Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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November 2018

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Die ganze Heilige Schrift ist eine einzige Liebesbekundung Gottes an die Menschheit, eine unüberbietbare Botschaft der Göttlichen Barmherzigkeit. Und doch hat das Tagebuch der hl. Schwester Faustyna Kowalska die Herzen von Millionen von Menschen ganz neu berührt. Die immer gültige Wahrheit des Evangeliums wurde plötzlich greifbar wie ein Rettungsanker in größter Not. Die Botschaft vom barmherzigen Jesus ist im Grund genommen nichts Neues. Und doch vermag sie den heutigen Menschen im Innersten zu treffen und davon zu überzeugen, dass er sich auf Gottes Liebe und Zuwendung wirklich verlassen kann: „Jesus, ich vertraue auf Dich!“

„Künde der Welt von Meiner Barmherzigkeit, von Meiner Liebe. … Sage der leidenden Menschheit, sie möge sich an Mein barmherziges Herz schmiegen und ich will sie mit Frieden erfüllen“ (Tagebuch, 1074). Immer wieder sind es solche Worte, die der hl. Schwester Faustyna zu verstehen geben, dass sie eine universale Mission zu erfüllen hat. Gleichzeitig ist es ein Wechselspiel der Liebe, wenn sie schreibt: „Ich schmiege mich an Gottes Herz, wie ein Säugling an die Brust der Mutter“ (Tagebuch, 104). Doch wer glaubt ihr, dass ihre Gedanken einen Ursprung haben, der über ihren subjektiven Horizont hinausreicht, dass sich in ihrer Mystik tatsächlich der transzendente Gott zu erkennen gibt, dass ihr Leben einen Einbruch übernatürlicher Gnade in diese Welt darstellt?

Dazu hat Gott den hl. Papst Johannes Paul II. als Werkzeug auserkoren. Er tauchte in die Offenbarungen der hl. Sr. Faustyna ein und entdeckte in ihnen den reinen ewigen Glanz des Vaterherzens Gottes. Mit voller Überzeugung von der Echtheit der Einsprechungen dieser einfachen Ordensfrau wurde er an ihrer Seite zum Künder der Göttlichen Barmherzigkeit. Mit der Autorität des Petrusamtes erhob er die Botschaften des barmherzigen Jesus auf den Leuchter der kirchlichen Verkündigung. „Die Botschaft von der erbarmenden Liebe Gottes, die hier durch Schwester Faustyna verkündet wurde, möge alle Menschen der Erde erreichen und ihre Herzen mit Hoffnung erfüllen“, so sagte er bei der Einweihung der Basilika der göttlichen Barmherzigkeit in Krakau am 17. August 2002. Und er bekräftigte noch einmal, dass die Vision der Hoffnung, die sein ganzes Pontifikat geprägt hat, letztlich in dieser prophetischen Botschaft ihren Ursprung und ihr sicheres Fundament besitzt.

Die Hoffnung, von der Johannes Paul II. spricht, betrifft zunächst den einzelnen Menschen, der voll Zuversicht auf Gott zugehen kann, selbst wenn er die schrecklichsten Sünden begangen hat, da er weiß, dass die göttliche Barmherzigkeit immer größer und mächtiger ist. Die Hoffnung betrifft aber auch die ganze Menschheit, der Jesus für unser aktuelles Zeitgeschehen zusichert, sie nicht dem Verderben preiszugeben, sondern entgegen allem innerweltlichen Anschein einem neuen Frühling zuzuführen. Und sie betrifft die Kirche, der er bei allen Heimsuchungen eine umfassende Reinigung und Erneuerung verheißt.

Doch – wie Johannes Paul II. und Sr. Faustyna betonen – kann nur derjenige, der selbst Barmherzigkeit zu leben versucht, mehr und mehr die Wirklichkeit begreifen, die sich hinter diesem Geheimnis verbirgt, an sie glauben, auf sie vertrauen und sie voll Sehnsucht für die ganze Welt erflehen. So passt zum Titelthema, das wir aus Anlass des Kongresses der Göttlichen Barmherzigkeit in Paderborn gewählt haben, sehr schön der Blick auf Katharina Kasper, die am 14. Oktober im Rahmen der Jugendsynode heiliggesprochen worden ist.

Mit einem aufrichtigen Vergelt’s Gott für Ihre treue Unterstützung wünschen wir Ihnen für den Allerseelen-Monat November unter dem Schutz unserer himmlischen Mutter Maria Gottes reichsten Segen.


