherzige Spende für unser Apostolat. Von Herzen wünschen wir Ihnen einen gesegneten Rosenkranzmonat Oktober.

 

Zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche

Was erwarten wir von Papst Franziskus?

Von Erich Maria Fink

Missbrauch existiert in der katholischen Kirche, wie die weltweiten Untersuchungen nach und nach ans Tageslicht fördern, seit langer Zeit. Die sexuellen Vergehen an Minderjährigen durch Priester sind Verbrechen, welche die Kirche viel zu wenig ernst genommen und bisher nicht wirklich aufgearbeitet hat. Mit der Aufdeckung des Skandals aber kam ein ganzes Bündel weiterer Missstände zum Vorschein, welche die Kirche in ihren Grundfesten erschüttern und sie an der Ausübung ihrer Sendung hindern. Pfr. Erich Maria Fink sieht in der derzeitigen Krise die historische Chance für eine tiefgreifende Reinigung der Kirche. Und er fragt sich, welche Rolle dabei Papst Franziskus spielen kann und muss. Die unterschiedlich motivierte Forderung nach einem Rücktritt des Papstes weist er zurück und plädiert für eine aufrichtige Auseinandersetzung mit den aufgeworfenen Problemen. Entscheidend ist für ihn, dass Gläubigen wie Hirten eine neue Hoffnung vermittelt wird, mit der sie in die Zukunft blicken können. weiter...


Der Papst zur Gay-Lobby

Von Papst Franziskus

Auf dem Rückflug vom 28. Weltjugendtag in Rio de Janeiro gab Papst Franziskus im Flugzeug eine Presskonferenz. Von Ilze Scamparini wurde er gefragt, was er in der Sache „Mons. Ricca“ unternehmen wolle und wie er die ganze Frage der Gay-Lobby anzugehen gedenke. Nachfolgend die vollständige Antwort des Papstes, die er bereits am 28. Juli 2013 gab und aus der immer wieder zitiert wurde. weiter...


Mit dem „Bus der Meinungsfreiheit“ auf Deutschlandtour vom 8.-15. September 2018

Für eine kindgerechte Sexualaufklärung

Von Hedwig v. Beverfoerde

Was das junge Team mit ihrer Bus-Aktion geleistet hat, verdient höchste Achtung. Wie nötig hat unsere Gesellschaft ein solches Zeugnis! Der spannende Bericht von Hedwig v. Beverfoerde, der Sprecherin des „Aktionsbündnisses für Ehe & Familie – DemoFürAlle“, über die Tour vom 8.-15. September 2018 durch Deutschland ist aber auch eine Offenbarung über den Geist, der in unserer Gesellschaft herrscht und von dem die sog. „Linke“ bestimmt ist. Dass diese extremen und gewaltbereiten Kräfte staatlich gefördert werden, ist eine Schande und ein Skandal. Auch scheint es notwendig zu sein, auf den Pädophilenaktivisten Helmut Kentler hinzuweisen, der unsere staatliche Sexualaufklärung geprägt hat. weiter...


Gesetzentwurf ist Angriff auf Selbstbestimmung am Lebensende

Der Staat will über unsere Organe verfügen

Von Mechthild Löhr

Gesundheitsminister Jens Spahn will die Organspende auf eine neue gesetzliche Grundlage stellen. Er fordert eine Widerspruchsregelung und damit den Ausstieg aus der Freiwilligkeit der Organspende-Bereitschaft. Mechthild Löhr, die Bundesvorsitzende der „Christdemokraten für das Leben (CDL)“, nimmt nachfolgend zu den Vorschlägen Stellung. Sie weist den Gesetzentwurf aus verschiedenen Gründen vehement zurück und schlägt vor, schon jetzt anstelle eines Organspende-Ausweises die neue sog. „Life-Card“ bei sich zu tragen. weiter...


Organspende, Transplantation & Hirntod

Nach den Regelungen des Transplantationsgesetzes ist in Deutschland Grundvoraussetzung für die Entnahme von Organen die Feststellung des Hirntodes. weiter...


Alternative zum Organspendeausweis: die neue Life-Card

Ab dem 16. Lebensjahr (!) werden alle Bürger regelmäßig von ihrer Krankenkasse angeschrieben und um das Ausfüllen eines Organspendeausweises gebeten. weiter...


