Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
Die vollständige Ausgabe können Sie hier bestellen.

Juli 2020

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Die „Ökumene“ feiert in diesen Tagen ein dreifaches Jubiläum: vor 60 Jahren wurde das Einheitssekretariat des Vatikans ins Leben gerufen, vor 25 Jahren veröffentlichte der hl. Papst Johannes Paul II. seine richtungweisende Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“ und vor 10 Jahren trat Kurt Kardinal Koch seinen Dienst als Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen an.

Es ist der hl. Papst Paul VI., der die Weichen für den ökumenischen Weg der katholischen Kirche seit dem II. Vatikanischen Konzil gestellt hat. Wichtigster Mitarbeiter an seiner Seite war der deutsche Kurienkardinal Augustin Bea, der maßgeblich an der Erarbeitung des Konzilsdekrets über den Ökumenismus „Unitatis redintegratio“ beteiligt war. Das Dekret wurde von Paul VI. am 21. November 1964 promulgiert. Vorbereitet wurde es vom „Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen“, das am 5. Juni 1960, also vor 60 Jahren, vom hl. Papst Johannes XXIII. zu diesem Zweck eingerichtet worden war und unter dem Vorsitz Kardinal Beas gearbeitet hatte. Mit seiner Unterstützung bestätigte Papst Paul VI. nach Abschluss des Konzils auch das Sekretariat als ständiges Dikasterium der Römischen Kurie und setzte Bea als dessen Präsidenten ein.

Von Paul VI. gibt es eine bedeutsame Ansprache zur Ökumene, die er am 22. Januar 1969 im Rahmen einer Generalaudienz gehalten hat. Er nahm die Gebetswoche für die Einheit der Christen zum Anlass, um einerseits den Weg der Ökumene als unwiderrufliche Entscheidung der Kirche zu bekräftigen, um andererseits aber auch auf Gefahren in der ökumenischen Praxis hinzuweisen. Besonders deutlich hob er hervor, dass ohne theologische Vertiefung der Glaubenslehre und ohne inhaltliche Auseinandersetzung keine wirkliche Annäherung zu erwarten sei. Seine Worte sind so treffend und ausgewogen, dass sie bis heute volle Gültigkeit besitzen. Wir haben die Ansprache eigens für diese Ausgabe ins Deutsche übersetzt.

Auf dieselbe Herausforderung weist auch Papst Franziskus hin, nämlich auf den für eine fruchtbare Ökumene erforderlichen theologischen Dialog. Wir haben dazu sowohl seine Ansprache an eine evangelische Delegation aus Deutschland im Juni 2018 wiedergegeben, als auch den Brief, den er zum 25jährigen Jubiläum von „Ut unum sint“ am 24. Juni 2020 an Kardinal Koch gerichtet hat. Mit diesem Dokument, so Papst Franziskus, lege er die Ökumene-Enzyklika Johannes Pauls II. dem Volk Gottes erneut vor. Im Brief macht er auch auf die neue Initiative des Einheitsrats aufmerksam, nämlich eine Sammlung von ökumenisch relevanten Texten, die 1919 zum ersten Mal unter dem Titel „Acta Œcumenica“ veröffentlicht worden ist und eine unermessliche Fundgrube für die ökumenische Arbeit darstellt. Außerdem kündigte der Papst für Herbst ein „Vademecum zur Ökumene“ an, einen Leitfaden für Bischöfe zur Ausübung des Dienstes an der Einheit.

Eine besondere Freude und Ehre ist für uns das ausführliche Interview, das uns Kurt Kardinal Koch aus Anlass der drei Jubiläen gewährt hat. An ihm schätzen wir außerordentlich, dass er im Geist des Aufbruchs immer wieder mutige Schritte in die Zukunft wagt, aber gleichzeitig mit Augenmaß vorgeht, um keinen Schaden anzurichten, sondern der Sendung der Kirche wirklich fruchtbar zu dienen. In diesem Sinn hat er auch deutlich zum Ausdruck gebracht, worauf es beim „Synodalen Weg“ der Kirche in Deutschland nun ankommt.

