Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Januar 2021

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Wahre Erneuerung in der Kirche ist immer von Heiligen ausgegangen, die Jesus ohne Vorbehalt geliebt haben. Sie waren bereit, alles loszulassen, um das Evangelium wortwörtlich leben zu können. Ein heiliger Franziskus hat die Armut nicht um ihrer selbst willen geliebt, sondern um des Evangeliums willen. Seine Freude war es, vom Licht der Frohen Botschaft erleuchtet zu werden und allein aus der Kraft Jesu Christi zu leben. Eine heilige Anna Schäffer war bereit, ihre unsäglichen Leiden anzunehmen und sogar zu lieben, weil sie für das Evangelium brannte. Sie wollte selbst lebendiges Evangelium sein. In der Nachfolge Christi wurde sie ihrem Meister immer ähnlicher. Und so konnte sich in ihrer Einfachheit, in ihrer vollkommenen Schwachheit die Macht des Reiches Gottes entfalten. In der Hingabe an Jesus Christus ging die heilige Theresia von Lisieux bis zum Äußersten. Quelle ihrer Liebe war die grenzenlose Begeisterung für das Evangelium. In ihm fand sie die süße Freude, die sie der Welt verkünden durfte. Darin besteht ihre Botschaft als Kirchenlehrerin für die heutige Zeit.

Am 13. Dezember 2020 feierte Erzbischof Dr. Karl Braun seinen 90. Geburtstag. Bis heute erklingt seine Stimme, mit der er seiner geliebten Kirche Orientierung geben möchte. Auch in unseren Tagen hat sie den Auftrag, Sauerteig für die Welt zu sein, in der Liebe Christi die menschliche Gesellschaft zu verwandeln, in der Kraft des Heiligen Geistes das Angesicht der Erde zu erneuern. Dazu darf sie sich nicht in ein „Ghetto“ zurückziehen. Sie muss in der Welt bleiben, ja in die Welt hinausgehen, darf sich aber nicht der Welt angleichen. Erzbischof Braun richtet einen leidenschaftlichen Appell an die Kirche, das Evangelium treu und authentisch zu verkünden, selbst auf die Gefahr hin, abgelehnt und eine kleine Herde zu werden. Er warnt vor der Illusion, einen pastoralen Erfolg erzielen zu wollen, indem man sich dem Zeitgeist anpasst. Eine Kirche, die meint, Abstriche von den Idealen des Evangeliums machen zu müssen, um leichter Gefolgschaft zu erzielen, mehr Gehör zu finden, besser bei den heutigen Menschen anzukommen, gibt sich selber auf und ist für das Werk der Erlösung unbrauchbar. Gerade weil sich die Kirche von der Welt unterscheidet, kann sie ihr helfen. Das Schicksal, in der Welt „Außenseiter“, „Fremder“ zu sein, gehört zu ihrem Wesen, doch nur darin können wir Christen das Reich Gottes erlangen und unser Glück finden.

Der „Synodale Weg“ muss sich fragen, ob er nicht genau dieser Illusion zum Opfer gefallen ist. Bernhard Meuser legt mit seinem Buch „Freie Liebe – Über neue Sexualmoral“ kompromisslos den Finger auf diese Wunde. Der hl. Johannes Paul II. hat mit seiner „Theologie des Leibes“ die Schönheit der Sexualität aufgezeigt und sie in ein göttliches Licht gestellt, doch die „neue Sexualmoral“, wie sie im Augenblick angedacht wird, geht genau in die entgegengesetzte Richtung. Als Argument wird der Wandel der Kirche in der Haltung zu konkreten Fragen wie der Sklaverei genannt. Wir müssen zugeben, dass die Akzeptanz von Sklaverei ein Kompromiss mit der damaligen Gesellschaftsform war, der nicht dem Evangelium entspricht. Dem Geist der „Sodomie“ entgegenzukommen, aber wäre keine Annäherung an das Evangelium, sondern eindeutig eine Abkehr.

