Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
Die vollständige Ausgabe können Sie hier bestellen.

November 2019

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Unser Titelthema lautet: „Die ausgestreckte Hand der Russisch-Orthodoxen Kirche“. Den Anstoß dazu hat ein Interview mit Metropolit Hilarion, dem Außenamtsleiter des Moskauer Patriarchats, gegeben. Neben dem Patriarchen gilt er als zweitwichtigster Amtsträger der Russisch-Orthodoxen Kirche. Wir freuen uns, dieses exklusive Interview in voller Länge wiedergeben zu dürfen. Allein schon die Aussagen, die sich darin finden, können als ausgestreckte Hand des Moskauer Patriarchats in Richtung katholischer Kirche verstanden werden. Doch geht es uns mit diesem Leitartikel um mehr.

Der Dialog mit der Ostkirche zeigt, dass wir alle vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Es geht um die Frage der Zukunft des christlichen Glaubens. Die Jugend, die im digitalen Zeitalter aufwächst, stellt die Kirche im Westen wie im Osten vor eine gewaltige Aufgabe. Wie können wir heute unseren Kindern die Botschaft Jesu Christi noch glaubwürdig bezeugen und die junge Generation wieder für ein Leben aus den Sakramenten gewinnen? Dieser brennenden Frage hat sich nicht nur eine Bischofssynode in Rom gewidmet, mit ihr beschäftigt sich, wie man sieht, auch das Moskauer Patriarchat. Und dort ist man im Blick auf die katholische Kirche überzeugt: „Wir können viel voneinander lernen!“

Die umfangreichen Beiträge, die wir zum Thema ausgewählt haben, sind also in erster Linie nicht als Aufruf zum ökumenischen Gespräch mit der orthodoxen Kirche gedacht, sondern als Zusammenstellung von Zeugnissen, die auf ganz unterschiedliche Weise Impulse zur Neuevangelisierung enthalten. Selbst wenn das Thema Russland für jemanden keine Priorität besitzt, kann er in den Artikeln hilfreiche Anregungen für das persönliche Leben oder die pastorale Arbeit finden.

Gleichzeitig aber ist es natürlich eine ökumenische Sensation, dass Metropolit Hilarion dem Fernsehsender K-TV ein Interview gewährt und ihm alle Türen für weitere Aufnahmen in Kirchen und Klöstern der Russisch-Orthodoxen Kirche geöffnet hat. Hilarion, der 1995 an der Universität Oxford promoviert wurde und sich 2005 an der Universität Fribourg habilitierte, war Bischof von Sorouzh in Großbritannien sowie von Wien und Österreich. Er vertritt die Russisch-Orthodoxe Kirche bei den Europäischen Institutionen in Brüssel und pflegt intensive Kontakte mit dem Vatikan. Den Westen mit seinen kirchlichen Traditionen kennt er wie kaum ein anderer und gilt in Russland bei vielen als „geheimer Katholik“. Seine Aufgeschlossenheit, die er wieder einmal unter Beweis gestellt hat, ist ein Zeichen der Hoffnung, bedeutet aber auch eine besondere Verpflichtung auf katholischer Seite.

Veranschaulicht werden seine Aussagen mit der eindrücklichen Geschichte der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau. Ein interessantes Pendant zu den Ausführungen des orthodoxen Metropoliten ist das Interview mit dem katholischen Erzbischof von Moskau, Paul Pezzi. Eine spannende Ergänzung findet dieser Bogen im Zeugnis des katholischen Pfarrers von Wladimir, Sergej Sujew, der aus der orthodoxen Kirche kommt und mit ihr tief verbunden geblieben ist.

Liebe Leser, zu einem ausgeglichenen Ergebnis brauchen wir bis zum Jahresende noch 18.000 Euro. Wie jedes Jahr wenden wir uns deshalb mit einem flammenden Spendenaufruf an Sie und vertrauen auf Ihre Großherzigkeit, damit wir unser Apostolat weiterführen können (IBAN: DE84710610090000022284; GENO DEF1AOE). Wir dürfen spüren, dass unser Einsatz dankbar aufgenommen wird und in dieser aufgewühlten Zeit vielen Lesern Orientierung gibt. Dafür danken wir Gott und bitten Ihn auf die Fürsprache unserer himmlischen Mutter Maria um seinen Segen für Sie und unser Apostolat.


