Dezember 2020

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens!“ (Lk 2,14). Die weihnachtliche Verheißung des Friedens lenkt unseren Blick auf eine zentrale Aufgabe unserer christlichen Sendung in der Welt, nämlich Werkzeuge des Friedens zu sein.

Jesus hat uns nicht versprochen, uns unser tägliches Kreuz abzunehmen und uns von jedem Leid zu befreien. Aber er sagt: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ Und er fügt hinzu: „Nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch“ (Joh 14,27). Er bringt den Frieden auf andere Weise, nämlich durch die Vergebung, durch selbstlose Liebe und die Hingabe seiner selbst. Und er sagt zu seinen Jüngern: „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele“ (Mt 11,29). Er selbst also stiftet Frieden in Demut und Gewaltlosigkeit. Und so muss sich auch der Christ in seinem Dienst am Frieden von den Wegen unterscheiden, auf denen die Welt versucht, Frieden zu schaffen.

Zunächst spricht Jesus vom Frieden in unserem Herzen. Sein Vermächtnis, nämlich die Zusage, uns seinen Frieden zu hinterlassen, verbindet er in einem Atemzug mit der Aufforderung: „Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht“ (Lk 2,14). Und er nennt die Voraussetzungen für diese Ruhe in unserer Seele: die Liebe zu ihm, das Vertrauen auf den Vater und die Freude im Heiligen Geist (vgl. Joh 14). Aus der Verbindung zum dreifaltigen Gott kann der Mensch die Kraft dazu finden, seine Mitmenschen so anzunehmen, wie Gott selbst es tut.

Im Licht dieser christlichen Botschaft können wir auch den richtigen Weg im Umgang mit dem Islam und den islamistischen Angriffen auf unsere westliche Kultur finden. Wir können erkennen, dass Karikaturen, welche Muslime ohne Unterschied in ihren religiösen Gefühlen verletzen, nicht geeignet sind, unsere Freiheit zu verteidigen und das Thema Islam zu behandeln. Wir Christen sind an erster Stelle dazu berufen, jedem Menschen Achtung entgegenzubringen. Dadurch leisten wir den entscheidenden Beitrag dafür, dass freiheitliches Zusammenleben wachsen kann. Und wir schaffen den Raum und die Atmosphäre, in welcher wir die Probleme des Islamismus sachlich und konsequent angehen können. Diesem brennenden Thema gehen wir in unserer neuen Ausgabe nach.

Liebe Leser, unser Titelbild zeigt Deutschlands ältesten Weihnachtsmarkt, den Dresdner Striezelmarkt vor der Frauenkirche. Es ist für uns keine täuschende Idylle, sondern Ausdruck unserer Hoffnung und Freude, die uns weder Corona-Auflagen noch islamistische Terrorakte rauben können. Wir sind nicht Propheten der Angst, die mit Beschuldigungen operieren und apokalyptische Bilder an die Wand zeichnen, sondern Zeugen für Jesus Christus, der mit uns lebt und gekommen ist, um zu retten und zu heilen. Auf was es jetzt ankommt, ist unser unerschütterliches Vertrauen, das in inständigem Gebet zu Gott emporsteigen muss. In der Anbetung, in der Betrachtung, in der Liturgie, im Rosenkranzgebet sind wir mit Ihnen allen aufs Engste verbunden.

Zum Jahresabschluss bitten wir Sie um eine großherzige Weihnachtsgabe (IBAN: DE46 7116 0000 0001 1905 80; BIC: GENODEF1VRR). Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, dass wir den Abo-Preis geringfügig angleichen werden, d.h. wir haben ihn ab 1. Januar 2021 für das Inland um einen Euro und für das Ausland um zwei Euro erhöht. Von Herzen sagen wir Ihnen für Ihre Spenden Vergelt’s Gott und wünschen Ihnen Gesundheit an Leib und Seele. Möge Ihnen der Herr auf die Fürsprache Mariens eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit schenken!

