Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
Die vollständige Ausgabe können Sie hier bestellen.

Februar-März 2019

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Ist es heute noch angemessen, vom „christlichen Abendland“ zu sprechen? Dieser Frage gehen wir in unserer neuen Ausgabe von „KIRCHE heute“ nach.

Reinhard Kardinal Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, sagte vor kurzem in einem Fernsehinterview, er halte von diesem Ausdruck überhaupt nichts. Ja, eine solche Wortwahl sei in der heutigen Zeit „ausgrenzend“. Demgegenüber betonte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer in einer ausführlichen Antwort, es sei auch in unseren Tagen „historisch exakt und verantwortbar, vom ‚christlichen Abendland‘ zu sprechen“. Beide Bischöfe haben für ihre jeweilige Position ihre Begründung genannt.

Doch wer die Argumente betrachtet, versteht sofort, dass es sich bei dieser Diskussion nicht um eine Frage der Fakten und deren Interpretation handelt, etwa nach der Art, als müssten wir einfach eingestehen, dass unser säkularisiertes Europa schon längst nicht mehr als christlich bezeichnet werden kann. Der große Philosoph Josef Pieper (1904-1997) gab schon vor 60 Jahren zu bedenken, es sei nachvollziehbar, wenn diese Ausdruckweise in Frage gestellt werde. Denn es gehe hier um etwas anderes, als um eine Definition oder um politische Postulate. Das „christliche Abendland“ sei von seiner Geschichte her eine Wirklichkeit, die ihre Identität immer wieder neu gefunden und bestimmt habe, ein Prozess ständiger Entwicklung und Veränderung. Alles hänge von den Kräften ab, die sich in die Gestaltung des europäischen Kontinents einbrächten. Gerade mit diesen Überlegungen hat Pieper einen wertvollen Beitrag für die derzeitige Diskussion geleistet.

Wir müssen uns dabei ehrlich die Frage stellen: Glauben wir noch an die Sendung Europas, wie sie beispielsweise der hl. Johannes Paul II. gesehen hat? Sind wir davon überzeugt, dass allein Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist? Nehmen wir den Missionsauftrag des Evangeliums ernst? Stellen wir uns der göttlichen Berufung, Sauerteig für die Welt zu sein? Wagen wir auch daran zu denken, dass Gott selbst Europa als Zentrum für die Weltkirche auserwählt hat und von ihr ein unerschrockenes Zeugnis für die christlichen Werte wie unantastbare Würde jedes Menschen oder Ehe und Familie erwartet? Oder haben wir bereits kapituliert? Fürchten wir uns bereits vor weltanschaulichen Auseinandersetzungen beispielsweise mit den Muslimen?

Weder eine vollkommen säkularisierte noch eine islamisierte Gesellschaft kann die Welt zum Frieden führen. Das Christentum kann durch keine anderen Welt-entwürfe ersetzt werden. Auch ein allgemein akzeptierter Humanismus reicht nicht aus. Wir sehen, wie schnell es beispielsweise dazu kommen kann, dass die Abtreibung als Menschrecht eingefordert wird. Wir sind vielmehr überzeugt, dass die Völkerfamilie Jesus Christus als Retter und Erlöser braucht. Christus ist auch heute stärker als der „Geist der Welt“ und er möchte sein Reich in dieser Welt errichten. Aber dafür braucht er unerschrockene Zeugen, die auf die Macht seiner Auferstehung und die verwandelnde Gnade von oben vertrauen.

Wenn wir den Vortrag von Bischof Voderholzer in voller Länge wiedergeben, wollen wir damit nicht für den Ausdruck „christliches Abendland“ kämpfen. Es kommt uns nicht auf Formulierungen an, sondern darauf, dass wir den Weg mit Christus mutig gehen und unseren Erlöser nie verleugnen. Liebe Leser, in diesem Sinn wünschen wir Ihnen auf die Fürbitte der Gottesmutter Maria eine gesegnete Fastenzeit und sagen Euch für Eure großherzige Unterstützung unseres Apostolats ein aufrichtiges Vergelt`s Gott.

