Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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August-September 2019

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Der Herr selbst hat seine Kirche auf den Felsen Petri gegründet. Seinem Wesen nach besteht dieser Felsen im Bekenntnis des Glaubens, dass Jesus, der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes ist. Es hat eine tiefe Bedeutung, dass Jesus die Erwählung des Petrus in dem Augenblick ausspricht, als dieser stellvertretend für alle Apostel die Frage des Meisters beantwortet: „Für wen haltet ihr mich?“ Das Fundament der Kirche ist der Glaube an Jesus Christus. Und dieser Glaube ist es, der alle Jünger miteinander verbindet. Natürlich schafft die Taufe, die auf dem Glauben aufbaut, die tiefste Einheit, indem sie alle Christen in den Leib Christi einfügt und als dessen Glieder geheimnisvoll vereint. Sichtbar aber tritt die Einheit der Jünger Christi vor der Welt an erster Stelle durch das Bekenntnis des gemeinsamen Glaubens in Erscheinung. So ist das Amt des Petrus als Garant für den wahren Glauben an Jesus Christus das sichtbare Zeichen der Einheit der Kirche.

Der Felsen Petri lebt im Amt des Papstes bis ans Ende der Zeiten fort. Bezeichnenderweise nennt die Tradition der Kirche den Nachfolger des hl. Petrus „Pontifex“, „Brückenbauer“. Der Papst ist nicht nur als Repräsentationsfigur Zeichen der Einheit, vielmehr hat er die Berufung, im Dienst an der Einheit der Kirche Brücken zu bauen. Dabei geht es nicht in erster Linie um Vermittlung und Zusammenführung im weltlichen Sinn. Eine solche geschieht gewöhnlich durch Ausgleich und Kompromisse. Der Papst hingegen ist vorrangig Brückenbauer durch die Stärkung im Glauben, wo immer sich Glieder der Kirche vom Glauben der Weltkirche entfernen.

Papst Franziskus, der in unseren Tagen den Petrusdienst ausübt, hat nun einen eigenen Brief „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ gerichtet. Es handelt sich um einen außerordentlichen Vorgang, der höchste Beachtung verdient. Denn relativ selten wendet sich ein Papst in dieser Form an die Katholiken eines bestimmten Landes. So hat etwa Papst Benedikt XVI. 2007 an die chinesischen Katholiken geschrieben. Mit väterlicher Sorge versuchte er einen Weg der Annäherung und Aussöhnung zwischen der romtreuen Untergrundkirche und der sog. „Chinesischen Katholisch-Patriotischen Vereinigung“, den staatshörigen Katholiken, in Gang zu setzen. Außerdem hatte Benedikt XVI. 2010 im Zusammenhang mit den Missbrauchsskandalen einen Hirtenbrief an die Katholiken in Irland gerichtet, ähnlich wie Franziskus 2018 an die Katholiken in Chile.

Mit seinem Brief an die katholische Kirche in Deutschland greift Papst Franziskus vollkommen überraschend in den Diskussionsprozess ein, den die deutschen Bischöfe mit ihrem sog. „synodalen Weg“ eingeleitet haben. Dieser Weg hängt zwar auch mit der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale zusammen, doch der Papst geht auf dieses Thema nicht ausdrücklich ein. Ihn bewegt vielmehr eine andere Sorge. Als Pontifex, als Brückenbauer, hat er die Einheit im Blick. Die Lösung der Probleme sieht er allein in der Erneuerung des Glaubens. So haben wir den Papstbrief, der sehr unterschiedlich interpretiert wird, als Titelthema gewählt und versuchen dazu eine Orientierungshilfe zu geben. Die Akzente, die Franziskus in seinem Schreiben setzt, werden durch den Vortrag, den Prof. George Weigel (USA) vor kurzem in München gehalten hat, sehr konkret vertieft.

