Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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August-September 2020

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Im Vermächtnis, das uns Papst Benedikt XVI. hinterlässt, findet sich eine besonders wertvolle Perle. Er hat der Kirche einen Schlüssel an die Hand gegeben, mit dem sie sich den Weg echter Erneuerung erschließen kann. Für Benedikt XVI. gehört es zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Kirche, die Zeichen der Zeit zu erkennen und auf die jeweils neuen Herausforderungen angemessen zu antworten. Weder ein unbewegliches Beharren auf Überlieferungen, noch ein ungestümer Aufbruch ohne Rückbindung an die Tradition könnten für das Reich Gottes fruchtbar werden. Die goldene Mitte zu finden, die der unveränderlichen Wahrheit, aber auch dem sich verändernden Leben gerecht wird, ist nach Benedikt XVI. der Schlüssel zur Erneuerung.

Der „Synodale Weg“, für den sich die Kirche in Deutschland entschieden hat, steht ganz im Zeichen von Reformen, die man in Anbetracht der Missbrauchsfälle für unumgänglich hält. Wie aktuell ist angesichts dieser ehrgeizigen Zielsetzung der Schlüssel, den Benedikt XVI. nicht nur angedacht, sondern mit der Schärfe seines Geistes ausgearbeitet hat! Auch die nächste Bischofssynode, die im Oktober 2022 in Rom stattfinden und unter dem Thema „Synodalität“ stehen wird, kommt an diesen Prinzipien wahrer Reform nicht vorbei.

Um die Thematik zu erhellen, dokumentieren wir zwei Ansprachen Papst Benedikts XVI., von denen er die eine nach seiner Amtsübernahme im Jahr 2005 gehalten hat, die andere 2013 in den letzten Tagen seiner Amtsführung, nachdem er seinen Rücktritt bereits bekanntgegeben hatte. Beide Male geht er vom II. Vatikanischen Konzil aus und behandelt die authentische Auslegung und Umsetzung der Konzilsbeschlüsse.

Das II. Vatikanische Konzil, so Benedikt XVI., stimme mit der Lehre Jesu völlig überein und stelle eine unabdingbare Voraussetzung für die Erfüllung des missionarischen Auftrags der Kirche in der Welt von heute dar. Dies gelte sowohl für die Erklärung über die Religionsfreiheit als auch für die liturgische Erneuerung. Das Werk des Konzils müsse mit tiefer Dankbarkeit und Glaubenstreue angenommen werden, damit es seine Kraft entfalten und reiche Früchte hervorbringen könne. Mit Vehemenz verteidigt Benedikt das Recht des Konzils, die bisherige Lehrverkündigung der Kirche weiterzuentwickeln, sie in ihren historisch bedingten Entscheidungen gegebenenfalls zu korrigieren und im Rahmen veränderter geschichtlicher Situationen auch zu völlig neuen Ergebnissen zu kommen. Man müsse den gesamten Weg, den die Kirche durch die Jahrhunderte hindurch zurückgelegt habe, zusammenschauen. Nur in diesem weiten Blick könne man das unaufgebbare Fundament der christlichen Überlieferung richtig deuten und auf fruchtbare Weise mit den notwendigen Erneuerungen verbinden. Wie sehr kann dieser Schlüssel Benedikts XVI. zum Aufbruch ermutigen, aber auch die einander widerstrebenden Richtungen in der Kirche zu neuer Einheit zusammenführen! Es lohnt sich, mit der von Benedikt geforderten Offenheit aufeinander zu hören und dem Geist Gottes Raum zu geben.

Liebe Leser, auch wir bekommen die Corona-Krise zu spüren. Viele Förderer unserer Zeitschrift können uns nicht mehr im selben Maß unterstützen wie bisher. So müssen auch wir uns Gedanken machen, was Gott von uns will und wie wir unseren Weg fortsetzen sollen. Aus tiefster Überzeugung haben wir unseren Beitrag immer in Treue zur Kirche und ganz bewusst auch in Einheit mit dem Petrus-Nachfolger geleistet. Diese Linie möchten wir mit ganzem Engagement weiterverfolgen. Wenn Sie helfen können und möchten, dass unser Apostolat weiterlebt, bitten wir Sie aufrichtig um Ihre großherzige Unterstützung (IBAN: DE84710610090000022284 – BIC: GENODEF1AOE). Möge es Ihnen Gott reichlich lohnen! Mit diesem Vergelt’s Gott wünschen wir Ihnen Freude am Glauben und auf die Fürsprache der Gottesmutter den Segen des Himmels und der Erde.