Geistliche Perlen aus dem Tagebuch von Dag Hammarskjöld

Die Welt zum Guten verändern

Von Wilhelm Germann OFMCap

Dag Hammarskjöld (1905–1961) war ein großartiger Politiker, der sein Leben ganz aus dem christlichen Glauben heraus gestaltete. Es gelang ihm, seine tiefe Christusmystik mit seinem unermüdlichen politischen Engagement in Einklang zu bringen und für die Menschheit fruchtbar zu machen. Er stammte aus Schweden und gehörte der evangelisch-lutherischen Kirche an. Von 1953 bis zu seinem Tod 1961 war er der zweite Generalsekretär der Vereinten Nationen. Er hinterließ ein spirituelles Tagebuch, das er „Vägmärken“„Wegmarken“ nannte. Unter dem Titel „Zeichen am Weg“ erschien es 1965 in der Verlagsgruppe Droemer Knaur, München, auf Deutsch. 1991 veröffentlichte der Kapuzinerpater Wilhelm Germann im Kanisius-Verlag, Fribourg/Schweiz, unter dem Titel „Wer sich Gottes Hand überlassen hat…“ Betrachtungen zu ausgewählten Texten aus dem Tagebuch. Dieses 96 Seiten umfassende Büchlein wurde nun vom Media Maria Verlag neu aufgelegt.[1] Einige Auszüge beleuchten den Einsatz Hammarskjölds, über den er selbst geschrieben hat: „Das Leben hat Wert nur durch den Einsatz – für andere.“ weiter...


Fatima und die junge Bundesrepublik (Teil 10)

Maria und die deutsch-französische Aussöhnung

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Im zehnten Beitrag ihrer Artikelserie über den unerwarteten Aufstieg der jungen Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg zeigen Prof. Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea wiederum überraschende Zusammenhänge auf. Konrad Adenauer war ein überzeugter Katholik, der sich auch als Bundeskanzler öffentlich zu seinem Glauben und zur Kirche bekannte. Ebenso wenig machte er aus seiner Marienverehrung ein Geheimnis. Dass ihn aber eine vertrauensvolle Liebe mit der „Jungfrau der Armen“ von Banneux, einem kirchlich anerkannten Marienerscheinungsort im Bistum Lüttich, verband, ist so gut wie unbekannt. Das Ehepaar Koch weist nach, dass ein unübersehbarer Zusammenhang zwischen dem Friedensimpuls von Banneux und dem Bemühen Adenauers um die deutsch-französische Aussöhnung besteht. Die Früchte, welche dieser von Glaubenskraft getragene Einsatz hervorgebracht hat, können uns auch heute dazu ermutigen, den Lauf der Geschichte nicht einfach einer „Unausweichlichkeit“ zu überlassen, sondern das politische und gesellschaftliche Leben zielstrebig mitzugestalten. Wenige Menschen, die auf die Macht der unsichtbaren Welt vertrauen, können das Rad wenden und zum Segen für viele werden. weiter...


Verrat – Verdammen oder verzeihen?

Zur Aufarbeitung der dunklen Geschichte des SED-Regimes

Von Joachim Jauer

Joachim Jauer, langjähriger Fernsehkorrespondent in der DDR und Chronist der Revolutionen in Ost- und Mittel-Europa, hat ein aufrüttelndes Buch herausgegeben. In Romanform arbeitet er die Hinterlassenschaft der DDR-Diktatur auf. Als Titel wählte er das aus dem Griechischen stammende Wort „Sykophant“.[2] Im antiken Athen bedeutete es „Verräter, Denunziant, Spitzel“. So handelt seine Geschichte, der „reale Ereignisse und vergleichbare Geschehnisse“ zugrunde liegen, „vom Ende einer Stasi-Karriere“. „Der Verräter zeigt Reue. Zu spät für die Opfer? Noch heute leben die Mit-Täter, die Mit-Wisser, die Mit-Schweiger. Unter uns.“ Geschrieben hat Jauer sein neuestes Buch im „Jahr der Barmherzigkeit“, das Papst Franziskus 2016 ausgerufen hatte. Dabei versuchte er das Thema Barmherzigkeit auf die noch immer belastende Vergangenheit des SED-Regimes anzuwenden. Wie weit reicht Barmherzigkeit? Und wer hätte wem wann zu verzeihen? Die Geschichte vom Sykophanten-Denunzianten spielt in den letzten Jahren der DDR und dann fast 30 Jahre danach im Jahr 2016.

Der nachfolgende Auszug von einer letzten Begegnung mit dem Denunzianten im Oktober 2016 in Berlin bildet eine Schlüsselstelle des Romans und wirft ein Schlaglicht auf die zahlreichen Aspekte, die Jauer in seine Abhandlung einbezogen hat. weiter...


„Aus der Asche wird neues Leben geboren“

Von Florian Ripka

Bereits zum 10. Mal veranstaltete „Kirche in Not“ am Sonntag, 16. September 2018, in Augsburg einen Gebets- und Solidaritätstag für verfolgte Christen. Schwerpunkt war die Situation der Christen im Irak, über die der Priester Georges Jahola berichtete. Florian Ripka, der Geschäftsführer des Hilfswerks, überreichte ihm eine Figur der Gottesmutter von Altötting. In einer der wiederaufgebauten Kirchen in der Ninive-Ebene soll sie die bleibende Verbundenheit der deutschen Wohltäter mit den irakischen Christen verdeutlichen. weiter...