Liebe Leser, wir empfehlen Ihnen auch die Impulse für einen „Neubeginn aus Corona“ und wünschen Ihnen von Herzen Gottes reichsten Segen. Vergelt’s Gott für Ihre großherzige Unterstützung, auf die wir zur Weiterführung unseres Apostolats angewiesen sind!

 

Interview mit Kurt Kardinal Koch

Im Dienst der Einheit

Interview mit Kurt Kardinal Koch

Seit 10 Jahren ist Kurt Kardinal Koch Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Er kann auf eine bewegte und fruchtbare Zeit zurückblicken. Unter seiner Verantwortung wurden historische Begegnungen wie das Treffen von Papst Franziskus mit dem Russisch-Orthodoxen Patriarchen Kyrill am 12. Februar 2016 auf Kuba oder das Reformationsgedenken am 31. Oktober 2016 im schwedischen Lund vorbereitet und durchgeführt. Zahlreiche gemeinsame Erklärungen hat er federführend ausgearbeitet. Weltweit wird er als einfühlsamer Gesprächspartner und prophetische Stimme geschätzt. Im Interview mit KIRCHE heute legt er dar, worauf es heute ankommt, und nimmt dabei auch den „Synodalen Weg“ in den Blick. weiter...

 

Brief des Papstes an Kardinal Koch zu 25 Jahre „Ut unum sint“

Ökumenischer Meilenstein

Von Papst Franziskus

Zum 25. Jahrestag der Ökumene-Enzyklika „Ut unum sint“ hat Papst Franziskus am 24. Mai 2020 einen Brief an Kardinal Kurt Koch, den Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, geschrieben. Er lege die Enzyklika, in welcher der hl. Papst Johannes Paul II. den ökumenischen Einsatz der katholischen Kirche als „unumkehrbar“ bekräftigt habe, dem Volk Gottes erneut vor, so der Papst. Gleichzeitig kündigte er an, dass im Herbst ein an die Bischöfe gerichtetes Vademecum zur Ökumene veröffentlicht werde, das „Ermutigung wie Leitfaden“ für die Ausübung ihrer ökumenischen Verantwortung sein wolle. Nachfolgend der Brief leicht gekürzt. weiter...

 

„Nicht ungestüm vorpreschen, um begehrte Ziele zu erreichen!“

Ökumene erfordert theologischen Dialog

Von Papst Franziskus

Am 4. Juni 2018 empfing Papst Franziskus eine Delegation der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands unter Landesbischof Gerhard Ulrich, der bis März 2019 die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland geleitet hat. Nach der Audienz resümierte Landesbischof Ulrich: „Für den ökumenischen Weg von Lutheranern und Katholiken weltweit haben wir in den Gesprächen viel Rückenwind erfahren. Wir waren uns einig, dass wir nach 2017 nun die grundlegenden Themen Amt, Eucharistie und Kirche behandeln müssen. Dies sind zentrale Themen für die weitere Annäherung. Sie werden gründlich und eingehend vom Lutherischen Weltbund und dem Vatikan bearbeitet werden, damit daraus Resultate folgen können, die in der gesamten Welt Wirkung entfalten. Dass solche Fragen nicht übereilt gelöst werden, ist selbstverständlich.“ Nachfolgend die leicht gekürzte Ansprache des Papstes. weiter...

 

Prophetische Worte des hl. Papstes Paul VI.

Der Weg authentischer Ökumene

Von Papst Paul VI.