 

Den Migranten die Schönheit der christlichen Offenbarung vermitteln

Muslime und katholischer Glaube

Von Gerhard Kardinal Müller und Martin Lohmann

Im Gespräch mit Gerhard Kardinal Müller ist der katholische Publizist Martin Lohmann den aktuellen Herausforderungen der Kirche nachgegangen. Entstanden ist eine Publikation mit dem Titel „Wahrheit. Die DNA der Kirche“.[1] Lohmann spricht darin auch die brennende Frage nach dem Islam und dem Umgang mit muslimischen Migranten in Europa an. Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation ruft dabei zu einem eifrigen Zeugnis für unseren christlichen Glauben auf. Diese Menschen hätten ein Recht, vom Evangelium und der erlösenden Liebe Gottes zu hören. Man müsse sich diesem missionarischen Anliegen auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens mit neuem Engagement stellen. weiter...

 

Verlust von Freiheit und Demokratie

Gesellschaft ohne christliche Orientierung

Von Burkhardt Gorissen

Burkhardt Gorissen (geb. 1958) hat Betriebswirtschaftslehre studiert, arbeitet aber seit 1990 als freier Autor und Journalist. Von 1997 bis 2008 war er aktiver Freimaurer, erkannte aber, dass dieser Weg mit dem christlichen Glauben unvereinbar ist und trat aus der Loge aus. Seine Erfahrungen gab er in dem 2009 veröffentlichten Buch „Ich war Freimaurer“ wieder, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Er verfasste auch die historischen Romane „Teufels Brüder“ und „Der Viehhändler von Dülken“. Wenn er in seiner neuen Publikation „Gesellschaft ohne christliche Identität"[2] den derzeitigen Zustand der Welt beschreibt, weiß er, wovon er redet. Er analysiert politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme. Doch das eigentliche Drama ist für ihn die Glaubenskrise der westlichen Welt. Sie führe uns in die geistige und moralische Anarchie. weiter...

 

Rassismus-Debatte um Krippenfiguren in Deutschland

Die Botschaft des Königs Melchior

Von KNA und Vatican News

Das Portal Vatican News übernahm am 11. Oktober 2020 eine Meldung der KNA zur Diskussion um „rassistische“ Krippenfiguren. Tatsächlich gebe es „klischeehafte oder diskriminierende Darstellungen“, auf die man besser verzichten sollte, doch gelte es, König Melchior weiterhin einen Platz einzuräumen, damit alle Menschen unterschiedlicher Hautfarben dargestellt würden. weiter...

 

Zur Diskussion um Mohammed-Karikaturen

Fundament der Freiheit

Von Erich Maria Fink

Pfarrer Erich Maria Fink verteidigt das Recht auf freie Meinungsäußerung, doch lehnt er es ab, die vieldiskutierten Mohammed-Karikaturen als Ausdruck dieser Freiheit zu rechtfertigen. Dass der freiheitliche Westen die Fähigkeit verloren habe, auf die religiösen Überzeugungen und Gefühle von Millionen von Muslimen Rücksicht zu nehmen, zeige deutlich, wie weit er sich von den Werten des christlichen Menschenbildes entfernt und damit die Grundlage für die beschworene Freiheit eingebüßt habe. Erst die Achtung vor dem Anderen schaffe Raum für freiheitliches Zusammenleben. weiter...

 

Der Steyler Missionar Pater Paul Buhl (1902-1944)

In China zum Märtyrer geworden

Von Helmut Moll

Papst Johannes Paul II. (1920-2005) hatte den Anstoß gegeben, eine alle Kontinente umfassende Aufarbeitung der christlichen Gewaltopfer des 20. Jahrhunderts auf den Weg zu bringen. Die Deutsche Bischofskonferenz griff diesen Gedanken auf und beauftragte Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, ein deutsches Martyrologium zu erarbeiten, zusammen mit 170 Fachleuten. Das zweibändige Hauptwerk „Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts“ liegt seit 2019 in siebter, aktualisierter Auflage vor.[3] Nachfolgend das bislang unveröffentlichte Lebensbild von P. Paul Buhl SVD. weiter...

