Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Januar 2020

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Aus Hiroshima und Nagasaki hat Papst Franziskus einen eindringlichen Appell an die ganze Welt gerichtet. Er lautet: Unser Ziel ist eine atomwaffenfreie Welt!

Dieses Signal wollen wir aufnehmen und uns zu eigen machen. Ein guter Anlass, sich dem Anliegen der atomaren Bedrohung zu widmen, ist der bevorstehende Weltfriedenstag, den die katholische Kirche seit 1968 jedes Jahr am 1. Januar begeht. Eingeführt hat ihn der heilige Papst Paul VI. nach seinem Besuch bei den Vereinten Nationen in New York am 4. Oktober 1965. In seiner Rede vor der UN-Vollversammlung hatte er „über den Frieden als das heißersehnte Gut“ gesprochen und alle Verantwortlichen in der Politik dazu aufgerufen, sich nicht mit Waffen zu bekämpfen, sondern „sich gemeinsam für die Festigung des Friedens einzusetzen“.

Es ist zu einer festen Tradition geworden, dass der Papst zum Weltfriedenstag jeweils eine Botschaft an alle Regierenden der Welt richtet. Jedes Mal wird ein konkretes Thema ausgewählt und erörtert. Die Botschaft geht auf aktuelle Probleme und Konflikte ein, welche der Gerechtigkeit im Weg stehen und den Frieden gefährden. So geht es neben dem Thema Krieg beispielsweise auch um Vertreibung auch Umweltzerstörung.

Dass dieser Tag in der Liturgie zugleich als Hochfest der Gottesmutter gefeiert wird, hat eine tiefe Bedeutung. Papst Paul VI. hat unterstrichen, dass die Christen keinen besseren Beitrag zum Frieden in der Welt leisten können, als sich mit der ganzen Kraft des Gebets an Maria, die „Königin des Friedens“ zu wenden. Denn Paul VI. sah nicht nur die Politiker in die Pflicht genommen, sondern alle Gläubigen. In diesem Sinn verstand er den „Weltfriedenstag“ in erster Linie als Weltgebetstag für den Frieden. Auch wenn der Friede unter den Völkern den Einsatz aller menschlichen Kräfte erfordert, so bleibt er doch ein Geschenk Gottes, das von ihm erhofft und erbetet werden muss.

In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2020 knüpft Papst Franziskus unmittelbar an seinen Japanbesuch an. Er lädt uns ein, die Gefahren, die mit dem nuklearen Wettrüsten verbunden sind, zu erkennen und in unser Gebet einzuschließen.

Für den Papst ist das neuentfachte nukleare Wettrüsten ein Wahnsinn. Mit Atomwaffen oder atomarer Abschreckung dem Frieden dienen zu wollen, ist seiner Ansicht nach geradezu pervers. Das unvorstellbare menschliche Leid und die immensen Zerstörungen, welche durch atomare Massenvernichtungswaffen hervorgerufen werden, sind nicht nur eine theoretische Fiktion. Seit den Atombombenabwürfen 1945 stehen uns die schrecklichen Auswirkungen ganz konkret vor Augen. Deshalb wählte Franziskus diese beiden Städte, um von dort aus der Welt zuzurufen: Jeglicher Einsatz von Atomwaffen ist ein himmelschreiendes Verbrechen. Schon der Besitz von nuklearen Waffen ist unmoralisch. Diese Art von Waffen müssen international geächtet werden. Kein Land hat das Recht, durch den Besitz von Atomwaffen politische Macht auszuüben. Es muss ein Prozess in Gang gesetzt werden, der zur vollständigen atomaren Abrüstung führt.

Liebe Leser, wir müssen Papst Franziskus für seinen mutigen Vorstoß zutiefst dankbar sein. Die Geschichte wird seiner eindeutigen Stellungnahme im Namen der katholischen Kirche Recht geben. Beten wir dafür, dass das Engagement der Kirche für den Frieden fruchtbar wird und der Menschheit zum Segen gereicht. Mit großer Dankbarkeit für ihre Unterstützung wünschen wir Ihnen auf die Fürsprache der „Königin des Friedens“ ein gottbehütetes und erfolgreiches Neues Jahr 2020.