Die Ansprache, die der hl. Papst Paul VI. bei der Generalaudienz am 22. Januar 1969 während der Gebetswoche für die Einheit der Christen gehalten hat, scheint aus der damaligen Situation heraus geboren zu sein und den stürmischen Aufbruch nach dem Konzil widerzuspiegeln. Doch besitzen seine Worte geradezu zeitlosen Charakter, sie könnten aktueller nicht sein. Prophetisch legt Paul VI. dar, worauf es in der Ökumene ankommt, wenn sie die getrennten Christen wirklich der sichtbaren Einheit näherbringen will. Er gab der Ansprache, die wir nachfolgend in eigener Übersetzung wiedergeben, die Überschrift: „Apostel authentischer Ökumene werden“. weiter...

 

Schlüssel zu einem Neuanfang angesichts der Corona-Krise

Denken und glauben wagen

Von Daniel Rietzler

Pfarrer Daniel Rietzler (geb. 1980), Jugendseelsorger der Diözese Augsburg und zuständig für die Jugendstelle Weißenhorn, macht sich darüber Gedanken, wie ein „Neuanfang aus Corona“ gelingen könnte. In seiner aufschlussreichen Analyse der Krise und ihrer Folgen lässt er unterschiedliche Stimmen zu Wort kommen, Theologen, Soziologen, Psychologen und Schriftsteller. Was jedoch seinen gesamten Ansatz prägt, ist das Tagebuch von Etty Hillesum, einer niederländisch-jüdischen Intellektuellen, die 1943 mit knapp 30 Jahren im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet worden ist. Erst 1981 war es gelungen, die Tagebücher und Briefe, die sie von 1941 bis 1943 zur Zeit der deutschen Besatzung geschrieben hatte, zu publizieren. Seitdem findet ihr Zeugnis eine gewaltige Resonanz in der ganzen Welt. Rietzler sieht in ihrem Lebensgeheimnis, nämlich „wirklich denken und glauben wagen“, einen Schlüssel zur Bewältigung des Lebens in unserer unsicheren Zeit. weiter...

 

Die „Raubtier-Ethik“ Nietzsches zerschellt an der Realität

Das Empfinden für das Gute ist unauslöschbar

Von Engelbert Recktenwald FSSP

Pater Engelbert Recktenwald (geb. 1960) ist Mitglied der Priesterbruderschaft St. Petrus und arbeitet als Seelsorger in Hannover. Geprägt hat ihn sein Philosophie-Studium bei Prof. Dr. Robert Spaemann. Aufmerksam verfolgt er die Wertediskussion unserer Tage und vergleicht sie mit dem Ansatz Nietzsches, der die Befreiung des Menschen von jeglicher Moral gefordert hatte. Doch wenn die Unterscheidung zwischen Gut und Böse aufgegeben wird, geht auch das Fundament verloren, auf dem die unantastbare Würde des Menschen ruht. Ist es doch die Moralfähigkeit an sich, welche dem Menschen einen unverhandelbaren Wert verleiht. „Das Tier im Menschen“, in dem Recktenwald dieser Fragestellung nachgeht, bringt Licht in die Orientierungslosigkeit unserer Zeit. weiter...

 

Carlo Acutis wird am 10. Oktober seliggesprochen

Apostel der Eucharistie

Von Anian Christoph Wimmer

Die Ankündigung der Seligsprechung von Carlo Acutis (1991-2006), dem jugendlichen Computergenie, das die Eucharistie zutiefst liebte, war schon lange erwartet worden. Wegen der Pandemie wurde das Datum auf Oktober verschoben. Die Feier wird in Assisi, dem Ort seiner Beerdigung, am Samstag, dem 10. Oktober, um 16 Uhr in der Päpstlichen Basilika San Francesco stattfinden. In seinen letzten Tagen sagte Carlo, er wolle alle seine Leiden für den Herrn, den Papst und die Kirche aufopfern. Er wolle nicht ins Fegefeuer, sondern direkt in den Himmel kommen. Ein Beitrag von CNA Deutsch. weiter...

