Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Dezember 2019

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Vom 6. bis 27. Oktober 2019 fand in Rom die Amazonas-Synode statt. Das genaue Thema lautete: „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. Am Ende wurde ein Abschlussdokument verabschiedet, das bislang leider nur in spanischer Sprache vorliegt. Doch ist es für den Papst lediglich eine Empfehlung. Darauf aufbauend wird er ein Nachsynodales Schreiben ausarbeiten, das dann verbindlichen Charakter hat. Papst Franziskus kündigte an, dieses Schreiben noch im Lauf dieses Jahres zu veröffentlichen.

Die sog. „Bischofssynode“ ist seit 1965 zu einem wichtigen Instrument der Weltkirche geworden. Sie untersteht unmittelbar dem Papst und berät ihn in wichtigen Fragen. Neben den Ordentlichen und Außerordentlichen Generalversammlungen der Bischofssynode gibt es sog. „Sonderversammlungen“, die lokal begrenzt sind und jeweils ein bestimmtes Territorium der Weltkirche betreffen. Bisher wurden elf solche Sondersynoden durchgeführt, und zwar für Holland, zwei für Europa, zwei für Afrika, für den Libanon, für Amerika, für Asien, für Ozeanien, für den Mittleren Osten und nun für die Amazonasregion.

Die Sonderversammlungen hatten nie großes Aufsehen erregt. Spektakuläre Entscheidungen wurden nicht erwartet. Doch die Amazonas-Synode verursachte schon im Vorfeld heftigen Wirbel. Entsprechend selektiv fielen die Wahrnehmung und die Berichterstattung in den weltlichen wie kirchlichen Medien aus. Man war nur noch auf Themen wie Abschaffung des Zölibats oder Diakonat der Frau fixiert. Dazu kamen die unsäglichen Diskussionen über Figuren, die einem heidnischen Götzenkult zugeordnet wurden. Es ist außerordentlich bedauerlich, dass dadurch die großen Anliegen der Synode vollkommen in den Hintergrund gedrängt und kaum vermittelt wurden.

Dabei wäre die Amazonas-Synode ein kirchengeschichtliches Ereignis von globalem Ausmaß, an dem die Weltkirche mit Geist und Herz Anteil nehmen sollte.

Wir möchten nur zwei Punkte nennen: Mehr als alle anderen Kontinente ist Südamerika in Gefahr, für die katholische Kirche buchstäblich verloren zu gehen. Papst Franziskus ist sich bewusst, dass wir uns nichts mehr vormachen dürfen und die Zeit zum Handeln gekommen ist. Die größte Zahl der Christen, die in den südamerikanischen Ländern ihren Glauben aktiv leben, gehört bereits evangelischen Freikirchen an. Der Papst bringt immer wieder seine Hochachtung für die freikirchliche Mission zum Ausdruck, hebt aber mit allem Nachdruck hervor, dass die katholische Kirche den Menschen unersetzbare Gnadenschätze anzubieten hat und die unveräußerliche Verantwortung für die sichtbare Einheit aller Christen trägt.

Der zweite Punkt betrifft die Ökologie. Es ist ein historisches Zusammentreffen, dass sich die katholische Kirche mit Amazonien beschäftigt, während sich die Welt im Klima-Aktivismus überschlägt. Papst Franziskus hat in seiner prophetischen Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ wunderbar entfaltet, warum die Bewahrung der Schöpfung zur ureigenen Aufgabe eines Christen gehört. Die Stunde der Kirche hat geschlagen, um der drohenden Diktatur einer falschen Natur-Ideologie ein ernsthaftes Zeugnis entgegenzustellen.

Liebe Leser, wir wünschen Ihnen von Herzen eine gnadenreiche Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Gott, der aus Maria Fleisch angenommen hat und in seine Schöpfung eingetreten ist, möge seinen himmlischen Segen über Sie ausgießen. Und denken Sie bitte auch an das „Bethlehem“ unserer Zeitschrift! Eine großherzige Weihnachtsspende kann dazu beitragen, dass wir unser Apostolat fortsetzen können. Ein aufrichtiges Vergelt’s Gott!


Aufruf Benedikts XVI. zum Schutz der natürlichen Umwelt

Eine Frage der Wahrheit und der Liebe

Von Papst Benedikt XVI.