Botschaft von Hiroshima: Schon der Besitz von Atomwaffen ist unmoralisch

„In dir sei Friede!“

Von Papst Franziskus

Vom 19. bis 26. November 2019 besuchte Papst Franziskus Thailand und Japan. Die Visite führte ihn auch nach Hiroshima und Nagasaki, wo durch die Atombombenabwürfe 1945 über hunderttausend Menschen auf der Stelle getötet wurden. Eine weit größere Zahl von Opfern starb in der Folgezeit an den Auswirkungen der Explosionen. Von diesen beiden Orten aus richtete der Papst eine Botschaft an die ganze Menschheit, in der er eine nuklearwaffenfreie Welt forderte. Aus dem Appell des Papstes am Friedensdenkmal in Hiroshima. weiter...


Forderung des hl. Papstes Johannes XXIII. im Jahr 1963

Atomwaffen müssen verboten werden

Von Papst Johannes XXIII.

Bereits im Jahr 1963 forderte der hl. Papst Johannes XXIII. das Verbot von Atomwaffen, und zwar in der Enzyklika „Pacem in terris“ (Friede auf Erden), die er zwei Monate vor seinem Tod veröffentlichte. Sie ist gleichsam sein Vermächtnis. Während des Kalten Krieges hatten sich neue Spannungen und Gefahren angedeutet. Zwei Jahre zuvor war die Berliner Mauer errichtet worden und nur wenige Monate waren seit der Kubakrise vergangen. Papst Franziskus nahm nun auf dieses Schreiben Bezug. Der folgende Auszug steht unter der Überschrift „Abrüstung“ (Nr. 59-62). weiter...


Neuer Vorstoß von Papst Franziskus

Grundlage für einen wahren Frieden

Von Erich Maria Fink

Mit seiner Verurteilung jeglicher Nutzung von Kernenergie für militärische Zwecke möchte Papst Franziskus die Welt wachrütteln. Seine eindeutige Positionierung gegen Atomwaffen ist im Grunde genommen nicht neu. Seit Jahrzehnten haben sich die Päpste für eine vollständige nukleare Abrüstung ausgesprochen. Doch Franziskus packt dieses Thema mit einer ganz neuen Entschiedenheit an. Er will einen Prozess in Gang bringen, an dessen Ende tatsächlich eine atomwaffenfreie Welt steht. Pfarrer Erich Maria Fink zeigt auf, dass sich Papst Franziskus der Schwierigkeiten klar bewusst ist. Die Hürden scheinen unüberwindlich zu sein. Doch gebe der Papst das Projekt deshalb nicht einfach auf. Stattdessen versuche er, Türen zu einer neuen internationalen Zusammenarbeit aufzustoßen und Schritt für Schritt die Grundlage für einen wahren Frieden zu schaffen. weiter...


Abschaffung der Kernwaffen ist keine Utopie

Frucht von Gebet und Umkehr

Von Papst Franziskus

Bevor Papst Franziskus am Sonntag, 24. November 2019, nach Hiroshima kam, besuchte er vormittags Nagasaki. Im dortigen Atombombenpark unterstrich er, dass die Abschaffung aller Atomwaffen möglich und notwendig ist. Doch dazu benötige es Gebet und Umkehr. Seine Botschaft schloss er mit dem Gebet „Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens“, das dem hl. Franz von Assisi zugeschrieben wird. Nachfolgend aus dem zweiten Teil der Papstansprache. weiter...


Zeichen der Versöhnung zwischen den USA und Japan

Das Kreuz von Nagasaki

Von Anian Christoph Wimmer

Mit der Zerstörung Nagasakis durch den Atombombenabwurf am 9. August 1945 war das „Herz“ der katholischen Kirche in Japan ausgelöscht worden. Im Atombombenpark von Nagasaki begann Papst Franziskus seine Ansprache mit einem Hinweis auf „das zerbombte Kreuz und die kürzlich in der Kathedrale von Nagasaki entdeckte Marienstatue“. Sie „erinnern uns noch einmal an das unsagbare Grauen, das die Opfer und ihre Familien am eigenen Leib erlitten haben“, so der Papst. Erst im August dieses Jahres war das Kreuz, das die Atombombe von Nagasaki überlebt hatte, an die katholische Kathedrale zurückgegeben worden. CNA Deutsch berichtete von dem Weg der Versöhnung, das dieses Kreuz über die USA genommen hatte. weiter...