Predigt zum Kongress der Göttlichen Barmherzigkeit am 7. Oktober 2018 in Paderborn

Barmherzigkeit ist die größte aller Tugenden

Von Weihbischof em. Manfred Grothe, Paderborn

Die Geistliche Gemeinschaft „Communio des Friedens“ versucht die Botschaft der Göttlichen Barmherzigkeit an die hl. Schwester Faustyna Kowalska zu verbreiten. Auf Initiative von Mechtild Neiske führte sie vom 5. bis 7. Oktober 2018 in Paderborn den II. Apostolischen Kongress der Göttlichen Barmherzigkeit durch. Der emeritierte Paderborner Weihbischof Manfred Grothe begrüßte die Teilnehmer zur Eröffnung der Veranstaltung am 80. Todestag der hl. Sr. Faustyna. Beim feierlichen Abschlussgottesdienst im Hohen Dom zu Paderborn hielt er nachfolgende Predigt, in der er Barmherzigkeit als „das bewusste Tun an der Not des Anderen, das aus einem empfindsamen Herzen herrührt“, definierte. Wie muss die Kirche auf die Menschen zugehen, wenn sie barmherzig sein will? weiter...


Johannes Paul II. zum Bild des barmherzigen Jesus

Quelle der Hoffnung

Von Sr. Edith Olk

Sr. Dr. Edith Olk, Gymnasiallehrerin und Autorin, war am 2. April 2005 unter den Gläubigen auf dem Petersplatz, die in großen Scharen nach Rom gekommen waren, um Papst Johannes Paul II. bei seinem Sterben nahe zu sein. Von da an beschäftigte sie sich intensiv mit der „Theologie der Barmherzigkeit“ Johannes Pauls II. und verfasste darüber ihre Dissertation. Beim II. Apostolischen Kongress der Göttlichen Barmherzigkeit vom 5. bis 7. Oktober 2018 in Paderborn hielt sie einen Vortrag zum Thema „Das Bild des barmherzigen Jesus in der Interpretation des hl. Johannes Paul II.“ Sie bot eine beeindruckende Zusammenstellung von unterschiedlichsten Zitaten des Papstes, der in der Botschaft von Sr. Faustyna Kowalska eine Quelle der Hoffnung für unsere bedrängte Zeit sah. Nachfolgend eine gekürzte Fassung. weiter...


Das heutige Russland ist nicht das der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts

Barmherzigkeit gilt als Ausdruck von Schwäche

Von Erich Maria Fink

Bei der Einweihung der Basilika der göttlichen Barmherzigkeit in Krakau am 17. August 2002 rief Papst Johannes Paul II. dazu auf: „Die ‚Botschaft von der erbarmenden Liebe Gottes, die hier durch Schwester Faustyna verkündet wurde, möge alle Menschen der Erde erreichen und ihre Herzen mit Hoffnung erfüllen. … Euch, liebe Brüder und Schwestern, vertraue ich diese Aufgabe an. Seid Zeugen der Barmherzigkeit.“ Pfarrer Erich Maria Fink, der seit Januar 2000 für die Seelsorge in Russland freigestellt ist, möchte gerne ein solcher Zeuge der göttlichen Barmherzigkeit sein. Denn diese Nation bräuchte dringend eine Hoffnung, wie sie von der Botschaft der hl. Schwester Faustyna Kowalska ausgeht. Doch Pfr. Fink muss feststellen, dass das russische Volk für diese Botschaft wenig empfänglich ist. In seinem Beitrag geht er den Hintergründen dieser Erfahrung nach und zeigt Konsequenzen auf, die sich daraus ergeben. weiter...


„Trauert nicht wie die anderen, die keine Hoffnung haben“ (1 Thess 4,13)

Liebe Menschen gehen lassen

Von Klaus-Peter Vosen

Wohin gehen wir, wenn wir sterben müssen? Was dürfen wir für unsere Lieben erhoffen, deren Verlust wir betrauern? Ist die christliche Glaubenslehre vom ewigen Leben nur Reflex einer schönen Illusion oder lassen sich für sie überzeugende Argumente beibringen, sodass sie zu einem echten Lebensfundament werden kann? Diesen Fragen geht der Seelsorger Klaus-Peter Vosen in seinem neuen Buch[1] aus existenzieller Perspektive nach. Anstoß zu dieser Veröffentlichung war für ihn der Tod seiner Mutter. Es ist eine Handreichung nicht nur für Menschen in Trauersituationen, sondern für alle, die tiefer schürfen und bei den Gütern und Werten dieser Welt nicht stehen bleiben wollen. Ihnen sei es als Orientierung, Stärkung und Tröstung empfohlen. Nachfolgend das neunte Kapitel. weiter...