 

Bischof Voderholzer verteidigt den Begriff „Christliches Abendland“

Das Christentum ist die Seele Europas

Von Bischof Rudolf Voderholzer

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer hat sich in der Diskussion um den Begriff des „christlichen Abendlandes“ sehr deutlich zu Wort gemeldet. Einen Festvortrag beim Neujahrsempfang der Region Altmühl-Jura am 16. Januar 2019 in Mindelstetten nütze er dazu, die Ausdrucksweise auch für unsere heutige Zeit zu verteidigen und ausführlich zu begründen. Die Seele Europas sei das Christentum, so Voderholzer, und deshalb sei es auch „historisch exakt und verantwortbar, vom ‚christlichen Abendland‘ zu sprechen“. Der Regensburger Bischof antwortete direkt auf die Stellungnahme von Reinhard Kardinal Marx, der bei einer Diskussion mit dem Publizisten Michel Friedman im Theater „Berliner Ensemble“ den Begriff „christliches Abendland“ für unser modernes Europa zurückgewiesen und als „ausgrenzend“ bezeichnet hatte. Nachfolgend der Vortrag mit geringfügigen Kürzungen. weiter...


Ein Klärungsversuch zur aktuellen Debatte

Was heißt „Christliches Abendland“?

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Das Ehepaar Koch, das sich intensiv mit christlicher Europapolitik beschäftigt, zeigt sich erfreut über die Rede des Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer zum Thema „Christliches Abendland“. Doch gehen Prof. Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea über die geschichtliche Darstellung hinaus und behandeln die Frage in einem philosophischen Licht. Dabei greifen sie auf Überlegungen von Josef Pieper (1904-1997) zurück, der bereits 1957 eine kleine Schrift mit dem Titel „Was heißt ‚Christliches Abendland‘?“ veröffentlicht hat. Ein erhellender Beitrag zur aktuellen Debatte. weiter...

 

Keine Selektion von Embryonen auf Kosten der Versichertengemeinschaft!

Von Mechthild Löhr

Im Zusammenhang mit dem Entwurf der Bundesregierung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun unversehens eine Änderung eingebracht, die die volle Kostenübernahme der Präimplantationsdiagnostik (PID) durch die gesetzlichen Krankenkassen vorsieht. Hierzu nimmt die Vorsitzende der Christdemokraten für das Leben e.V. (CDL), Mechthild Löhr, wie folgt Stellung. weiter...

 

Fatima und die junge Bundesrepublik (Teil 14)

Adenauers politische Pädagogik

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Im 14. Teil ihrer Artikelserie über den unerwarteten Aufstieg Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg bringen Professor Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea eine Grundsatzrede Konrad Adenauers in Erinnerung, die er am 24. März 1946 gehalten hat. Sie sei heute so aktuell wie damals, meint das Ehepaar Koch und verweist auf ein Buch des Godesberger Pfarrers und Bonner Stadtdechanten Wolfgang Picken mit dem Titel „WIR. Die Zivilgesellschaft von morgen“. Hinter der „Neuen Zivilgesellschaft“ des integren und hochengagierten Priesters steht das sog. „community organizing“, das in Deutschland von dem Jesuiten Prof. Dr. Leo Joseph Penta propagiert wird. Dessen Gedanken wiederum gehen auf den US-amerikanischen Bürgerrechtler Saul David Alinsky (1909-1972) zurück, der neomarxistisches Denken mit katholischer Soziallehre in Einklang zu bringen versucht. Die Pädagogik Adenauers gebe darauf eine treffende Antwort, da sie die entscheidende Rolle der einzelnen Person in ihrer Rückbindung an ihr religiöses Fundament hervorhebe. Und darin stimme der Ansatz Adenauers genau mit den Schwerpunkten der Fatima-Botschaft überein. Dem Ehepaar Koch geht es nicht darum, die Bedeutung der „communio“ für die Kirche zu schmälern, sondern Einzelperson und Gemeinschaft im richtigen Verhältnis zueinander einzuordnen. Denn wenn es nicht christlich geprägt ist, bestehe die Gefahr, dass in Zukunftsentwürfe kirchlichen Lebens eine neue Gestalt jener Irrtümer einziehe, vor denen die Gottesmutter in Fatima gewarnt habe. weiter...

 

„Nachfolge Christi“ von Thomas v. Kempen ins Deutsche übertragen

Handbuch des inneren Lebens

Von Peter Dyckhoff

Der erfolgreiche Buchautor Dr. Peter Dyckhoff hat schon zahlreiche Schätze aus der Tradition der Kirche für unsere Zeit neu zugänglich gemacht. Dabei beweist er ein hervorragendes Gespür für die modernen Bedürfnisse, um zu einem authentischen christlichen Glaubensleben gelangen zu können. Es gelingt ihm, in zeitgenössischer Sprache herauszuarbeiten, was der Mensch auf dem Weg des geistlichen Lebens zur inneren Heilung und Entwicklung seiner Persönlichkeit braucht. So hat er auch eine neue Übertragung der „Nachfolge Christi“ von Thomas von Kempen in modernes Deutsch vorgelegt,[1] die bereits in zehn Auflagen erschienen ist. Nun hat er seine Fassung anhand der „neuen Einheitsübersetzung“ der Bibel überarbeitet und neu herausgegeben. weiter... 

