Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Dezember 2018

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Maria in Erwartung der Geburt ihres Kindes ist ein zentrales Motiv adventlicher Betrachtung. Mit dem Sohn Gottes unter ihrem Herzen stimmte sie bei Elisabeth das „Magnificat“ an. „Meine Seele preist die Größe des Herrn!“ In den Worten dieses Dankliedes leuchtet bereits die ganze Fülle des Geheimnisses der Menschwerdung auf. Schon wenige Tage nach der Empfängnis Jesu in ihrem Schoß steht Maria klar vor Augen, was geschehen ist. Und sie kommt aus dem Staunen nicht heraus, dass Gott durch sie, die einfache und niedrige Magd, in diese Welt kommen will. Mit dem Jubel in ihrem Herzen klingt bereits ihre mütterliche Liebe an, mit der sie neun Monate später das göttliche Kind umfangen wird. So führt uns Maria Weihnachten entgegen. Sie steht im Mittelpunkt der Ereignisse von Bethlehem und will jedem von uns den Weg zu einer gnadenvollen Feier des Festes bereiten. Denn aus der Tiefe ihres Glaubens entspringt ihre vollkommene Hingabe an den neugeborenen Erlöser.

In diesem Licht haben wir das Titelthema dieser Ausgabe gewählt: „Die Mutter der Barmherzigkeit“ – Maria als adventliche und weihnachtliche Gestalt. Dabei gibt uns Mag. Martin Leitner in seinem Leitartikel einen wunderbaren Schlüssel an die Hand. Er verbindet die Sendung Mariens mit dem Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit.

Der hl. Papst Johannes Paul II. hatte in seiner Enzyklika „Reich ist Gott an Barmherzigkeit“ vom 30. November 1980 geschrieben (Nr. 8): „Eine besondere Offenbarung seines Erbarmens ist es, wenn Gott seinen gekreuzigten Sohn dem Erbarmen des Menschen anempfiehlt. Christus ist als Gekreuzigter das Wort, das nicht vergeht (vgl. Mt 24,35), derjenige, der an der Tür steht und an das Herz jedes Menschen klopft (vgl. Offb 3,20), der dabei nicht über dessen Freiheit verfügt, sondern die Freiheit zur Liebe zu wecken sucht – nicht nur im Sinne einer Solidarität mit dem leidenden Menschensohn, sondern in bestimmtem Sinn auch als ,Erbarmen‘, das wir ihm ganz persönlich bezeugen. Konnte im Rahmen des messianischen Programms Christi, im Lauf der Offenbarung des Erbarmens durch das Kreuz die Würde des Menschen mehr geachtet und erhoben werden als dadurch, dass er, der Erbarmen findet, zugleich ,Erbarmen schenken‘ darf?“ Und Johannes Paul II. betont, dass wir darin „in gewissem Sinn eine Synthese der ganzen Frohbotschaft, des ganzen ,wunderbaren Austausches‘ (admirabile commercium)“ zwischen Gott und Mensch finden.

Leitner wendet nun diesen Kerngedanken auf Maria als Mutter der Barmherzigkeit an: „Die große Wende (vom Alten zum Neuen Testament) geschah mit der Menschwerdung, als Gottes Barmherzigkeit für den Menschen sich in der Tatsache zeigte, dass Er es einem menschlichen Geschöpf gewährte, Ihm Mutter zu sein und als solche eine aus dem tiefsten Inneren kommende ‚barmherzige‘ Zuneigung für Ihn zu empfinden.“

Dietrich Bonhoeffer nannte das „Magnificat“ das „leidenschaftlichste, wildeste, ja man möchte fast sagen revolutionärste Adventslied, das je gesungen wurde“. Er, der immer mehr ins Fadenkreuz der Nazis geraten war und schließlich als Märtyrer am Galgen starb, klammerte sich an die Verheißungen, mit denen Maria die Ankunft des Erlösers angekündigt hatte. Die hochmütigen und finsteren Mächte dieser Welt werden von ihrem Thron gestürzt werden. Doch wird Gott seine Allmacht nur durch die Niedrigkeit seiner Getreuen kundtun. Und letztlich sind Krippe und Kreuz der Weg, auf dem Gott sein eigenes innerstes Wesen offenbart, mit dem er seinem Geschöpf in aller Demut dient und Rettung schenkt.