Seit dem hl. Paul VI. haben alle Päpste zum Schutz der natürlichen Umwelt aufgerufen. Die Kirche ist zu einer prophetischen Stimme geworden, welche die Welt ständig wachzurütteln versucht hat. In ihrer Verantwortung als Hüterin des Schatzes der göttlichen Offenbarung stellte sie die Aufgabe der Menschheit heraus, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um unseren Planeten als Lebensraum auch für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Als unmittelbare Vorbereitung auf die Umwelt-Enzyklika Laudato si‘ (2015) von Papst Franziskus können die Ausführungen von Papst Benedikt XVI. zum Schutz der natürlichen Umwelt in seiner Sozial-Enzyklika Caritas in veritate – die Liebe in der Wahrheit „über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit“ vom 29. Juni 2009 betrachtet werden. Im vierten Kapitel, das die Überschrift „Entwicklung der Völker, Rechte und Pflichten, Umwelt“ trägt, fasst Benedikt prägnant und unüberhörbar die Sendung der Kirche hinsichtlich des Umweltschutzes zusammen. Gegen alle Vereinseitigungen steckt er den „Weltauftrag“ der Christen auf dem Gebiet der Bewahrung der Schöpfung genau ab. Auch der Umweltschutz bleibt an die geistliche Sendung der Kirche gebunden, geht aus dieser aber auch als Verpflichtung hervor. Nachfolgend sind die Paragraphen 48 bis 51 wiedergegeben. weiter...


Papst Franziskus in der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“

Spirituelle Impulse zum Thema Schöpfung

Von Papst Franziskus

In der Enzyklika „Laudato si‘, mi‘ Signore – Gelobt seist du, mein Herr“ finden sich nicht nur Appelle an Politik und Wirtschaft, an Kirche und Welt, sondern auch wunderbare spirituelle Impulse für den gläubigen Blick auf die Natur. Einige Perlen. weiter...


Afrika – ein ausgeplünderter Erdteil mit verschmutzter Umwelt

Die tieferen Ursachen der Umweltzerstörung

Von Robert Kardinal Sarah

Der aus Afrika stammende Robert Kardinal Sarah nimmt in seinem neuen Buch „Herr, bleibe bei uns! Denn es will Abend werden"[1] kein Blatt vor den Mund. Schonungslos deckt er die tieferen Ursachen für die zerstörerische Ausbeutung unseres Planeten auf. Einerseits betont er: „Ich bedauere, dass viele Bischöfe und Priester ihre Hauptaufgabe vernachlässigen, nämlich ihre eigene Heiligung und die Verkündigung des Evangeliums Jesu. Stattdessen engagieren sie sich für sozialpolitische Fragen wie Umwelt, Migration oder Obdachlose. Sich an diesen Diskussionen zu beteiligen, mag löblich sein. Wenn sie dabei jedoch die Evangelisierung und ihre eigene Heiligung vergessen, ist ihr Tun umsonst“ (S. 34). Andererseits aber ruft er die Kirche als ganze, also alle Christen, dazu auf, sich die Sozialenzykliken zum Thema Umwelt zu Herzen zu nehmen und sich entschieden für Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen. weiter...


Wir brauchen eine ökologische Bekehrung

Der Klimawandel und die Kirche

Von Erich Maria Fink

Der Klimawandel macht den Menschen Angst. Die Frage nach unserem Umgang mit der Natur wird immer brisanter. Doch was bedeutet das für uns Christen? Gehört das Thema Umweltschutz überhaupt zur genuinen Agenda der Kirche? Lenkt sie nicht vom Glauben an Christus ab, wenn sie alle Menschen guten Willens zu einer ökologischen Bekehrung aufruft? Pfarrer Erich Maria Fink geht auf die Sorge um den Fortbestand der natürlichen Ressourcen unseres Planeten ein. Dabei betrachtet er die höchst aktuelle Umweltproblematik im Licht der christlichen Offenbarung. In der Sprache des Glaubens geht es um die „Bewahrung der Schöpfung“. Und hier sieht Pfarrer Fink die Kirche klar in die Pflicht genommen. weiter...


Aufblick zu Gott

Von Papst Franziskus

Glanzvoller Abschluss der Enzyklika „Laudato si“.

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Bischof Stefan Oster zur Jugendpastoral in der heutigen Zeit

„Es braucht Angebote mit personalem Charakter“

Interview mit Bischof Stefan Oster, Bistum Passau

Bischof Dr. Stefan Oster SDB (geb. 1965) leitet seit 2014 das Bistum Passau und ist seit 2016 auch Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Vor kurzem brachte er ein Buch heraus, in dem er versucht, Jugendliche in die Wahrheiten des katholischen Glaubens einzuführen und ihnen den Weg zu einem christlichen Leben aufzuzeigen. Es trägt den Titel: „Das Credo – Eine Gebrauchsanweisung für das Leben"[2] und beruht auf Vorträgen, die er vor Jugendlichen und jungen Erwachsenen gehalten hat. Im nachfolgenden Interview geht Bischof Oster von seinem neuen Glaubensbuch aus und erläutert, worauf es seiner Meinung nach heute in der kirchlichen Jugendarbeit ankommt. weiter...