Liebe Leser, so haben wir als Titelthema die „Macht der kleinen Herde“ gewählt, die nur denen gegeben ist, die sich nicht der Welt angleichen. Paulus schreibt an die Gemeinde in Rom: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern lasst euch verwandeln durch die Erneuerung des Denkens, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene!“ (vgl. Röm 12,2). Und Jesus sagt: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben“ (Lk 12,32). Mit diesen Worten unseres Erlösers wünschen wir Ihnen auf die Fürsprache Mariens ein gesegnetes und friedvolles Neues Jahr. Vergelt’s Gott für Ihre treue Unterstützung!

 

„Gleicht euch nicht dieser Welt an!“ (Röm 12,2)

Die Macht der kleinen Herde

Von Erzbischof em. Karl Braun

Erzbischof em. Dr. Karl Braun, der am 13. Dezember 2020 seinen 90. Geburtstag gefeiert hat, stammt aus der Diözese Augsburg. Unter den Bischöfen Joseph Freundorfer und Josef Stimpfle war er Konzilssekretär. 1972 wurde er in das Augsburger Domkapitel berufen und war als Bistumstheologe für die Fragen des Glaubens und der Liturgie zuständig. 1984 wurde er zum Bischof von Eichstätt und 1995 zum Erzbischof von Bamberg ernannt. Die Leitung des Erzbistums gab er 2001 aus gesundheitlichen Gründen ab. Doch bis heute setzt er sich mit den Herausforderungen der heutigen Zeit auseinander und publiziert dazu Bücher und Beiträge in Zeitschriften. Erzbischof Ludwig Schick würdigte seinen Vorgänger Braun anlässlich des Jubiläums mit den Worten: „Du hast Dein ganzes Leben im Geist Jesu Christi der Kirche und den Menschen gewidmet.“ weiter...

 

Missbrauch mit dem Missbrauch

Die „neue Sexualmoral“

Interview mit Bernhard Meuser

Der „Synodale Weg“, den die Deutsche Bischofskonferenz noch unter Kardinal Marx beschlossen hat, sollte die Kirche aus der Missbrauchskrise herausführen. Doch liberale Vertreter nützen ihn für ihre Zwecke und sehen in ihm die „letzte Chance“ für eine Kirchenreform. Sie fordern das Ende des Zölibats, die Priesterweihe für Frauen, eine „neue Sexualmoral“ und Machtkontrolle durch Laien. Mit seinem Buch „Freie Liebe – Über neue Sexualmoral“ (Fontis Verlag)[1] legte der bekannte katholische Publizist und Autor Bernhard Meuser („YOUCAT“) eine scharfe, aber substanzielle Kritik am „Synodalen Weg“ vor. Meuser sieht darin „Missbrauch mit dem Missbrauch“; er nennt den Synodalen Weg „den Versuch einer liberalen Machtübernahme in der deutschen Kirche“ und spricht sogar von einem „bischöflich initiierten und assistierten Skandal“. weiter...

 

Unsere Welt braucht Väter

Jahr des hl. Josef

Von Anian Christoph Wimmer, CNA Deutsch

Mit dem Dekret „Quemadmodum Deus“ vom 8. Dezember 1870 hatte der selige Papst Pius IX. den hl. Josef zum Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche erklärt. Um das 150-jährige Jubiläum dieser Proklamation zu feiern, rief Papst Franziskus nun ein „Jahr des hl. Josef“ aus, das vom 8. Dezember 2020 bis zum 8. Dezember 2021 begangen wird. Dazu veröffentlichte er das Apostolische Schreiben „Patris Corde“ – „Mit väterlichem Herzen“. weiter...

 

Der hl. Josef als Vorbild für den zölibatären Priester

Wahre väterliche Liebe

Von Papst Franziskus

In seinem neuen Dokument über den hl. Josef stellt Papst Franziskus die Selbsthingabe väterlicher Liebe auch als Leitbild für den zölibatären Priester heraus. Angesichts des Missbrauchsskandals ist der Aufruf zu einer „keuschen“ und „nicht besitzergreifenden“ Liebe höchst aktuell. weiter...