Liebe Leser, mit dieser Einladung, das Jesuskind mit barmherzigen Augen und voll Erbarmen aufzunehmen, wünschen wir Ihnen an der Hand unserer himmlischen Mutter Maria von ganzem Herzen einen gesegneten Advent und ein gnadenreiches Weihnachtsfest.


Marienfrömmigkeit ist kein Umweg, sondern erschließt das tiefste Geheimnis Gottes

Die Mutter der Barmherzigkeit

Von Martin Leitner

Mag. Martin Leitner (geb. 1963) betrachtet die Göttliche Barmherzigkeit im Zusammenhang mit der Jungfrau und Gottesmutter Maria. In welcher Beziehung steht sie als Mutter Jesu Christi zur Barmherzigkeit Gottes? Wie hat sie an der Offenbarung dieses Geheimnisses mitgewirkt? Welche Rolle spielt sie für uns als Mutter der Barmherzigkeit? Diesen Fragen geht Leitner besonders auf dem Hintergrund der Lehrverkündigung des hl. Papstes Johannes Paul II. nach, die in enger Verbindung mit der Botschaft des barmherzigen Jesus an die hl. Schwester Faustyna Kowalska steht. Mag. Leitner, der zunächst als Nachrichtentechniker gearbeitet hatte, begann 1990 sein Theologiestudium und ist seit Herbst 2016 Leiter des Priesterseminars Leopoldinum in Heiligenkreuz bei Wien. Nachfolgend ein Auszug aus seinem Vortrag, den er am 6. Oktober 2018 beim II. Apostolischen Kongress der Göttlichen Barmherzigkeit in Paderborn gehalten hat. weiter...


Gedanken zum 1. Adventssonntag

Wacht und betet allezeit!

Von Franz Weidemann

Ehrendomherr Dr. Franz Weidemann (Dortmund) zeigt in seiner Betrachtung zum Evangelium am 1. Adventssonntag im Lesejahr C (Lk 21,25-28.34-36), wie der christliche Glaube den endgültigen Anspruch des Lebens ernst nimmt, aber gerade dadurch zu innerer Freiheit und Freude gelangt. weiter...


Aufruf zum Sieben-Schmerzen-Rosenkranz

Die „Mutter des Wortes“ von Kibeho

Von Hildegarde Ufitamahoro

Am 28. November 1981 begannen in Kibeho, einem abgelegenen Ort im Süden Ruandas, Marienerscheinungen. Sie endeten 1989, zumindest was die öffentlichen Erscheinungen betrifft. Am 29. Juni 2001 wurde eine endgültige Erklärung über die offizielle Anerkennung der Erscheinungen der Jungfrau Maria in Kibeho durch den Vatikan für die Gesamtkirche veröffentlicht. Sie gilt allerdings nur für die ersten drei Seher, nämlich die Schülerinnen Alphonsine Mumureke, Nathalie Mukamazimpaka und Marie-Claire Mukangango, die dem Phänomen zunächst sehr abweisend gegenüberstand. Doch gerade Marie-Claire erhielt von der Gottesmutter einen besonderen Auftrag, nämlich den Sieben-Schmerzen-Rosenkranz wieder in Erinnerung zu bringen und der ganzen Welt bekannt zu machen. Er soll nach dem Wunsch der Jungfrau Maria neben dem herkömmlichen Rosenkranz gerade in unserer bedrängten Zeit häufig gebetet werden. Hildegarde Ufitamahoro, die von 1986 bis 1989 wie die drei Seherinnen die „Kibeho High School“ besuchte und aus derselben Pfarrgemeinde wie Marie-Claire stammte, ist Journalistin und Mitbegründerin der Initiative „Mater Dolorosa“. Sie lebt heute in Belgien und sieht ihre Berufung darin, die Botschaften von Kibeho weltweit zu verbreiten. Nachfolgend Auszüge aus ihrem Buch „Die Jungfrau Maria spricht zur Welt. Die Botschaften von Kibeho“.[1] weiter...