 

 „Kirchen für den Osten“ baute über 60 Kapellen und Kirchen

Frucht von Medjugorje

Von Hubert Liebherr

Die Firma Liebherr hat sich nach dem Krieg zu einem der größten Baumaschinenhersteller der Welt entwickelt. Ein Sohn des Familienunternehmens, Hubert Liebherr, hatte vor über 30 Jahren in Medjugorje ein Bekehrungserlebnis, das seinem Leben eine völlig neue Richtung gab. Seitdem widmet er sich ausschließlich apostolischen Initiativen und legt in Vorträgen Zeugnis von seiner Gotteserfahrung ab. Unter anderem ist er Mitbegründer des Vereins „Medjugorje Deutschland“, der das Anliegen Medjugorjes im deutschsprachigen Raum vertritt, sowie des Vereins „Kirchen für den Osten“, den man als Frucht der Medjugorje-Bewegung bezeichnen kann. Nachfolgend berichtet Hubert Liebherr davon, wie es zum Jubiläumskongress „40 Jahre Medjugorje“ kam, der am 30./31. Januar 2021 via Live-Übertragung aus Medjugorje und Marienfried bei Pfaffenhofen/Ulm Corona-bedingt als Online-Kongress durchgeführt wird. weiter...

 

Der Glaube an Gott den Vater im Zeitalter des Feminismus und der Gender-Ideologie

„Herr, zeige uns den Vater!“

Von Erzbischof em. Karl Braun, Bamberg

Im Dokument „Als Mann und Frau schuf er sie. Für einen Weg des Dialogs zur Gender-Frage im Bildungswesen“ vom 2. Februar 2019 bekräftigt die Kongregation für das Katholische Bildungswesen mit großem Nachdruck die „Dualität männlich und weiblich, aus der die Familie entsteht“. Und sie wiederholt eine Aussage vom 1. November 1983: „Mann und Frau verwirklichen je auf ihre Weise eine bestimmte Teilhabe des menschlichen Geschöpfes am göttlichen Sein: Sie sind geschaffen nach ‚Gottes Gleichnis und Ebenbild‘ und leben diese Berufung nicht nur als einzelne, sondern als Paar, als Gemeinschaft der Liebe.“ Aber was bedeutet dies für unser Gottesbild? Erzbischof Karl Braun erklärt, wie die biblische Offenbarung von Gott als „Vater“ zu verstehen ist. Er hält am Vaterbegriff fest, doch wäre es seiner Ansicht nach abwegig, wollte man die Geschlechtsunterschiede in Gott hineintragen. weiter...

 

Laudatio zur Verleihung des Augustin-Bea-Preises am 6. Dezember 2019

Lebenszeugnis von Klaus Berger

Von Abt Maximilian Heim OCist

Professor Dr. Klaus Berger (geb. am 25.11.1940 in Hildesheim, gest. am 08.06.2020 in Heidelberg) war einer der herausragendsten Bibelwissenschaftlicher der Gegenwart. Die Verbindung von außerordentlicher Gelehrsamkeit und tiefem Glauben ließ ihn zu einer prophetischen Stimme und einem Stern der Orientierung am Horizont neutestamentlicher Theologie werden. Die Internationale Stiftung Humanum mit Sitz in Lugano zeichnete ihn am 6. Dezember 2019 mit dem Augustin-Bea-Preis aus. Die Laudatio zur Preisverleihung in Heidelberg hielt der Abt von Heiligenkreuz, Dr. Maximilian Heim OCist. Er fasste das Lebenswerk Bergers ein halbes Jahr vor dessen Tod auf eindrucksvolle Weise zusammen. Es lohnt sich, die Preisrede (vgl. Ambo 2020,[4] S. 481-487) ohne Kürzung wiederzugeben und die unverwechselbare Gestalt dieses modernen Exegeten, von dem die heutige Zeit noch viel lernen kann, zum Leuchten zu bringen. weiter...

 

Klassiker der spirituellen Literatur aus dem 14. Jhdt.

Gott in der „Wolke“ begegnen

Von Peter Dyckhoff

Peter Dyckhoff hat sich durch viele Schriften zum Ruhegebet um das kontemplative Gebet im Alltag verdient gemacht. Mit der nun vorliegenden Übertragung der „Wolke des Nichtwissens“,[5] verfasst von einem englischen Kartäusermönch des 14. Jahrhunderts, der namentlich nicht bekannt ist, in ein zeitgemäßes Deutsch legt er seinen Lesern einen weiteren geistlichen Schatz ans Herz. Ende des 14. Jahrhunderts in England zuerst erschienen, wurde der Text im 20. Jahrhundert aufgrund seiner psychologischen Kenntnis zu einem wichtigen Leitfaden für viele Christen, die in ihrem Alltag Gott begegnen wollen. weiter...

