Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Oktober 2019

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Papst Franziskus nimmt immer wieder Bezug auf seinen Vorgänger Paul VI., den er als prophetische Gestalt verehrt. Ihn hat er am 19. Oktober 2014 selig- und am 14. Oktober 2018 heiliggesprochen. Was schätzt Franziskus an ihm so sehr?

„Voller Staunen habe ich diese Briefe Pauls VI. gelesen. … Angesichts einer in schwindelerregender Veränderung begriffenen Gesellschaft hat sich Paul VI. seiner Verantwortung nicht entzogen.“ Mit diesen Worten kommentierte Papst Franziskus eine Sammlung von Dokumenten, die ihm im Zusammenhang mit dem Selig- und Heiligsprechungsverfahren vorgelegt worden war.

Paul VI. war der „Konzilspapst“ schlechthin. Als er 1963 zum Papst gewählt wurde, waren noch keine Beschlüsse gefasst. Unter seiner Verantwortung reiften die Dokumente heran, die er schließlich in Kraft setzte. Mit großer Weitsicht stellte er sich der Aufgabe, die Konzilsbeschlüsse in den verschiedensten Bereichen des kirchlichen Lebens umzusetzen. Kaum ein Papst hatte je zuvor in der Geschichte der Kirche eine so umfassende Reform durchgeführt wie er. Im Rückblick strahlt seine Größe immer deutlicher auf. Denn zu Lebzeiten war er verkannt, ja von den unterschiedlichsten Kreisen verhöhnt und verachtet, nicht zuletzt wegen „Humanae vitae“ und „Persona humana“, Dokumente, in denen es um die Sexual- und Ehemoral geht. In unerschütterlicher Treue zum „depositum fidei“, dem überlieferten Glaubensschatz der Kirche, wagte er sich auf die stürmische See der modernen Welt hinaus. Obwohl er zwischen den Mühlsteinen extremer Lager in der Kirche wie der Bewegung von Erzbischof Marcel Lefebvre oder den Vorstößen der holländischen Bischöfe fast aufgerieben wurde, hielt er an seinem missionarischen Konzept fest.

Und dieses Gespür für die Erfordernisse der modernen Gesellschaft, in der alles in Bewegung geraten war, man denke nur an die 68er Revolte, seine Bereitschaft, auf die Menschen zu hören und zu spüren, was sie bewegt, sein Bemühen, die Zeichen der Zeit zu erkennen und die Evangelisierung an den neuen Möglichkeiten auszurichten, eben das nimmt sich Papst Franziskus zum Vorbild. Wer sich das Erbe des Pontifikats Pauls VI. genauer ansieht, seine richtungsweisenden Enzykliken, die letztlich alle in einem Bezug zum Zweiten Vatikanischen Konzil stehen, seine apostolischen Schreiben, aber besonders auch seine Ansprachen bei den Generalaudienzen, der kann atemberaubende Entdeckungen machen.

2018 erschien ein Buch von Leonardo Sapienza, das der Patmos Verlag noch im selben Jahr auch auf Deutsch herausbrachte. Es trägt den Titel: „Papst Paul VI. – Segeln im Gegenwind. Dokumente eines bewegten Pontifikats“. Dieses aufschlussreiche Werk hat uns angeregt, als Titelbeitrag für diese Ausgabe zwei Ansprachen des hl. Papstes Paul VI. auszuwählen, nämlich aus den Jahren 1969 und 1974.

Sie sind eine wunderbare Antwort auf das Ringen um den „Synodalen Weg“, den die deutschen Bischöfe eingeschlagen haben. Einerseits ermutigen sie dazu, sich ehrlich über die Zukunft der Kirche Gedanken zu machen, andererseits aber zeigen sie klar die Gefahren und Grenzen von Reformen auf, damit sie am Ende nicht genau das Gegenteil bewirken und zerstörerische Kräfte heraufbeschwören. Es sind prophetische Worte von überraschender Aktualität, die wir uns zu Herzen nehmen sollten.