Bischofswort zur Heiligsprechung von Katharina Kasper

Bewegt von Gottes Geist

Von Bischof Georg Bätzing, Limburg

Bischof Dr. Georg Bätzing hat die Heiligsprechung von Katharina Kasper mit großem Engagement begleitet. Immer wieder brachte er seine Dankbarkeit und Begeisterung für die neue Heilige zum Ausdruck wie im nachfolgenden Hirtenwort. Katharina Kasper ist überhaupt die erste Heilige aus dem Bereich des 1827 gegründeten Bistums Limburg. Doch Bischof Bätzing geht es vor allem um die Impulse, die von ihrem Zeugnis für unsere Zeit ausgehen. Beim Dankgottesdienst für die Heiligsprechung nahm er ihre Schuhe in die Hände und erklärte: „Sie hat angepackt und mutig Neues gewagt. Die Schuhe der neuen Heiligen zeugen davon, dass sie sich nicht geschont hat.“ Bischof Bätzing sieht in ihrem Leben den Geist verwirklicht, den Papst Franziskus mit seinem Pontifikat in der Kirche neu entfachen möchte, das missionarische Feuer der „Armen“ im umfassenden Sinn des Evangeliums. weiter...


Fatima und die junge Bundesrepublik (Teil 11)

Zur Mariensymbolik der europäischen Flagge

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Professor Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea bringen in ihrer Artikelserie über den Aufstieg der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg Zusammenhänge ans Licht, welche uns die Geschichte in einem überraschend neuen Licht erschließen. Sie zeigen auf, wie stark religiöse Überzeugungen politische Weichenstellungen beeinflusst haben. Aufschlussreich ist dabei ein Blick auf die persönlichen Bekanntschaften, welche die großen Staatsmänner der damaligen Zeit mit Philosophen und Geistlichen verbunden haben. Es sind freundschaftliche Beziehungen, welche die christliche Ausrichtung und Zielstrebigkeit im Engagement dieser gläubigen Politiker verstehen lassen. Besonders der europäische Einigungsprozess verdankt seine Dynamik der Vision christlicher Denker. In seinem elften Beitrag erläutert das Ehepaar Koch, wie es zur Mariensymbolik der europäischen Flagge kam und was diese Hintergründe für unsere heutige Zeit bedeuten können. weiter...


Treue zu Christus im Land der Märtyrer

Pakistan: „Hauptsache Christin“

Von Tobias Lehner

Für Christen ist Pakistan eines der gefährlichsten Länder der Welt, ein Land der Märtyrer. Ursprünglich war es als säkularer Staat konzipiert, doch diese Fassade begann schon nach kurzer Zeit zu bröckeln. Islamistische Gruppen gewannen die Oberhand und die Scharia wurde Grundlage der Gesetzgebung. Tobias Lehner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“, schildert die Situation seit der Einführung des Blasphemie-Gesetzes 1986 und fügt das ergreifende Zeugnis von Kainut, einer jungen Konvertitin, an. weiter...


Einladung zu einer Jugendbegegnung in Russland

„Jugend für Frieden“

Von Erich Maria Fink

Der Direktor einer Kadettenschule in der Nähe von Perm hat Pfarrer Erich Maria Fink den Aufbau eines Jugendaustauschs mit Deutschland angeboten. Als Auftakt wird die Schule im April 2019 für deutsche Jugendliche ein reichhaltiges kulturelles Programm in der Permer Region gestalten, an dem auch russische Schüler teilnehmen werden. Pfr. Fink hat den Vorschlag aufgegriffen und organisiert dazu in den Osterferien eine Fahrt für Jugendliche nach Russland. Er verbindet die Jugendbegegnung mit einem Besuch von Moskau und seiner Pfarrei „Maria – Königin des Friedens“ in Beresniki, wo die Jugendlichen die Karwoche und das Osterfest mitfeiern können. weiter...


Die heutige Meinungsdiktatur im Licht des Neuen Testaments

Das Imperium des „Gutmenschen“

Von Christa Meves

Die bekannte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Christa Meves hat sich vorgenommen, auf wertvolle Literatur hinzuweisen, die den Mainstream mit Wachsamkeit analysiert und sich nicht dem Zeitgeist unterordnet. Dieses Mal hat sie ein neues Buch des emeritierten Professors der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg, Prof. Dipl.-Ing. Peter Gerdsen ausgewählt. Es trägt den Titel: „Das Imperium des Guten – Gutmenschen im Lichte des Neuen Testaments“ (Books on Demand, Norderstedt 2018) und ruft die Christen dazu auf, in dieser antichristlichen Zeit alle Kräfte des Glaubens und der Erkenntnis zu mobilisieren, um nicht unterzugehen. weiter...

[1] Tod. Warum im Sterben das Leben bleibt, geb., 96 S., mit 8-seitigem Bildteil, 11,00 Euro (D), 11,40 Euro (A), ISBN: 978-3-9454019-2-7, Verlag Media Maria, Tel. 07303-9523310, E-Mail: buch@ media-maria.de