Zur Auseinandersetzung innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz

Eucharistiegemeinschaft mit Protestanten?

Von Johannes Stöhr

Professor Dr. Manfred Hauke hat mit einem Buch auf die Auseinandersetzungen um die Möglichkeit einer Kommunionspendung an evangelische Partner in einer konfessionsverschiedenen Ehe Stellung genommen. Der Titel lautet: „Kommunionspendung an Protestanten? Zur gegenwärtigen Auseinandersetzung im deutschen Sprachraum“.[3] Der emeritierte Bamberger Dogmatikprofessor Dr. Johannes Stöhr (geb. 1931) stellt das 96 Seiten umfassende Büchlein vor, das er für eine sehr hilfreiche Diskussionsgrundlage hält. weiter...


Die 68er und ihre Hinterlassenschaften

Von Christa Meves

Josef Kraus, der langjährige Leiter des deutschen Lehrerverbandes, hat ein empfehlenswertes Buch mit dem Titel „50 Jahre Umerziehung“ – Die 68er und ihre Hinterlassenschaften“ herausgegeben (Berlin 2018, 19,90 Euro). Meines Erachtens kann es der Wahrheit auf dem pädagogischen Sektor mit der so notwendigen Klarheit gegen all den geistigen Nebel unserer Zeit zum Licht verhelfen. weiter...


Zeugnis einer norwegischen Konvertitin

Maria – die stärkste Frau der Weltgeschichte

Von Janne Haaland Matláry

Janne Haaland Matláry (geb. 1957) ist verheiratet und hat vier Kinder. Beruflich ist sie als Politologin in Wissenschaft, Politik und Kirche auf höchsten Ebenen engagiert. Sie stammt aus einer protestantischen Familie in Norwegen und ist in einem ungläubigen Umfeld aufgewachsen. Mit 25 Jahren konvertierte sie jedoch zum katholischen Glauben. Den Weg dazu eröffnete ihr ein katholischer Philosophieprofessor, den sie bei ihrem Studium am lutherischen „Augsburg-College“ im Mittleren Westen der USA kennengelernt hatte. Einen weiteren entscheidenden Impuls erhielt sie durch einen französischen Dominikaner in Oslo, der ihr das Geheimnis der Realpräsenz Christi in der Eucharistie erschloss. Ihre Lebensgeschichte hat sie in einem Buch veröffentlicht, das 2003 unter dem Titel „Love-Story. So wurde ich katholisch“ auf Deutsch erschienen[4] und inzwischen neu aufgelegt worden ist. In ihrem Zeugnis beschreibt sie auch den langen Weg, der sie Schritt für Schritt mit Maria bekannt gemacht hat. Welche Rolle dabei der Marien-Wallfahrtsort Lourdes gespielt hat, zeigen nachfolgende Auszüge. weiter...


Zur Aufhebung der Ordensgemeinschaft der „Weißen Schwestern“

Folgen der Isolierung Russlands

Von Erich Maria Fink

Pfarrer Erich Maria Fink, der seit Beginn des Jahres 2000 für den seelsorglichen Dienst in Russland freigestellt ist, beobachtet die gesellschaftspolitische Entwicklung des Landes mit gemischten Gefühlen. Einerseits begrüßt er die Stärkung des kirchlichen Lebens in der Öffentlichkeit, andererseits aber sieht er in der Abhängigkeit der Kirche vom Staat auch Gefahren. Die Aufhebung der russisch-orthodoxen Gemeinschaft der „Weißen Schwestern“ betrachtet er als Signal, das dem Westen zu denken geben sollte. weiter...

 

[1] Wilhelm Germann: Dag Hammarskjöld – Geistliche Perlen aus seinem Tagebuch, geb., 96 S., 12,50 Euro (D), 12,90 Euro (A), ISBN: 978-3-9454019-5-8, Verlag Media Maria, Tel. 07303-9523310, E-Mail: buch@ media-maria.de
[2] Joachim Jauer: Der Sykophant – Vom Ende einer Stasi-Karriere, © Jauer, Kirchberg i.W. 2018, ISBN 978-3-00-060111-8, 245 Seiten, 14,95 Euro, Bestellungen an: sykophant@t-online.de
[3] Manfred Hauke: Kommunionspendung an Protestanten?, Dominus-Verlag 2018, geb., 96 Seiten, 6,90 Euro (D), ISBN: 978-3-940879-59-2
[4] Janne Haaland Matláry: Love-Story – So wurde ich katholisch, geb., 256 S., 18,95 Euro (D), 19,50 Euro (A), ISBN: 978-3-9454018-7-3, Verlag Media Maria, Tel. 07303-9523310, E-Mail: buch@ media-maria.de