Liebe Leser, wir bitten Sie aufrichtig um eine großherzige Unterstützung, damit wir unser Apostolat fortsetzen können (IBAN: DE84 7106 1009 0000 0222 84; GENODEF1AOE). Schon jetzt danken wir Ihnen von Herzen und wünschen Ihnen zum Rosenkranz-Monat auf die Fürsprache Mariens Gottes reichsten Segen.


Prophetische Worte Pauls VI. für unsere Zeit

Was die Kirche braucht

Von Papst Paul VI.

Die Ansprachen, die Papst Paul VI. bei den wöchentlichen Generalaudienzen gehalten hat, sind einzigartige Zeugnisse seines Pontifikats. Denn er bot den Gläubigen nicht nur katechetische Ausführungen dar, sondern ließ sie an seinem persönlichen Ringen um den richtigen Weg der Kirche in die Zukunft teilhaben. Er gab Einblick in die aktuellen Vorgänge, in seine Leiden und Kämpfe, in seine Ideen und Pläne. Am 21. Januar 1976 beispielsweise kam er auf das „unverschämte und frevelhafte Eindringen einer lärmenden Menschengruppe in den Mailänder Dom“ zu sprechen und fuhr fort: „Warum diese unerhörte und erbärmliche Kundgebung? Angeblich, weil die Kirche gegen die Abtreibung ist, weil die Kirche ihre Haltung zur Sexualmoral neuerlich bekräftigt hat.“ In den beiden nachfolgenden Ansprachen, die er im Abstand von fünf Jahren gehalten hat, nämlich am 17. September 1969 und am 6. November 1974, begann er jeweils mit derselben Frage: Was braucht die Kirche? Seine Überlegungen und Appelle sind höchst aktuell. weiter...


Ich habe den Glauben bewahrt

Von Papst Paul VI.

Am 6. August 1978 ist Papst Paul VI. an den Folgen eines schweren Herzinfarktes gestorben. Noch am 29. Juni hatte er zum 15. Jahrestag seiner Papstkrönung eine Predigt gehalten, in der er auf sein gesamtes Pontifikat zurückblickte. Ein Auszug aus seiner Homilie. weiter...


Zum prophetischen Aufruf des hl. Papstes Paul VI.

Die notwendige Erneuerung

Von Erich Maria Fink

Die katholische Kirche in Deutschland steht an einem Wendepunkt. So tönt es von allen Seiten. Auf einem sog. „Synodalen Weg“ wollen Bischöfe und Laien gemeinsam in eine neue Zukunft aufbrechen. Aus Rom haben sie inzwischen deutliche Signale zur richtigen Weichenstellung erhalten. Pfarrer Erich Maria Fink versucht den jüngsten Brief der Bischofskongregation auszuwerten und vergleicht die Situation mit den stürmischen Ereignissen während des Pontifikats Pauls VI., der uns mit seinen prophetischen Mahnworten gerade heute Orientierung geben könne. weiter...


Feier der Seligsprechung von Pallottinerpater Richard Henkes

Märtyrer der Nächstenliebe aus Liebe zu Christus

Von Kurt Kardinal Koch

Die Seligsprechung des Pallottinerpaters Richard Henkes am 15. September 2019 durch Kurt Kardinal Koch im Hohen Dom zu Limburg ist ein großes Geschenk für die Kirche in Deutschland. Ähnlich wie bei P. Maximilian Kolbe gab es Diskussionen um die Anerkennung seines Todes als Martyrium. Kolbe war von Papst Paul VI. 1971 seliggesprochen und bereits als „Märtyrer der Liebe“ bezeichnet worden. Doch hatte er offiziell nur den Titel „Bekenner“ erhalten. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm schließlich gegen die Bedenken der zuständigen Kongregation den Titel „Märtyrer“. Bei der Heiligsprechung am 10. Oktober 1982 widmete er seine ganze Predigt der Rechtfertigung dieses Titels und erklärte am Ende: „Und deshalb habe ich kraft meiner apostolischen Autorität verfügt, dass Maximilian Maria Kolbe, der im Gefolge der Seligsprechung als Bekenner verehrt wurde, von nun an ‚auch als Märtyrer‘ verehrt werde!“ Eine solche Entscheidung traf Papst Franziskus auch für P. Henkes SAC. Kardinal Koch entfaltete in seiner bewegenden Predigt die Bedeutung des Märtyrer-Titels für den neuen Seligen. weiter...