 

Die Entdeckung der Quelle und der Aufruf zur Buße

Lourdes: Neubeginn in Christus

Von Gunda Maria Eggerking

Die Diplom-Pädagogin Gunda Maria Eggerking beschäftigt sich seit vielen Jahren mit katholisch-theologischen Fragen und den spirituellen Geheimnissen des Christentums. Ende Mai 2020 hat sie im Bernardus-Verlag den ersten Teil einer zweibändigen Abhandlung über die Ereignisse von Lourdes publiziert: „Das Wunder von Lourdes“, Band I: „Eine Reise durch die Zeit“".[1] Im Herbst soll der zweite Band mit dem Untertitel „Bernadette – Marie-Bernard“ erscheinen..[2] Das vorliegende Buch überrascht mit vielen Details, die wenig bekannt sind und die Bedeutung von Lourdes in einem neuen Licht aufscheinen lassen. Der nachfolgende Auszug versteht sich auch als geistlicher Impuls in einer Zeit, die von der Corona-Pandemie geprägt ist. weiter...

 

Meditationen über die Herzmitte des christlichen Glaubens

Christ sein ist schön

Von Kurt Kardinal Koch

In einem neuen Buch hat Kurt Kardinal Koch Homilien zusammengestellt, die er seit seiner Bischofsweihe sowohl als Bischof von Basel in den Jahren zwischen 1995 und 2010 als auch in der jetzigen Aufgabe seit 2010 als Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen in Rom gehalten hat.[3] Die Meditationen spiegeln den reichen apostolischen Dienst des Kardinals wider und möchten Freude an der Schönheit Gottes und an der Schönheit des christlichen Glaubens wecken. Auszug aus seinem Vorwort. weiter...

 

Vom Hirtenmädchen und dem Künstlermönch (3)

Begegnung mit Lucias Verwandten

Von Dorothea und Wolfgang Koch

In der dritten Folge ihrer Artikelserie über die Entstehungsgeschichte der Statue vom Unbefleckten Herzen Mariens am Glockenturm der Rosenkranzbasilika in Fatima folgen Prof. Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea P. Thomas McGlynn auf seiner Spurensuche am Erscheinungsort. Der amerikanische Dominikanerpater, der die Figur geschaffen hat, traf auf seiner Reise mehrere Verwandte der Seherkinder. In seinem Bericht gibt er deren Zeugnisse wieder und schenkt uns damit eine wertvolle Ergänzung zu den bekannten Dokumenten. weiter...

 

Maria – unsere Lehrmeisterin im Alltag

„Sie haben keinen Wein mehr“

Von Anna Roth

Die Buchautorin Diplom-Theologin Anna Roth aus Königswinter zeigt am Beispiel der Hochzeit von Kana auf, wie uns das Beispiel Mariens helfen kann, mit unserem täglichen Leben zurechtzukommen. Sie bietet keine theologische Interpretation, sondern geht von den emotionalen Momenten aus, die in dieser biblischen Geschichte aufscheinen.[4] weiter...


[1] Gunda Maria Eggerking: Das Wunder von Lourdes I: Eine Reise durch die Zeit, Bernardus Verlag 2020, Pb., 202 S., ISBN 978-3-8107-0326-2, Euro 14,80. Bestellung unter Tel. 0241-873434. Webseite: www.bernardus-verlag.de
[2] Gunda Maria Eggerking: Das Wunder von Lourdes II: Bernadette – Marie-Bernard, Bernardus Verlag 2020, Pb., 180 S., ISBN 978-3-8107-0330-9, Euro 14,80. Bestellung Tel. 0241-873434. Webseite: www.bernardus-verlag.de
[3] Kurt Kardinal Koch: Christ sein ist schön. Meditationen über die Herzmitte des christlichen Glaubens, Be+Be-Verlag, Heiligenkreuz 2020, 440 S., HC, ISBN 978-3-903118-95-9, Euro 24,90 – Bestellung unter E-Mail bestellung@bebeverlag.at oder Tel. +43 (2258) 8703-400. Webseite: www.bebeverlag.at
[4] Anna Roth: Maria & Fatima im Licht der Barmherzigkeit Gottes, Webseite: anna-roth.com