 

Das christliche Verständnis von Moral

Austausch der Liebe zwischen Gott und Mensch

Von Engelbert Recktenwald FSSP

In der Auseinandersetzung mit dem philosophischen Ansatz von Immanuel Kant zeigt Pater Engelbert Recktenwald FSSP (geb. 1960) das christliche Verständnis von Moral auf. Kant und Christentum stimmen darin überein, dass der Mensch nie am Sittengesetz vorbei zu seiner eigentlichen Bestimmung gelangen kann. Er ist seinem Wesen nach zur Heiligkeit berufen, die den höchsten moralischen Wert darstellt. Die Sünde, die dem Weg der Heiligkeit entgegensteht, kann den Menschen nie zur wahren Verwirklichung seiner Person führen, sondern lenkt ihn immer von dem ab, was ihn im letzten glücklich macht. Doch ist die christliche Moral nicht ein abstraktes Wertesystem, sondern Gott selbst. Moralisches Handeln, so führt P. Recktenwald aus, ist im Licht des Evangeliums nichts anderes als das Eintreten in den Austausch der Liebe mit Gott. Er, der „Liebe schenkt und Liebe fordert“, ist „Quelle der sittlichen Forderung nach Heiligkeit und Quelle der Güte, die uns beseligt“. weiter...

 

Pastorale Initiative der katholischen Kirche in Russland

Maria – Mutter des Göttlichen Wortes

Von Erich Maria Fink

In der Galerie von Mariendarstellungen neben der Verkündigungskirche in Nazareth möchte auch die katholische Kirche Russlands vertreten sein. Am 25. März 2021 wird sie dort eine Ikone anbringen, welche für die Katholiken in Russland eine besondere Bedeutung hat. Als Vorbereitung dazu wurde am 25. März 2020 ein Marianisches Jahr ausgerufen und eine Initiative gestartet, welche die Gläubigen aller Pfarreien einbezieht und sie mit der Ikone bekannt macht. Pfarrer Erich Maria Fink berichtet von diesem Projekt der Kirche in Russland. weiter...

 

Felix Zech legt Zeugnis ab

Einsatz für „Mary’s Meals“

Von Maria-Christiana v. Habsburg

Felix Zech (32) hatte 2016 einen schweren Tauchunfall. Seitdem ist er vom Hals abwärts gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Doch er gibt nicht auf. Nach einer intensiven Reha übt er nun zuhause am Gangtrainer, um einzelne Körperfunktionen wiederherzustellen. Schon vor dem Unfall hatte er sich für die Hilfsorganisation „Mary’s Meals“ engagiert. Nun legt er Zeugnis von seinem Lebenswillen ab und bittet um Spenden, als würde er für „Mary’s Meals“ laufen. Auch im geistlichen Sinn kann er seine Mühen für das Hilfswerk aufopfern. weiter...

 

Die Arbeit von „Mary’s Meals“ unter Corona-Bedingungen

Schulen werden Verteilungsstellen

Von Margareta Fopp

Margareta Fopp berichtet, wie die Hilfsorganisation „Mary’s Meals“ nach dem Ausbruch von COVID-19 ihre Arbeit in den Entwicklungsländern fortsetzt. Denn ihr Versprechen, die Kinder mit Nahrung zu versorgen, wollen sie einhalten. weiter...

 

Das geheimnisvolle Leben der Anna Schäffer

Mystikerin des Leidens

Von Stefan Meetschen

Anna Schäffer wäre am liebsten Missionsschwester geworden. Ein Arbeitsunfall gab dem Leben der Schreinertochter eine völlig andere Richtung. Anstatt ferne Länder zu bereisen, musste sie fast 25 Jahre lang das Krankenlager hüten. Zunächst widerstrebend, dann im Einklang mit dem Willen Gottes. Dabei wurden der jungen Frau zahlreiche Gnaden geschenkt: Visionen und Begegnungen mit Heiligen, Worte der Erkenntnis, die Leiden Christi. Viele Menschen fanden Trost bei ihr. Am 21. Dezember 2012 wurde Anna Schäffer von Papst Benedikt XVI. in Rom heiliggesprochen. In seiner Anna Schäffer-Biografie[2] zeichnet der Journalist Stefan Meetschen das geheimnisvolle Leben dieser „Mystikerin des Leidens“ einfühlsam und chronologisch nach. weiter...