 

Auch Fehler führen weiter

Von Thomas von Kempen

Nachfolgend ein Beispiel für die neue Übersetzung der „Nachfolge Christi“. Es handelt sich um das Kapitel LVII aus dem dritten Buch „Innerlichkeit leben“ (S. 313-315). weiter...

 

Beeindruckende Zeichen des Himmels

„Nahtoderfahrungen“

Von Bischof Marc Aillet, Bistum Bayonne, Lescar und Oloron

Über Nahtoderfahrungen gibt es inzwischen eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen. Dr. Patrick Theillier, langjähriger Leiter des Medizinischen Büros von Lourdes, hält sie für ein Zeichen des Himmels, das uns an unsere letzte Bestimmung erinnern soll. Bischof Marc Aillet hat zu seinem neuen Buch ein anerkennendes Vorwort geschrieben. Nachfolgend eine gekürzte Fassung.[2] weiter...

 

Opfer der grausamen Verfolgungen im kommunistischen Albanien

Zwei selige Missionspriester aus Deutschland

Von Helmut Moll

Papst Johannes Paul II. gab im Jahr 1994 den Anstoß, eine alle Kontinente umfassende Geschichte der ermordeten Katholiken des 20. Jahrhunderts auf den Weg zu bringen. In seinem Apostolischen Schreiben Tertio millennio adveniente vom 10. November 1994 heißt es: „In unserem Jahrhundert sind die Märtyrer zurückgekehrt, häufig unbekannt, gleichsam ‚unbekannte Soldaten‘ der großen Sache Gottes. Soweit als möglich dürfen ihre Zeugnisse in der Kirche nicht verloren gehen. Wie beim Konsistorium empfohlen wurde, muss von den Ortskirchen alles unternommen werden, um durch das Anlegen der notwendigen Dokumentation nicht die Erinnerung zu verlieren an diejenigen, die das Martyrium erlitten haben“ (Nr. 37). Prälat Dr. Helmut Moll stellt zwei Blutzeugen vor, die mit Deutschland und Österreich verbunden sind und im Jahr 1946 das Martyrium in Albanien erlitten haben. weiter...

 

Kerzen für den Frieden in Syrien

Von Tobias Lehner

Über 1000 hl. Messen haben katholische Gemeinden in Syrien, Ägypten, im Libanon und auf der Arabischen Halbinsel sowie zahlreiche orthodoxe Christen in der Advents- und Weihnachtszeit gefeiert, um Papst Franziskus für seine Teilnahme an der Adventsinitiative „Kerzen für den Frieden in Syrien“ zu danken. weiter...

 

Kinderbibel von „Kirche in Not“ feiert Jubiläum

Heimlicher Weltbestseller wird 40

Von Tobias Lehner

Die Päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ feiert in diesem Jahr den 40. Geburtstag ihrer Kinderbibel „Gott spricht zu seinen Kindern“. Über 51 Millionen Exemplare in 189 Sprachen wurden seither weltweit verteilt. „Es ist nach menschlichen Maßstäben nicht fassbar, wie vielen Kindern, aber auch Erwachsenen, die Kinderbibel den Weg zu Gott erschlossen hat“, erklärte der Geschäftsführende Präsident der Stiftung, Dr. Thomas Heine-Geldern, zum Jubiläum. In vielen Familien in armen Weltregionen sei die Kinderbibel oft das einzige Buch, das sie je besitzen. weiter...


[1]  Peter Dyckhoff: Nachfolge Christi – Geistlich leben nach Thomas von Kempen, St. Benno Verlag, Leipzig 2018, 400 Seiten, 13 x 20 cm, geb., 19,95 Euro (D), ISBN: 978-3-7462-5412-8, Hotline-Tel.: 0341-4677711 E-Mail: service@st-benno.de
[2]  Patrick Theillier: Beeindruckende Nahtoderfahrungen – Zeichen des Himmels, geb., 224 S., 13,5 x 20,5 cm, Euro 18,95 (D), € 19,50 (A), ISBN 978-3-9479310-1-9, Verlag Media Maria, Illertissen 2018, Tel. 07303-9523310, Fax: 07303-9523315, E-Mail: buch@ media-maria.de