Liebe Leser, wir sind Papst Franziskus für seinen Brief ausgesprochen dankbar und wünschen Ihnen eine gewinnbringende Lektüre dieser Doppelausgabe. Wir bitten Sie, unser Apostolat großherzig zu unterstützen und sagen Ihnen für Ihre Spenden ein aufrichtiges Vergelt’s Gott. Möge Sie auf die Fürsprache unserer himmlischen Mutter Maria Gottes Segen begleiten!

 

Der Brief des Papstes an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland

Pastorale Bekehrung

Von Erich Maria Fink

Der Papstbrief an die Katholiken in Deutschland ist für Pfarrer Erich Maria Fink ein eindeutiges Signal. Franziskus habe die deutschen Bischöfe nicht einfach ermutigt, den eingeschlagenen „synodalen Weg“ fortzusetzen, wie es vielfach dargestellt werde. In Wirklichkeit habe Rom mit höchster kirchlicher Autorität gleichsam die Notbremse gezogen. Denn der Papst sehe die Gefahr, dass unter dem Vorzeichen von „Synodalität“ nationale Alleingänge durchgesetzt werden, die zu Spaltungen führen könnten. Die aufgetretenen Probleme würden dadurch nicht überwunden, sondern im Gegenteil noch verstärkt. Weder die Abschaffung des Zölibats, noch eine Aufweichung der kirchlichen Sexualmoral könnten die Kirche in Deutschland aus ihrer Krise herausführen, sondern nur eine „pastorale Bekehrung“. Dabei geht Pfarrer Fink der Frage nach, was Papst Franziskus unter „Synodalität“ versteht und welche Hilfe er mit seinem Brief der Kirche in Deutschland anbietet. weiter...

 

„Wenn Gott sein Haus saniert“

Vom 7. bis 9. Oktober 2019 findet in Fulda eine Divine Renovation Konferenz statt. Die Tagung richtet sich an alle, denen die Erneuerung ihrer Gemeinden ein Herzensanliegen ist. Veranstalter ist Alpha Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadtpfarrkirche Fulda. weiter...

 

„Christus erneuert uns und die Welt“

Der Kongress „Adoratio“ wird zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum organisiert und vom 15. bis 17. November 2019 in der St. Anna Basilika und im Kultur+Kongress Forum in Altötting stattfinden. „Adoratio“ widmet sich der an einigen Orten wieder aufblühenden Tradition der eucharistischen Anbetung und deren Auswirkungen auf das Leben und den Glauben der Menschen. weiter...

 

„Zehn-Punkte-Programm“ für einen katholischen Aufbruch

Kirche der Neuevangelisierung

Von George Weigel

Prof. George Weigel ist leitender Wissenschaftler des „Ethics and Public Policy Center“ in Washington. Als Autor hat er einen enormen Einfluss auf das gesellschaftliche und kirchliche Leben in den USA. Ihm wurden neben anderen Auszeichnungen 18 Ehrendoktorwürden verliehen. Er ist ein großer Verehrer des hl. Papstes Johannes Paul II. und mit seinem Denken bestens vertraut. Bekannt sind seine „Tertio Millennio-Seminare“, die er jeden Sommer zusammen mit anderen katholischen Intellektuellen aus den USA und Europa in Krakau durchführt. Am 26. Juni 2019 hielt er in München einen Vortrag, den wir in eigener Übersetzung und mit leichten Kürzungen nachfolgend wiedergeben. George Weigel beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Erneuerung der Kirche.[1] Dabei spricht er gerne vom „evangelikalen Katholizismus“, was besser mit „evangeliumsgemäßem Katholizismus“ zu übersetzen wäre und gleichbedeutend mit der „Kirche der Neuevangelisierung“ ist. weiter...

 

Online-Petition an das Bundesfamilienministerium

Nein zum „Regenbogenportal“

„Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ treffen vor dem Bundesfamilienministerium auf „Mutter, Vater und Kind“ und ziehen den Kürzeren. Mit dieser kreativen Straßenaktion protestierte das „Aktionsbündnis für Ehe & Familie – DemoFürAlle“ Anfang Juli in Berlin gegen das sog. „Regenbogenportal“ des Familienministeriums. Damit untermauert „DemoFürAlle“ die Forderung der vor wenigen Wochen gestarteten Online-Petition „Familie ohne Vater-Mutter-Kinder? Niemals, Frau Familienministerin“ nach einer echten Familienpolitik statt ideologisierter Klientelpolitik. weiter...