Die ausgestreckte Hand der Russisch-Orthodoxen Kirche

Wir können viel voneinander lernen

Interview mit Metropolit Hilarion

Unter dem Titel „Licht aus dem Osten“ plant der katholische Fernsehsender K-TV eine Dokumentationsreihe über Russland. Im Rahmen dieses Projekts führte Dr. Thomas Maria Rimmel, der Geistliche Assistent des Senders, am 15. Juli 2019 in Moskau ein Interview mit dem russisch-orthodoxen Metropoliten Hilarion Alfejew (geb. 1966). Seit 2009 ist er Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats und hat damit neben Patriarch Kyrill I. das wichtigste Amt in der russischen Kirche inne. Er steht der geplanten Sendereihe positiv gegenüber und hat dem Fernsehteam alle wichtigen Türen für Aufnahmen und Gespräche geöffnet. Auch war er selbst bereit, in seinem Amtssitz ein Interview zu geben. Auf die Fragen antwortete er in freier Rede und brachte seine Wertschätzung gegenüber der katholische Kirche zum Ausdruck. Beide Kirchen sieht er auf einem Weg zur Einheit. Angesichts der zunehmenden Säkularisierung hält er die Intensivierung der Zusammenarbeit für eine vordringliche Aufgabe. Aus Hochachtung geben wir das Interview ohne jede Kürzung wieder. Die Aussagen über den Kleriker-Zölibat sollen informieren und wollen nicht als Plädoyer für dessen Abschaffung im Rahmen der Amazonas-Synode vom 6. bis 27. Oktober 2019 verstanden werden. weiter...


Die unglaubliche Geschichte der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau

Symbol der geistigen Auferstehung Russlands

Von Erich Maria Fink

Die Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau spiegelt auf einzigartige Weise das wechselhafte Drama wider, das Russland in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten durchlebt hat. Die Geschichte des Gotteshauses lässt eindrücklich die unterschiedlichen Epochen der russischen Nation aufleuchten, und zwar vom Zarentum mit seiner staatlichen Vereinnahmung der Russisch-Orthodoxen Kirche über die Christenverfolgung unter der Herrschaft des atheistischen Sozialismus bis hin zum Neuaufbruch des kirchlichen Lebens nach der Perestroika. Die Kathedrale gilt als wichtigstes Symbol für die geistige Auferstehung Russlands in der heutigen Zeit. weiter...


Gleicht Euch nicht dieser Welt an!

Ohne Erneuerung keine Zukunft

Interview mit Erzbischof Paul Pezzi

Erzbischof Paolo (Paul) Pezzi FSCB (geb. 1960) gehört der Priesterbruderschaft der Missionare des heiligen Karl Borromäus an, die 1985 von Pater Massimo Camisasca als apostolische Ordensgemeinschaft gegründet wurde und heute etwa 130 Mitglieder zählt. Pezzi stammt bezeichnenderweise aus dem Dorf Russi in der italienischen Region Emilia-Romagna. 1993 wurde er von seiner Ordensgemeinschaft denn auch zu einem missionarischen Einsatz nach Russland entsandt. Von 1998 bis 2005 war er Generalvikar seiner Priesterbruderschaft und zugleich Leiter der Bewegung Comunione e Liberazione für Russland. Ab 2004 war er am katholischen Priesterseminar in Sankt Petersburg tätig, bis er 2007 zum Erzbischof der Erzdiözese der Mutter Gottes von Moskau ernannt wurde. Im Interview, das er K-TV am 11. Juli 2019 gewährte, ging er besonders auf die Situation der katholischen Kirche in Russland und die Beziehungen zur Russisch-Orthodoxen Kirche ein. weiter...


Zeugnis des katholischen Pfarrers von Wladimir

Im Dienst an der Einheit

Von Sergej Sujew

Sergej Sujew ist katholischer Priester der Erzdiözese der Mutter Gottes von Moskau. Er wurde am 15. März 1969 in der Stadt Leningrad geboren, hat seine Schulausbildung also noch zur Sowjetzeit erhalten. Beruflich war er Vollblut-Musiker mit Hochschulabschluss, bevor er seine Berufung erkannte und 1995 ins katholische Priesterseminar in St. Petersburg eintrat. Erst wenige Jahre zuvor hatte er die katholische Kirche kennengelernt, nachdem er mit zwölf Jahren in der Russisch-Orthodoxen Kirche getauft worden war. Die Priesterweihe empfing er am 10. Juni 2001 und war anschließend in Petrosawodsk und Kaliningrad eingesetzt. Seit 2004 ist er Pfarrer der katholischen Gemeinde in Wladimir mit der Kirche vom „Heiligen Rosenkranz der allerseligsten Jungfrau Maria“, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Sujew versteht sich als Brücke zwischen Ost- und Westkirche. In nachfolgendem Zeugnis, das er in freier Rede abgelegt hat, wird sein leidenschaftlicher Einsatz für die Einheit deutlich. weiter...


Solschenizyn zur Vergötzung der Freiheit

Appell an das Abendland

Von Robert Kardinal Sarah

Robert Kardinal Sarah ist für die Kirche ein großes Geschenk, eine Lichtgestalt in den Wirren der heutigen Zeit. Er kann verunsicherten Gläubigen und Priestern wirklich Orientierung geben. Was er sagt, ist nicht das Ergebnis intellektueller Gedankenspiele oder kirchenpolitischer Manöver, sondern kraftvoller Ausdruck seiner Gottesbeziehung. Es kommt aus der Tiefe eines gläubigen Herzens, das für Jesus Christus brennt und bereit ist, sich für die Erneuerung der Kirche und die Rettung der Welt in die Waagschale zu werfen. Nun brachte er neues Buch heraus, das wieder im Gespräch mit Nicolas Diat entstanden ist.[1] Zu Beginn schreibt Sarah: „Auf den folgenden Seiten biete ich Euch heute das Herzstück meines Lebens an: den Glauben an Gott.“ Unter dem Titel „Herr, bleibe bei uns! Denn es will Abend werden“ liegt das ursprünglich auf Französisch erschienene Buch jetzt auch auf Deutsch vor. Ein Auszug. weiter...