Offizielle Anerkennung der guten Früchte

Medjugorje – eine spirituelle Lunge Europas

Von Christian Stelzer

Dr. Christian Stelzer ist Arzt für Allgemeinmedizin und Mitglied der Ärztekammer für Wien. Dieses Fachgebiet verbindet ihn mit dem polnischen Erzbischof Henryk Hoser, den Papst Franziskus im Mai 2017 zum Sonderbeauftragten und am 5. Juli 2018 zum Apostolischen Visitator für Medjugorje ernannt hat. Denn Hoser, der 1942 geboren wurde, studierte zunächst an der Medizinischen Akademie in Warschau und erwarb dort 1966 sein medizinisches Diplom. Von 1966 bis 1968 arbeitete er an der Akademie als Assistent am Institut für Anatomie und im folgenden Jahr als Arzt an der Abteilung für Innere Medizin des Kreiskrankenhauses in Ziębice. 1969 trat er in die Gesellschaft des Katholischen Apostolats (SAC) des heiligen Vinzenz Pallotti ein, studierte Philosophie und Katholische Theologie, wurde 1974 zum Priester geweiht, war 20 Jahre lang als Missionar in Ruanda, später auf weltkirchlicher Ebene tätig und leitete von 2008 bis 2017 als Bischof die Diözese Warschau-Praga. weiter...


Fatima und die junge Bundesrepubik (Teil 12)

Zur Adventlichkeit allen politischen Neubeginns

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Im 12. Teil ihrer Artikelserie über den unerwarteten Aufstieg der jungen Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg bieten Dorothea und Professor Dr. Wolfgang Koch eine adventliche Betrachtung. Was sind die Voraussetzungen dafür, dass das Reich Gottes in unserer Welt ankommen und Gestalt annehmen kann? Wie konnte es nach einem Dritten Reich mit seinem totalitären NS-Regime, das Deutschland in die Katastrophe eines vollkommenen Zusammenbruchs gestürzt hatte, zu einem religiösen und gesellschaftspolitischen Neuaufbruch kommen? Das Ehepaar Koch sieht dahinter die Kraft des Christentums, die Kraft Christi selbst, die aber einen notwendigen Freiraum braucht, um sich aus den Herzen gläubiger und verantwortungsbewusster Menschen heraus entfalten zu können. Deshalb warnen Dorothea und Wolfgang Koch vor allen totalitären Versuchungen – auch im Gewand eines humanistischen Liberalismus, und plädieren für das persönliche christliche Zeugnis, welches das Staatswesen innerlich mitzutragen vermag. weiter...


Neuer Stern im Kreis der Heiligtümer „Maria Mutter Europas“

Marienkapelle am Schauenberg im Elsass

Von Notker Hiegl OSB

Seit dem Jahr 2007 baut P. Notker Hiegl, Benediktiner-Mönch der Erzabtei St. Martin in Beuron, die Gebetsgemeinschaft „Maria Mutter Europas“ auf. Er selbst hatte als Pfarrer der umliegenden Gemeinden in dem Dorf Gnadenweiler unweit seines Klosters eine Kapelle mit diesem Titel gebaut. Schon bald entwickelte sich die Idee, mit anderen Marienheiligtümern eine Partnerschaft einzugehen, um gemeinsam für die Erhaltung des Christentums in Europa zu beten. Inzwischen hat sich P. Hiegl das Ziel gesteckt, wenigstens 12 Kapellen in diesem Anliegen zu vereinigen und so in Anlehnung an das Bild in der Offenbarung des Johannes einen marianischen Kranz aus zwölf „Sternen“ zu bilden. Nun hat er seine Fühler nach Frankreich ausgestreckt. weiter...


„Abtreibung ist wie Auftragsmord!“

Darf der Papst das sagen?