Delegation des Fernsehsenders bei Papst Franziskus

K-TV feiert 20-Jahr-Jubiläum

Von Thomas Maria Rimmel

Der katholische Fernsehsender K-TV (Kephas-Fernsehen), der von dem Schweizer Pfarrer Hans Buschor (1933-2017) gegründet wurde, ging am 11. September 1999 erstmals auf Sendung. Zu seinem 20-jährigen Jubiläum organisierte der Sender eine Wallfahrt nach Rom. Geistlicher Assistent der Medieninitiative ist Pfr. Dr. Thomas Maria Rimmel, der zusammen mit Pfr. Paul Schuler und Pfr. Werner Maria Hess für die inhaltliche Ausrichtung verantwortlich ist. weiter...


Generalvikar des Papstes: „Ich bringe euch den Segen des Heiligen Vaters!“

30. Jugendfestival in Medjugorje

Von Christian Stelzer

Jeden Sommer findet in Medjugorje ein internationales Jugendfestival, das sog. „Mladifest“, statt, an dem Tausende von jungen Menschen teilnehmen. Das 30. Internationale Gebetstreffen der Jugend in Medjugorje endete am 6. August 2019 um fünf Uhr früh mit einer Heiligen Messe auf dem Kreuzberg. An die 50.000 Jugendliche und 800 Priester aus 80 Ländern hatten fünf Tage lang mit Gesang, Tanz und Rosenkranz, mit Eucharistiefeier und Anbetung das Bild von Medjugorje geprägt. Über Radio, Fernsehen und Internet erreichte das diesjährige Mladifest weltweit ein Millionenpublikum – insgesamt wurden allein auf dem Online-Livestream bis zum Ende des Jugendfestivals 11.482.500 zuordenbare IP-Adressen verzeichnet. Dr. Christian Stelzer bietet einen eindrucksvollen Rückblick, indem er Teilnehmer, vor allem auch Bischöfe, zu Wort kommen lässt. weiter...


Serbisches Heiligtum unter dem Zeichen „Maria – Mutter Europas“

Auf den Spuren der Donauschwaben

Von Notker Hiegl OSB

Pater Notker Hiegl OSB, der Gründer der Gebetsgemeinschaft „Maria – Mutter Europas“, wählte als weiteren Stern für seine europaweite Partnerschaft ein Heiligtum in seiner angestammten Heimat. Im Rahmen einer Donauwallfahrt in der Woche nach Pfingsten dieses Jahres wurde das serbische Doroslo feierlich in die Partnerschaft aufgenommen. Damit ist für ihn in seiner „Initiative zur Erhaltung des Christentums in Europa ein weiterer Meilenstein geschafft“. weiter...


Mit Hiob über Striets Gottesbegriff nachdenken

Wie groß darf Gott sein?

Von Engelbert Recktenwald

Der Freiburger Fundamentaltheologe Professor Dr. Magnus Striet (geb. 1964) veröffentlichte 2018 das Buch „Ernstfall Freiheit. Arbeiten an der ‚Schleifung der Bastionen‘“. Damit reagierte er auf die 2017 erschienene „Streitschrift“ des emeritierten Bonner Dogmatikprofessors Dr. Karl-Heinz Menke (geb. 1950) mit dem Titel „Macht die Wahrheit frei oder die Freiheit wahr?“ Menke wendet sich gegen die Forderung, Freiheit und Autonomie des Menschen müsse als oberstes Gesetz geachtet werden. Demgegenüber zeigt er auf, dass sich Wahrheit und Freiheit nicht widersprechen. Man muss die beiden Werke nicht gelesen haben, um aus dem tiefgründigen Kommentar von P. Engelbert Recktenwald FSSP Gewinn zu ziehen und wertvolle Anregungen zu erhalten. weiter...