Weihnachten am Anfang jeden Neubeginns

Was lässt uns hoffen?

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Konrad Adenauer (1876-1967) war von 1949 bis 1963 erster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Wenig bekannt ist sein Schicksal, das er während des Dritten Reichs erlitten hat. Seit 1917 war er Oberbürgermeister der Stadt Köln. Doch als er sich den Nationalsozialisten öffentlich widersetzte, wurde er von ihnen im März 1933 aus seinem Amt verjagt. Er musste um sein Leben fürchten und fand Zuflucht im abgeschiedenen Benediktinerkloster Maria Laach. Während er sich dort ein ganzes Jahr versteckt hielt, wurde er an Weihnachten 1933 von seiner Familie besucht. Professor Dr. Wolfgang Koch und seine Ehefrau Dorothea haben aus den erhaltenen Dokumenten eindrucksvolle Erinnerungen an dieses einzigartige Familienfest zusammengestellt. Der Beitrag fügt sich hervorragend zum Apostolischen Schreiben Admirabile signum (Das wunderbare Zeichen) „über die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe“. Papst Franziskus unterzeichnete es am 1. Adventssonntag 2019 in Greccio, wo der hl. Franziskus 1223 zum ersten Mal in der Geschichte eine Krippe nachgebildet hat. Der Papst fordert die Familien auf, diese Tradition hochzuhalten. weiter...


Die ökologische Umkehr muss ganzheitlich sein

Blick auf den Schöpfer

Von Papst Franziskus

Auch in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag 2020 spricht Papst Franziskus von der „ökologischen Umkehr“. Er knüpft ausdrücklich an die Amazonien-Synode an und stellt den Abschnitt unter die Überschrift: „Der Frieden als Weg der ökologischen Umkehr“. In diesem vierten Kapitel betont der Papst, dass der Blick auf die Natur immer im Licht Gottes und um des Gemeinwohls erfolgen muss. Nur so gelangen wir zu einer gottgewollten Gestaltung und Verwandlung der Welt. Mit Christus können wir unser Leben in der Beziehung zur Welt, die uns umgibt, „zur Blüte bringen“. Das versteht Papst Franziskus unter „ganzheitlicher ökologischer Umkehr“. weiter...


Romano Guardinis Ausweg aus der Glaubenskrise

Entdeckung der Kirche

Von Anton Štrukelj

Romano Guardini hat einer ganzen Generation von jungen Menschen Orientierung gegeben. Er formte sie in einem Geist, der Sinn vermittelte und auf Zukunft ausgerichtet war. Dass er in jungen Jahren selbst eine schwere Glaubenskrise durchgemacht hatte, kam ihm bei seinem Dienst an der heranwachsenden Jugend zugute. Er brachte Verständnis für ihre Probleme mit und konnte ihr Ringen nachvollziehen. Den Schlüssel, mit dem er selbst einen Ausweg gefunden und die Tür zu einem erfüllten Leben geöffnet hatte, gab er nun seinen Zeitgenossen an die Hand. Für Guardini war dies, wie der slowenische Theologe Prof. Dr. Anton Štrukelj in seinem Beitrag aufzeigt, die Entdeckung der Kirche. weiter...


Slowakische Bischöfe geben Zeugnis

Die Gender-Ideologie

Von Weihbischof em. Andreas Laun

In seinem Buch „Gegen den Zeitgeist"[1] erinnert Weihbischof Dr. Andreas Laun an einen Hirtenbrief, den die slowakischen Bischöfe gemeinsam herausgegeben haben. Darin finden sich sehr deutliche Worte gegen die Gender-Ideologie und rufen zur Teilnahme an einem „Marsch für das Leben“ auf, der am 22. September 2013 mit 70.000 Teilnehmern in Košice stattgefunden hat. Zwei Jahre später, am 20. September 2015, waren es bereits 85.000, die in der slowakischen Hauptstadt Bratislava mit bischöflicher Unterstützung für das Leben demonstrierten. weiter...