 

Zur Treue der Kirche gegenüber ihrer Berufung

Montserrat – Berg der Erneuerungen

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Prof. Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea gehen vom Brief des Papstes „an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ aus und spannen einen Bogen zum Gnadenbild des Montserrat bei Barcelona. Die Entdeckungen, die sie auf dem Hintergrund der Geschichte des Marienheiligtums machen, sind eine einzigartige Überraschung. weiter...

 

Einladung zum „Marsch für das Leben“ am 21. September 2019 in Berlin

Selbstbestimmung von Mutter und Kind

Von Alexandra Maria Linder

Am Samstag, den 21. September 2019, findet in Berlin wieder der „Marsch für das Leben“ statt. Er beginnt um 13:00 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Reichstag in Berlin (Platz der Republik, 10557 Berlin) und führt von da aus etwa fünf Kilometer lang (barrierefrei) durch die Stadt. Im Anschluss findet ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Die Veranstaltung endet gegen 17:30 Uhr. Eine Anmeldung zum „Marsch für das Leben“ ist nicht erforderlich. Alexandra Maria Linder, die Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL) e.V., legt im nachfolgenden Beitrag ein flammendes Zeugnis für den Lebensschutz ab und erklärt, warum die Teilnahme für jeden, der irgendwie kann, ein Muss darstellt. weiter...

 

Regime schließt kirchliche Kliniken und befeuert damit Fluchtursachen

Für Eritreas Kirche ist Aufgeben keine Option

Von Tobias Lehner

 „Der Kirche die Möglichkeit zur Nächstenliebe zu nehmen, ist, als ob man ihr einen Arm amputieren würde.“ So kommentiert der Priester Mussie Zerai gegenüber „Kirche in Not“ die neue Eskalation in seinem Heimatland Eritrea. Tobias Lehner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit beim Hilfswerk „Kirche in Not“, berichtet vom brutalen Vorgehen der Regierung, welches darauf abziele, der katholischen Kirche alle Dienste im Bereich Bildung und Gesundheit zu entziehen. weiter...

 

Beim Ruhegebet achtet die Seele auf „nichts anderes als auf Gott allein“

Eine unbekannte Seite des hl. Padre Pio

Von Peter Dyckhoff

Durch die Zeitschrift „Die Stimme Padre Pios“ erfuhr Dr. Peter Dyckhoff, dass Pater Pio von Pietrelcino (1887-1968) das Ruhegebet betete, was durch viele seiner Briefe belegt ist. Aus der Zeit von 1910 bis 1922 stehen uns 336 Briefe zur Verfügung, die Pater Pio an seine geistlichen Begleiter schrieb. Hinzu kommen noch 56 weitere Briefe. Dyckhoff zitiert die Stellen, die das Ruhegebet widerspiegeln, und kommentiert sie.[2] In einem Brief vom 9. Februar 1914 schreibt Pater Pio: „Was die Seele in diesem Zustand empfängt, das empfängt sie auf eine ganz andere Weise als früher. Jetzt ist es Gott selbst, der unmittelbar im Zentrum der Seele handelt und wirkt, ohne die Mithilfe der inneren oder äußeren Sinne.“ weiter...


[1] George Weigel: Die Erneuerung der Kirche – Tiefgreifende Reform im 21. Jahrhundert, geb., 416 S., ISBN 978-3-9454011-2-5, Euro 24,95 (D), 25,65 (A), Tel.: 07303-952331-0; Fax: 07303-952331-5; Mail: buch @media-maria.de – Website: www.media-maria.de
[2] Peter Dyckhoff: Pater Pio und das Ruhegebet, geb. mit Lesebändchen, 208 S., 10,00 Euro (D), ISBN: 978-3-86357-238-9 – Telefon: 07563 608 998-0 – Fax: 07563 608 998-9, Mail: info@fe-medien.de – www.fe-medien.de