Der Heilige Abend 1898 – Tag der Verklärung für die Ewigkeit

Der heilige Charbel und sein „Bethlehem“

Von Gerhard Hermes (†)

Der hl. Charbel Makhlouf (08.05.1828–24.12.1898) ist einer der geheimnisvollsten Heiligengestalten der Neuzeit. Lebenslang verborgen wurde der Einsiedlermönch vom Libanon erst bekannt, als sich nach seinem Tod zahlreiche Wunder ereigneten. Er gehörte der maronitischen Kirche an, einer Glaubensgemeinschaft mit ostkirchlichem Ritus, die auf den hl. Maron von Beit (gest. 410) zurückgeht und mit der römisch-katholischen Kirche uniert ist. Von Papst Paul VI. wurde er 1965 selig und 1977 heiliggesprochen. Sein Gedenktag wird am 24. Juli gefeiert, was an die Umbettung seines Leichnams am 24. Juli 1927 in die Klosterkapelle erinnert. Damals wurde sein Leichnam völlig unverwest vorgefunden. Mit 23 Jahren war Joussef Antoun, so sein Geburtsname, ins Kloster eingetreten, 1859 hatte er die Priesterweihe empfangen und seit 1875 lebte er in der Eremitage St. Peter und Paul oberhalb von Annaya - mit Christus in der Eucharistie.[3] weiter...


Ikone des hl. Charbel

Von Solidarité Liban-Suisse

Auf der ganzen Welt ist die Ikone des hl. Charbel Makhlouf (1828-1898) bekannt. Im Libanon, wo der hl. Charbel als Nationalpatron verehrt wird, prägt sie das ganze gesellschaftliche Leben. Sie ist nahezu in jedem Taxi und jeder Gaststätte zu finden. Die Solidarité Liban-Suisse, die sich für den Frieden im Libanon engagiert, hat zur Herkunft der Ikone einen interessanten Hintergrund publiziert. weiter...


Die Frage nach der Wesensart der gerufenen Geister

Reiki – eine okkulte Praktik

Von Joseph-Marie Verlinde

Was ist Reiki? Eine Frage, die sich viele Christen stellen. Pater Joseph-Marie Verlinde geht dieser okkulten Praktik auf den Grund.[4] Er beschreibt die Legende von der Entdeckung des Reiki durch Mikao Usui sowie die drei Reiki-Einweihungsgrade. Reiki wird als alte japanische Heilswissenschaft propagiert, gehört jedoch in den Bereich der weißen Magie. Geboren 1947, arbeitete Pater Verlinde drei Jahre lang als Privatsekretär von Guru Maharishi Mahesh Yogi, dem Begründer der Transzendentalen Meditation. Anschließend begann er im Alter von 26 Jahren ein Studium der Theologie und Philosophie. Nach seiner Priesterweihe legte er 1991 seine ewigen Gelübde in der „Familie des Heiligen Joseph“ ab, deren Mitbegründer er ist. In seinem Buch über Reiki deckt er die verwirrende Vermischung von natürlichen und übernatürlichen „Energien“ auf. Schließlich weist er nach, dass diese Art von Praktiken ihre „Wirksamkeit“ aus der Zusammenarbeit mit „bösen Geistern“ bezieht. Nachfolgend das Vorwort zum Buch. weiter...


Kongress zur eucharistischen Anbetung und Erneuerung des Glaubens 15.-17. November 2019 in Altötting

„Adoratio“

Von Stefanie Hintermayr

Vom 15. bis 17. November 2019 fand in Altötting zum ersten Mal ein Kongress für die eucharistische Anbetung statt. Nach dem lateinischen Wort für Anbetung trug er die Bezeichnung „Adoratio“. Die Veranstaltung hat alle Erwartungen übertroffen und wird als richtungsweisendes Signal für die Bemühungen um die Neuevangelisierung in die Geschichte unserer deutschsprachigen Länder eingehen. Nicht nur die große Zahl von 2000 Teilnehmern, sondern die gesamte Dynamik, welche der Kongress entfaltete, ließ ihn zu einem so durchschlagenden geistlichen wie pastoralen Erfolg werden. Gastgeber und Initiator war Bischof Dr. Stefan Oster SDB. Er darf sich auf dem Weg, den er mit diesem mutigen Schritt eingeschlagen hat, von der Führung Gottes bestätigt sehen. Stefanie Hintermayr, TV- und Online-Redakteurin bei der Pressestelle des Bistums Passau, veröffentlichte am Tag nach dem Abschluss der Veranstaltung nachfolgenden Rückblick. weiter...