Ein schwerwiegendes Missverständnis:

„Gender light“ auf katholisch?

Von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz

Zum vierten Mal erscheint nun Ambo, das Jahrbuch der Hochschule Heiligenkreuz. Für viele ist es zu einem festen Begleiter durch das Jahr geworden. Es enthält Beiträge der großen Tagungen, Artikel der Professoren, Rezensionen wichtiger Bücher und Aktuelles aus dem Leben der Hochschule. Schwerpunktmäßig widmet sich der diesjährige Band von Ambo der Esoterik.[2] Wie kann die Theologie auf die aktuellen Herausforderungen reagieren? Was hat es mit Yoga und New-Age auf sich? Und wie ist das christliche Verständnis von Erlösung? Unter den renommierten Autoren finden sich Paul Josef Kardinal Cordes, Abt Maximilian Heim OCist, Wolfgang Buchmüller OCist, Karl Wallner OCist, Peter Bruns und Helmut Zander. Der nachfolgende Beitrag von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, welcher dem neuen Jahrbuch entnommen ist, zeigt, welche Hilfe die Impulse aus Heiligkreuz für die gegenwärtige Diskussion bieten. Sie sind ein Licht in unserer orientierungslosen Zeit. weiter...

 

„Kirche in Not“ dokumentiert zunehmende Christenverfolgung

Verfolgt und vergessen?

Von KIRCHE IN NOT

 „Sie schlugen und vergewaltigten uns. Am schlimmsten war es, dass neunjährige Mädchen vergewaltigt wurden.“ Dies sind die Worte von Rita Habib, einer Christin, die in der irakischen Ninive-Ebene lebt. Extremisten des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) hatten sie verschleppt und als Sklavin verkauft. Ihr Bericht ist einer von vielen, die dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ vorliegen. Als Organisation, die in 140 Ländern der Welt pastorale und Notfall-Hilfe anbietet, hat „Kirche in Not“ es sich zur Aufgabe gemacht, Menschenrechtsverletzungen gegen Christen zu dokumentieren. Dazu dient der aktuelle Bericht „Verfolgt und vergessen?“, der den Zeitraum von 2017 bis 2019 umfasst. weiter...

 

Kraft aus dem Wort Gottes

Das Leben bewältigen

Von Peter Dyckhoff

Dr. Peter Dyckhoff führt in sein neues Buch ein, in dem er das Wort Gottes als tragende Kraft für unser Leben erschließt.[3] Anhand von authentischen Lebensgeschichten zeigt er auf, wie wir als Christen mit Schicksalsschlägen, schwierigen Entscheidungen und ungelösten Problemen fertig werden können. Ein herrliches Buch, einfühlsam und ausgewogen – Frucht einer langen pastoralen Erfahrung. weiter...

Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 1/Januar 2020
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Andreas Laun: Gegen den Zeitgeist, geb., 140 S., 14,95 Euro (D), 15,40 Euro (A), ISBN: 978-3-9479311-0-1 – Bestell-Telefon: 07303-952331-0, Fax: 07303-952331-5, Mail: buch @media-maria.de – www.media-maria.de
[2] Wolfgang Buchmüller/Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Hg.): Ambo/Jahrbuch der Hochschule Heiligenkreuz 2019 (4. Jg.): Esoterik versus Erlösung, 576 S., HC, ISBN 978-3-903118-86-7, 24,90 Euro; Tel.: +43(2258)8703-400, Mail: bestellung@bebeverlag.at – www.klosterladen-heiligenkreuz
[3] Peter Dyckhoff: Herr, sprich nur ein Wort… – Kraft und Lebensmut aus der Bibel, St. Benno Verlag, Leipzig 2019, geb., 192 S., ISBN 978-3-7462-5445-6, Euro 12,95 (D/A) – Tel.: 0341/4677711 – E-Mail: service@vivat.de