Neues vom Turiner Grabtuch wirft ein Licht auf den mystischen Leib Christi

Die gegenwärtige Passion der Kirche

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Als Physiker hat Professor Dr. Wolfgang Koch eine Publikation der Oxforder Universität vom 22. März 2019 mit besonderem Interesse aufgenommen. In ihr wird dokumentiert, dass die naturwissenschaftliche Untersuchung, die 1989 am Turiner Grabtuch durgeführt worden ist, schwere handwerkliche Fehler aufweist. Damals war behauptet worden, nach der C14-Methode könne das Tuch zweifelsfrei ins Mittelalter datiert werden. Nun verlangen namhafte Wissenschaftler neue Analysen und Studien. Dorothea und Wolfgang Koch nehmen diese Neuheit zum Anlass, nach dem mystischen, eucharistischen und zeitlichen Leib des Herrn zu fragen. Die gegenwärtige Passion der Kirche, des geheimnisvollen Leibes Christi, sehen sie im Licht des Leidens, durch das bis heute Erlösung geschieht. weiter...


Weg der Begegnung der Seele mit Gott nach dem hl. Franz von Sales

Welche Rolle spielt der Wille?

Von Anna Roth

Anna Roth, Theologin und Autorin, gibt einen kurzen Überblick, wie der hl. Franz von Sales das Zusammenspiel der verschiedenen Seelenkräfte sieht. Es geht dabei nicht um philosophische Spitzfindigkeiten, sondern um die Grundlage des Christseins. Als einer der größten Seelenführer in der neueren Kirchengeschichte ist Franz von Sales der Frage nachgegangen: Was ist das Wesen des Willens? Wie entscheidend ist die Erkenntnis und Annahme der Wahrheit? Wie findet die Seele zur Liebesvereinigung mit Gott? Auf der Grundlage dieser Zusammenhänge hat er seine Mitmenschen zur Heiligkeit geführt. weiter...


Eröffnung des Seligsprechungsprozesses für Léonie Martin auf Diözesanebene

Vom Problemkind zur Hoffnungsträgerin

Von Klaus-Peter Vosen

Léonie Martin (1863-1941) ist eine der älteren Schwestern der hl. Theresia von Lisieux. Léonie war in vielfacher Hinsicht ein Kind, das seinen Eltern Sorge bereitete. Sie war in ihrer Entwicklung verlangsamt, oftmals krank und eine schlechte Schülerin. Ihr Charakter war in ihrer frühen Jugend eigenwillig. Sie war bockig und unbeständig. Man musste sich ernstlich fragen, was aus Léonie werden sollte. Ihre Eltern und Schwestern haben damals viel für sie gebetet. Dreimal machte Léonie vergebliche Versuche des Ordenslebens. Endlich, nachdem ihre Schwester Theresia 1897 in den Himmel gegangen war, kam der große Umschwung – durch Gottes Gnade und durch konsequente Fortschritte Léonies auf dem „Kleinen Weg“. Aus dem Problemkind wurde eine echte Hoffnungsträgerin. Am 2. Juli 2015 konnte Bischof Jean-Claude Boulanger von Bayeux-Lisieux, der zuständige Oberhirte, offiziell den Seligsprechungsprozess für Léonie Martin, Schwester Franziska-Theresia, einleiten und ihr den Titel „Dienerin Gottes“ verleihen. Nachfolgend ein Auszug aus dem Buch.[1] weiter...


[1] Klaus-Peter Vosen: Léonie Martin – Vom Problemkind zur Hoffnungsträgerin, geb., 128 S., 13,95 Euro (D), 14,40 Euro (A), ISBN: 978-3-9479311-1-8 – Bestell-Telefon: 07303-952331-0, Fax: 07303-952331-5, Mail: buch @media-maria.de – www.media-maria.de