 

Theresia von Lisieux auch heute aktuell

Eine von uns

Von Klaus-Peter Vosen

Theresia von Lisieux ist „die größte Heilige der modernen Zeit“, so hat der hl. Papst Pius X. geurteilt. In der Tat kann die junge Kirchenlehrerin auch uns heute Ratgeberin sein – liebevoll, mit Charme und Esprit. Pfarrer Klaus-Peter Vosen will einige der lichtvollen Impulse aufzeigen, die die hl. Theresia der aktuellen Welt vermittelt.[3] weiter...

 

„Auf Terror und Verfolgung eine christliche Antwort geben“

Die Liebe Christi ist stärker

Interview mit Florian Ripka von KIRCHE IN NOT Deutschland

Corona, Terror, Krieg – und immer wieder auch eine zunehmende Verfolgung: 2020 war für viele Christen ein schwieriges Jahr. Florian Ripka, der Geschäftsführer des päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ Deutschland, zieht im Gespräch Bilanz zu Brennpunkten der Verfolgung, dem Einsatz für Religionsfreiheit, aber auch zu Lichtblicken und geleisteten Hilfen. weiter...

 

Farb-Anschlag auf „Pro Femina“ in München

Ideologischer Hass

Von Kristijan Aufiero

Die Einrichtung „Pro Femina“ verwirklicht genau das, wozu wir als Christen berufen sind: einfühlsam schwangeren Frauen in Not zur Seite zu stehen und Sie zur Annahme ihrer ungeborenen Kinder zu ermutigen, aber auch konkrete Hilfe anzubieten, soweit es in ihren Kräften steht. Die Kirche kann auf diese Initiative stolz sein und stellt sich unmissverständlich auf ihre Seite. weiter...

 

Die Geschichte meiner Mutter – vom Loslassen und Wiederfinden

Der Kelch des Lebens

Von Peter Dyckhoff

Viele Jahre nach dem Tod seiner Mutter Marie Charlotte fand Dr. Peter Dyckhoff schriftliche Aufzeichnungen und Briefe, die an ihn gerichtet waren. Dieses „Blaue Buch"[4] offenbarte ihm ihr Lebensgeheimnis auf ganz neue Weise. Sie war bereit, den Kelch des Lebens bis zur Neige zu trinken. Aber wie bei Jesus selbst war es ein Kelch des Todes und der Auferstehung. Peter Dyckhoff beschreibt mit ihren Worten seinen eigenen Weg zum Priesterberuf, der für sie eine gewaltige Herausforderung bedeutete. An dieser Geschichte wird deutlich, dass Kinder ihre eigenen Wege gehen, und dass Eltern sie wiedergeschenkt bekommen, wenn sie losgelassen werden. weiter...


[1] Bernhard Meuser: Freie Liebe – Über neue Sexualmoral, Klappenbroschur, 432 S., ISBN 978-3-03848-203-1, Euro 20,00; Bestell-Hotline: +49 2351 9693-0; Fax: +49 2351 9693-45; E-Mail: fontis@fontis-media.de
[2] Stefan Meetschen: Das geheimnisvolle Leben der Anna Schäffer – Mystikerin des Leidens, geb., 160 S., ISBN 978-3-9479312-1-7, Euro 16,95 (D), Euro 17,50 (A), Bestell-Tel.: +49 (0)7303-952331-0; Fax: +49 (0)7303-952331-5; www.media-maria.de
[3] Klaus-Peter Vosen: Eine von uns – Theresia von Lisieux für Menschen von heute, geb., 144 S., ISBN 978-3-9479312-0-0, Euro 14,95 (D), Euro 15,40 (A), Bestell-Tel.: +49 (0)7303-952331-0; Fax: +49 (0)7303-952331-5; www.media-maria.de
[4] Marie Charlotte Dyckhoff & Peter Dyckhoff: Das Blaue Buch – Vom Loslassen und Wiederfinden, Pb., 224 S., Neuausgabe 2020, ISBN 978-3-86357-288-4, Euro 8,95 – Bestell-Tel.: +49 (0) 7563 608 998-0; info@fe-medien.de – www.fe-medien.de