 

Eine neue Biografie über Mutter Julia Verhaeghe

Die Kirche lieben

Von Hermann Geißler FSO

P. Dr. Hermann Geißler FSO, selbst Mitglied der geistlichen Familie „Das Werk“, hat eine neue Biografie der Gründerin Julia Verhaeghe (1910-1997) vorgelegt.[6] Er beschreibt sie als eine Frau, die keine besondere Ausbildung, keine gute Gesundheit und keine materiellen Mittel besaß. Doch hatte sie ein unerschütterliches Vertrauen auf die Vorsehung Gottes. „Der heilige Franziskus war mit der Armut verheiratet; ich bin mit der Vorsehung verheiratet“, so konnte sie sagen. Bischof Philip Boyce OCD, ihr langjähriger geistlicher Begleiter, schrieb: „Sie verschenkte ihr Leben für die heilige Kirche. Ihre Sendung war es, durch die Weitergabe des Charismas, das sie erhalten hatte, und die Mitwirkung an der Rettung von Seelen den mystischen Leib Christi schöner zu machen. Dies war die Leidenschaft ihres Lebens. Sie ist wirklich eine Tochter der Kirche, eine Mutter vieler Seelen.“ weiter...


[1] Martin Lohmann / Gerhard Kardinal Müller: Wahrheit. Die DNA der Kirche, HC, 344 S., ISBN 978-3-86357-277-8, Euro 19,80 – Tel.: +49 (0) 7563 608 998-0; www.fe-medien.de – Nur wenn die Kirche ihrer Wahrheitsbotschaft treu bleibt, kann ihr eine wirksame Reform gelingen. Die einzige DNA der Kirche ist und bleibt die Wahrheit: der Gottessohn Jesus Christus. Im Buch wird deutlich, dass Glaube und Vernunft einander ergänzen. Und: Glaube ist etwas Schönes. Er gibt dem Leben Weite und Freiheit.
[2] Burkhardt Gorissen: Gesellschaft ohne christliche Identität. Die Orientierung fehlt, geb., 176 S., ISBN 978-3-9479312-3-1, Euro 16,95 (D), Euro 17,50 (A); Tel.: 07303-952331-0; Fax: 07303- 952331-5; E-Mail: buch@media-maria.de; www.media-maria.de
[3] Helmut Moll – hrsg. im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz: Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, 7., überarbeitete u. aktualisierte Aufl. 2019, 2 Bände, insg. CIX + 1.827 S., zahlr. Abb., Leinen mit SU, ISBN 978-3-50678-012-6, Euro 99,00, sFr 119,00, www.schoeningh-buch.de
[4] Wolfgang Buchmüller/Christoph Böhr/Hanna-B. Gerl-Falkovitz (Hg.): Ambo/Jahrbuch der Hochschule Heiligenkreuz 2020 (5. Jg.): Das Gute, Wahre und Schöne. Zur Aktualität der Lehre von den Transzendentalien, 644 S., HC, ISBN 978-3-903602-11-3, 24,90 Euro; Tel.: +43(2258)8703-400, Mail: bestellung@bebeverlag.at – www.klosterladen-heiligenkreuz.at
[5] Peter Dyckhoff: Wolke des Nichtwissens. Eintauchen in geistliches Leben, geb., 208 S., ISBN 978-3-451-38584-1, Euro 20,00 (D), eBook Euro 14,99 – Bestell-Hotline: +49 761 2717300; E-Mail: kundenservice @herder.de – www.herder.de
[6] Hermann Geißler FSO: Sie diente der Kirche. Mutter Julia Verhaeghe und die Entfaltung der geistlichen Familie „Das Werk“, Pb., 288 S., bebildert, Euro 12,80, ISBN 978-3-86357-282-2 – Bestell-Tel.: +49 (0) 7563 608 998-0; E-Mail: info@fe-medien.de – www.fe-medien.de