 

Plädoyer für eine uneingeschränkte Zustimmung zum Konzil

Kraftquelle für die notwendige Erneuerung

Von Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. hat gleich zu Beginn seines Pontifikats ein unmissverständliches Plädoyer für das II. Vatikanische Konzil abgegeben. Was er am 22. Dezember 2005 in seiner Weihnachtsansprache an das Kardinalskollegium und die Mitglieder der römischen Kurie ausgeführt hat, ist ein kraftvolles Zeugnis und eine umfassende Deutung des Konzils, welche als wichtiger Teil seines Vermächtnisses in die Geschichte eingehen wird. Mit der ganzen Kraft seines Geistes verteidigt er insbesondere die Erklärung über die Religionsfreiheit, welche nach ihren Anfangsworten Dignitatis humanae („Würde des Menschen“) heißt. Er lässt den Vorwurf der Diskontinuität nicht gelten, den die traditionalistische Bewegung erhoben hat und bis zum heutigen Tag als Grund für das Schisma aufrechterhält. Vielmehr tritt Benedikt XVI. für die „anspruchsvolle Verbindung von Treue und Dynamik“ ein, welche in der Lage ist, „unter Kontinuität in den Grundsätzen“ die notwendigen Erneuerungen herbeizuführen. weiter...

 

Das Konzil und die ersehnte Erneuerung der Kirche

Was ist echte Reform?

Von Erich Maria Fink

Der hl. Johannes Paul II. betrachtete das II. Vatikanische Konzil als größtes Geschenk des Heiligen Geistes an die Kirche im 20. Jahrhundert. Auch seinem Nachfolger, Benedikt XVI., war es während seiner Amtszeit als Papst ein zentrales Anliegen, das Konzil zur Geltung zu bringen. Er forderte dazu auf, den Beschlüssen ohne Vorbehalt zuzustimmen und sie ausnahmslos als authentischen Weg der Kirche anzunehmen. Die nachkonziliaren Wirren hätten die wahre Intention dieser Kirchenversammlung zwar verdunkelt. Doch sei sie als Ereignis wie in ihren Dokumenten keineswegs überholt, sondern werde ihre erneuernde Kraft erst in Zukunft voll zur Entfaltung bringen. Was versteht Benedikt XVI. unter Reform? Was heißt Erneuerung der Kirche, wie sie vom Konzil ersehnt und von der Kirche in unserer Zeit erwartet wird? weiter...

 

Das Konzil der Medien war nicht das Konzil der Väter

Die wahre Erneuerung kommt

Von Papst Benedikt XVI.

Papst Benedikt XVI. hatte seinen Rücktritt bereits bekanntgegeben, als er sich noch einmal mit dem Klerus der Diözese Rom treffen konnte. Er nützte die Begegnung am 14. Februar 2013, um ausführlich auf das Konzil einzugehen. Am Ende bekräftige er seine Überzeugung, dass das virtuelle Konzil der Medien zerbrechen, das wahre Konzil der Väter aber seine erneuernde Kraft entfalten werde. weiter...

 

Wir müssen die Dinge beim Namen nennen!

Der Kampf um den Menschen

Von Alexandra Maria Linder

 „Abtreibung und Ideologie statt Saatgut und Wahrheit“, mit diesen Worten charakterisiert die Publizistin Alexandra Maria Linder die derzeitige Politik, die leider auch von den christlichen Parteien und kirchlichen Verbänden in Deutschland gefördert wird. Linder, die von 2016 bis 2019 Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) war und seit 2017 den Bundesvorsitz des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) führt, ruft dazu auf, die Wahrheit über diese menschenverachtende Lobby-Arbeit bekanntzumachen. Es handelt sich um ein weltweit agierendes Netzwerk, das sich der internationalen Politik bemächtigt hat und zunehmend diktatorisch auftritt. Dabei ignoriert es das christliche Menschenbild und tritt die Würde des Menschen von der Empfängnis bis zur Geburt mit Füßen. Abschließend lädt Linder zur Teilnahme am Marsch für das Leben am 19. September 2020 ab 13 Uhr in Berlin ein. weiter...

 

Der Vorstoß von Grünen und Linken macht fassungslos!

Wo bleiben die Grundlagen unseres Rechtsstaates?