Von Christiane Lambrecht (CDL)

Zu der vieldiskutierten Ansprache von Papst Franziskus über Abtreibung nimmt Christiane Lambrecht, die Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) in Bayern, Stellung. Statt einer direkten Antwort dankt sie dem Papst für sein aufrüttelndes Wort. Die kollektive Sprachlosigkeit angesichts des unvorstellbaren Verbrechens der massenweisen Tötung ungeborener Kinder bedarf eines Weckrufs. Papst Franziskus stellt sich mit seiner Aussage allen Versuchen, Abtreibung als Menschrecht zu deklarieren, diametral entgegen. Er will sich bewusst in den Weg stellen, er will stören. Und dazu spricht er eine Sprache, welche nicht eine „katholische Sicht“ abhandelt, sondern jeden Menschen in seinem Gewissen treffen möchte. Denn Abtreibung geht alle an und macht alle mitverantwortlich. Warum wird so entsetzlich gegen das Werbeverbot für Abtreibung gekämpft? Weil es den Unrechtscharakter der Abtreibung anmahnt. Und die öffentlich-rechtlichen Medien geben sich wieder einmal dazu her, radikal vorzupreschen und gegen diese letzte moralische Hürde Politik zu machen. weiter...


„Glaubenslicht im Priesterleben“

Die geweihten Diener der Kirche

Von Paul Josef Kardinal Cordes

Die Aufdeckung von sexuellen Vergehen an Minderjährigen durch katholische Priester erschüttert die Kirche auf der ganzen Welt. In der Öffentlichkeit steht sie unter Beschuss wie kaum je zuvor. Die Verbrechen werden aber auch gezielt dazu genützt, um das katholische Priestertum insgesamt in Misskredit zu bringen. Paul Josef Kardinal Cordes hat nun eine eindrucksvolle Sammlung von Zeugnissen herausgebracht, die der Rufschädigung der Priester wehren will. Das Buch trägt den Titel „Glaubenslicht im Priesterleben[2] und enthält Texte aus Publikationen der bayerischen Benediktinerabtei Metten, der „Legionäre Christi“, der missionarischen Priesterbruderschaft vom hl. Karl Borromäus, die aus der Laiengemeinschaft „Comunione e Liberazione (CL)“ hervorgegangen ist, sowie des „Neokatechumenalen Weges“. weiter...


Nächster Kongress 14.-16. Juni 2019 in Ingolstadt

„Ohne Gott – keine Zukunft!“

Kirche heute-Interview mit Hubert Gindert

Professor Dr. Hubert Gindert ist mit 85 Jahren immer noch aktiv und bereitet gerade den nächsten Kongress „Freude am Glauben“ vor. Es wird bereits die 19. Veranstaltung dieser Art sein und vom 14. bis 16. Juni 2019 in Ingolstadt stattfinden. Das kirchliche Engagement von Gindert geht auf eine Erfahrung vor 30 Jahren zurück. Als Laie, nämlich als Professor für Betriebswirtschaft, hatte er 1989 an der Diözesan-Synode im Bistum Augsburg teilgenommen und den Widerstand gegen den damaligen Bischof Dr. Josef Stimpfle miterlebt. Um seiner Treue zur Kirche Ausdruck zu verleihen, rief er daraufhin den ersten „Initiativkreis katholischer Laien und Priester“ ins Leben. Im Jahr 2000 gründete er schließlich das „Forum Deutscher Katholiken“, dem er bis heute vorsteht. weiter...

 

Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 12/Dezember 2018
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Hildegarde Ufitamahoro: Die Jungfrau Maria spricht zur Welt – Die Botschaften von Kibeho, geb., 180 S., 16,95 Euro (D), 17,50 Euro (A), ISBN: 978-3-945-4019-4-1, Bestelladresse: Verlag Media Maria, Tel. 07303-9523310, Fax: 07303-9523315, E-Mail: buch@ media-maria.de
[2] Paul Josef Kardinal Cordes (Hg.): Glaubenslicht im Priesterleben, geb., 144 S., 15,95 Euro (D), 16,50 Euro (A), ISBN: 978-3-9454019-9-6, Verlag Media Maria, Tel. 07303-9523310, E-Mail: buch@ media-maria.de