Ein adventliches Fenster im Dom zu Linköping

Maria im Nordlicht

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Professor Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea lassen uns an einem adventlichen Erlebnis besonderer Art teilhaben. Sie schildern ihre Eindrücke von einem Besuch des Doms im schwedischen Linköping. Dabei handelt es sich um eine evangelisch-lutherische Kathedrale aus dem Mittelalter, die ihre Schätze aus vorreformatorischer Zeit in einzigartiger Weise bewahrt hat. In der Domkyrka, wie das Gotteshaus auf Schwedisch heißt, befindet sich eine gotische Marienkapelle zu Ehren der Heimsuchung Elisabeths, die seit 1998 mit einem grandiosen Marienfenster geschmückt ist, einem Alterswerk der Glaskünstlerin Lisa Bauer (1920-2003). Für das Ehepaar Koch ist die Darstellung der Gottesmutter, welche vielfältige kunst- und geistesgeschichtliche Assoziationen weckt, ein Licht aus dem Norden – ein Zeichen der Hoffnung auf eine Erneuerung abendländischer Kunst. weiter...


Petition an den Vorsitzenden der CDU-Bundestagsfraktion

„Kinderrechte“ ins Grundgesetz?

Von Hedwig von Beverfoerde

Der Bundesarbeitskreis Christlich-Demokratischer Juristen (BACDJ) hat ein Gutachten erstellt, in dem er sich sehr deutlich gegen das Vorhaben ausspricht, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Das Ergebnis wird einleitend vorangestellt: „Mit der Einführung von Kinderrechten wird ein rechtspolitisches Projekt diskutiert, dessen Langzeitfolgen unabsehbar sind. Ein Bedürfnis für seine Realisierung besteht nicht, weil das Grundgesetz Kindern bereits heute einen umfassenden Grundrechtsschutz gewährleistet. Der Verfassungsgeber droht ohne Not, tradierte verfassungsrechtliche Pfade im Verhältnis von Eltern, Kindern und Staat zu verlassen und das Elternrecht einer schwächenden Neubewertung durch das Bundesverfassungsrecht preiszugeben.“ weiter...


Die Zahl der getauften Ungläubigen wächst

Zur Spendung der Sakramente

Von Richard Kocher

Dr. Richard Kocher, Programmdirektor von Radio Horeb, schreibt sich im Programmheft zum Dezember 2019 von der Seele, was ihn zutiefst beunruhigt. Es ist der Verlust der Glaubenssubstanz bei der größten Zahl unserer getauften Kirchenmitglieder. Umgekehrt ist gerade diese ernste pastorale Situation in Deutschland für ihn der stärkste Antrieb, das Radio-Apostolat missionarisch zu gestalten. weiter...


[1] Robert Kardinal Sarah/Nicolas Diat: Herr bleibe bei uns! Denn es will Abend werden, 440 S., HC, ISBN 978-3-86357-242-6, Euro 19,80 – Bestellung: Tel. 07563-608998-0, Fax: 07563-608998-9, E-Mail: info@fe-medien.de – www.fe-medien.de
[2] Bischof Stefan Oster: Das Credo, geb., 300 S., 13 x 20 cm, Katholisches Bibelwerk 2019, ISBN 978-3-460-25603-3, 22,95 Euro, Bestellannahme für Privatkunden: Telefon: +49 711 61920 26, Internet: www.bibelwerk. shop/produkte/das-credo-25603/ Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, Silberburgstraße 121, 70176 Stuttgart
[3] Ernst Joseph Görlich: Der Wundermönch vom Libanon, Pb., 136 S., 8 ganzseitige Farbbilder, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-7171-1314-0 – Bestell-Telefon: 07563-6089980, Fax: 07563-6089989, Mail: info@fe-medien.de – www.fe-medien.de
[4] Joseph-Marie Verlinde: Reiki – eine okkulte Praktik, geb., 64 S., 8,95 Euro (D), 9,30 Euro (A), ISBN: 978-3-9479310-7-1, Bestell-Tel.: 07303-952331-0, Fax: 07303-952331-5, Mail: buch@media-maria.de – www.media-maria.de