Von Alexandra Maria Linder

Der Bundesverband Lebensrecht (BVL), ein Zusammenschluss deutscher Lebensrechtsorganisationen, ist eine der wenigen Einrichtungen, die kompromisslos für die unantastbare Würde des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod eintritt. Man kann nur dankbar dafür sein, dass wenigstens dieser Verband seine Stimme zu den aktuellen Vorgängen in Deutschland erhebt und die Dinge beim Namen nennt. Welche Wirkung könnte die katholische Kirche in Deutschland erzielen, wenn die Bischöfe, die Bischofskonferenz, die kirchlichen Verbände mit derselben Deutlichkeit auf die gesellschaftspolitischen Abwege reagieren würden! Das Zeugnis der Kirche erhielte wieder Gewicht, die Kirche würde als Faktor des öffentlichen Lebens und moralische Autorität wahrgenommen. So geht Alexandra Maria Linder auf den neuesten Vorstoß der Grünen und Linken ein, Ärzte mit ihren Forderungen unter Druck zu setzen. Wörtlich sagt sie: „Es ist pervers, bevorzugt medizinisches Personal einzustellen, das zu Tötungshandlungen bereit ist.“ weiter...

 

Die Gottesfrage ist von fundamentaler Bedeutung

Wir brauchen eine theozentrische Wende

Von Richard Kocher

Pfr. Dr. Richard Kocher, Programmdirektor von Radio Horeb, will mit seiner Medienarbeit in das Leben der Menschen, in die Ereignisse von Kirche und Welt, auch in die Corona-Krise und die durch sie aufgebrochenen Fragen das Licht der göttlichen Offenbarung hineinstrahlen lassen. Auf die existentiellen Herausforderungen von heute müssten Antworten gegeben, Wege aufgezeigt werden, welche sich aus der lebendigen Beziehung zu Jesus Christus heraus ergeben. weiter...

 

Die katholische Kirche steht vor großen Herausforderungen

Im Zentrum Christus und das Evangelium

Von George Weigel

Nach George Weigel, einem der führenden katholischen Gelehrten der Vereinigten Staaten, befindet sich die katholische Kirche in einer Übergangsphase. Er blickt zurück auf seine persönlichen Begegnungen mit den Päpsten Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus sowie auf seine jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der weltweiten katholischen Kirche, von den einfachsten Pfarreien bis zur höchsten Ebene der Kurie. Dabei geht er auf die großen Herausforderungen ein, denen sich die katholische Kirche im 21. Jahrhundert stellen müsse. Dies gelte ganz besonders für den nächsten Papst, der als Nachfolger des hl. Petrus die Kirche kraftvoll auf dem Weg der Glaubensvertiefung und Neuevangelisierung in die Zukunft führen müsse.[1] weiter...

 

Gewalt in der Sahelzone steigt – Was tut Europa?

Flucht beginnt nicht erst im Mittelmeer

Von Tobias Lehner, KIRCHE IN NOT Deutschland

Am 1. Juli hat Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft übernommen. Eine „wirtschaftliche und soziale Erholung“ wolle man in die Wege leiten, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ob sich die Erkenntnis durchsetzt, dass zur „sozialen Erholung“ für viele EU-Partner auch das Recht auf Religions- und Weltanschauungsfreiheit gehört? weiter...

 

Vom Hirtenmädchen und dem Künstlermönch (4)

Wie Lucia die Erscheinungen erlebte

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Prof. Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea zeichnen in einer Artikelserie die Entstehungsgeschichte der Statue vom Unbefleckten Herzen Mariens am Glockenturm der Rosenkranzbasilika in Fatima nach. Die Figur wurde von dem amerikanischen Künstlermönch P. Thomas McGlynn im Austausch mit Schwester Lucia geschaffen. Sie selbst hatte den Pater aufgefordert, über ihr Gemeinschaftswerk zu schreiben. Doch geht es in dem Bericht nicht nur um eine Statue. Gerade die vierte Folge zeigt, dass die Gespräche mit Sr. Lucia aufschlussreiche Aussagen über die Marienerscheinungen von Fatima enthalten und ein wertvolles Zeitdokument darstellen. weiter...


[1] George Weigel: Der nächste Papst. Das Amt des Petrus und eine missionarische Kirche, geb., 160 S., ISBN 978-3-9479312-4-8, Euro 16,95 (D), 17,50 (A) – Tel.: 07303-952331-0; Fax: 07303-952331-5; E-Mail: buch @media-maria.de – www.media-maria.de