Etwas wird nicht jemand!

Von Bischof Stefan Oster SDB

Mit einem neuen Rekord von 8000 Teilnehmern fand am Samstag, 21. September 2019, in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt. Besonders ermutigend war die Anwesenheit der fünf Bischöfe Ipolt (Görlitz), Voderholzer (Regensburg), Oster (Passau), Wörner (Augsburg) und Heinrich (Berlin). Aus dem Redebeitrag von Bischof Oster auf der Kundgebung: weiter...


Radio Horeb sendet im Geiste Johannes Pauls II.

Das Licht weitergeben

Von Richard Kocher

Das Pontifikat Johannes Pauls II. war das zweitlängste in der Geschichte der Kirche. Es hatte zu tiefgreifenden Veränderungen in Kirche und Welt geführt. Die Historiker bestätigen, dass der Papst aus Polen maßgeblich am Zusammenbruch des kommunistischen Regimes in Osteuropa beteiligt war. Er hatte eine glaubensstarke Vision der Hoffnung, die ihn dynamisch in die Zukunft gehen ließ. Gleich in seiner ersten Predigt am 22. Oktober 1978 rief er der Welt zu: „Fürchtet euch nicht! Öffnet die Tore für Christus!“ An diesem heiligen Papst orientiert sich Radio Horeb in seinem Dienst an der Verkündigung des christlichen Glaubens. weiter...


Seit 15 Jahren berichtet „Kirche in Not“ Deutschland in Radio und Fernsehen über Notlagen der Weltkirche

„Wir wollen Stimme der Stimmlosen sein“

Von Volker Niggewöhner

Der deutsche Zweig des weltweiten katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ feiert ein kleines Jubiläum: Vor 15 Jahren starteten die TV-Reihen „Spirit“ und „Weitblick“ auf den christlichen Fernsehsendern Bibel TV, EWTN und K-TV. In im TV-Studio in München-Harlaching produzierten Talk-Formaten informiert das Hilfswerk über die Weltkirche und gibt Impulse für ein christliches Leben. weiter...


„Der Islam ist ein bedeutender Faktor im aktuellen Weltgeschehen“

Herausforderung für uns Christen

Von James V. Schall SJ

Pater James Vincent Schall SJ (geb. 1928) ist am 17. April 2019 gestorben. Sein Buch „Der Islam – Friedensreligion oder Gefahr für die Welt?"[2] ist ein wertvolles Vermächtnis. Als renommierter politischer Philosoph analysierte er den fortdauernden Konflikt zwischen dem Islamismus und dem Westen. Seine ehrliche Auseinandersetzung mit diesem religiös-politischen Phänomen führte nicht zu unchristlichen Reaktionen. Er wollte weder Panik schüren, noch „islamfeindliche“ Gefühle wecken. Doch war er alles andere als blauäugig, was den Terror und die Massenmorde im Namen des Islam betrifft. Er arbeitete zwei Linien heraus: Innerhalb der islamischen Welt gelten Frieden und gegenseitige Unterstützung. Zugleich sollen alle Andersgläubigen bekämpft werden, bis die ganze Welt Allah unterworfen ist. Wie gehen wir mit dieser politischen und kulturellen Tatsache um? Pater Schall versucht eine Antwort zu geben. Im Folgenden die Einleitung und das erste Kapitel seines Buches. weiter...


Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen „legalisiert“

Frucht des Dialogs

„Die islamische Kultur der ägyptischen Gesellschaft führt zur Diskriminierung von Christen und schafft zudem ein Umfeld, in dem der Staat zurückhaltend ist, die Grundrechte von Christen anzuerkennen und durchzusetzen“, so heißt es im jüngsten Bericht von Open Doors. Umso bemerkenswerter ist die Meldung von Vatican News, ein 2016 beschlossenes Gesetz habe den restriktiven „Zehn Regeln“ für Kirchenbauten oder Kirchenrenovierungen aus den 1930er Jahren ein Ende gemacht. Der Dialog von Papst Franziskus mit der Al-Azhar-Universität von Kairo scheint Frucht zu bringen. weiter...


[1] Robert Kardinal Sarah / Nicolas Diat: Herr bleibe bei uns! Denn es will Abend werden, 440 S., Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-86357-242-6, Euro 19,80 – Bestell-Tel.: 07563-608998-0, Fax: 07563-608998-9, Mail: info@fe-medien.de – www.fe-medien.de
[2] James V. Schall SJ: Der Islam – Friedensreligion oder Gefahr für die Welt?, Broschur, 272 S., 19,95 Euro (D), 20,50 Euro (A), ISBN: 978-3-9479310-2-6 – Bestell-Telefon: 07303-952331-0, Fax: 07303-952331-5, Mail: buch @media-maria.de – www.media-maria.de