Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Mai 2021

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Jesus Christus, der Sohn Gottes, hat mit seinem Kreuzestod und seinem Auferstehungssieg ein umfassendes Erlösungswerk vollbracht. Er hat für alle Menschen den vollen Preis bezahlt. Allein er hat die Kluft zwischen Gott und Mensch überwunden, ihm ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde (Mt 28,18). Doch Gott konnte die Welt nicht ohne die Mitwirkung der Menschheit retten. Sein Kommen in die Welt war abhängig von ihrer Zustimmung. Und diese Einverständniserklärung hat stellvertretend für die ganze Menschheit die Jungfrau Maria gegeben, als sie vom hl. Erzengel Gabriel nach ihrer Bereitschaft gefragt wurde, Mutter des verheißenen Messias zu werden.

Diesem Ja-Wort Mariens ist der Leitartikel von Dr. Richard Kocher gewidmet. Er arbeitet die Vollkommenheit ihrer Bereitschaft heraus, die sie mit ihrem „Fiat“ zum Ausdruck gebracht hat: „Mir geschehe nach deinem Wort!“ Die schlichten Worte „Siehe, die Magd des Herrn“ besitzen eine globale Dimension, welche wie das Erlösungswerk selbst die ganze Menschheitsgeschichte umfasst.

Das Geheimnis der Unbefleckten Empfängnis muss im Licht dieses entscheidenden Augenblicks der gesamten Geschichte gesehen werden. Gott hatte die Heimholung der Schöpfung von der Entscheidung der Frau von Nazareth abhängig gemacht. Um aber das Gelingen dieses Plans zu garantieren, hat er Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins an mit der ganzen Gnadenfülle ausgestattet, die ein Geschöpf überhaupt tragen kann. Ja, im Blick auf das Ja-Wort Mariens für die ganze Menschheit hat sie Gott ohne eigenes Verdienst von der Erbsünde bewahrt und mit unaussprechlicher Vollkommenheit ausgestattet.

So wurde Maria der Weg, auf dem Gott in die Welt gekommen ist. Diesem Gedanken widmete der hl. Papst Johannes Paul II. sein Schreiben vom 15. August 1993 zum 700. Jahrestag von Loreto, wo das Haus von Nazareth verehrt wird. „Maria ist der ‚königliche Weg‘, auf dem Christus uns entgegengekommen ist und auf dem jetzt wir ihm entgegengehen können.“ Dieses Wort des hl. Bernhard von Clairvaux wendet Johannes Paul II. auf unsere Zeit an und schreibt: „Maria war, historisch betrachtet, die Morgenröte, die dem Aufgang der Sonne der Gerechtigkeit – Christi, unseres Gottes – voranging; sie erfüllt weiterhin, wann immer man ein neues Kommen des Herrn in der Gnade erwartet, diese mystische Rolle im Leben der Kirche.“ Mit ihrem Ja-Wort im „Heiligen Haus von Nazareth“ aber habe Maria nicht nur die „Zustimmung“ zum Kommen des Erlösers gegeben, sondern objektiv gesehen jedem von uns ihr Ja-Wort gegeben und jeden von uns bereits als Mutter empfangen.

Wie sehr brauchen wir heute diese unsere Mutter! Sie habe ihn auf den Weg der Kreuzesnachfolge geführt und ihm „eine neue Dimension der Heiligkeit des Leidens“ erschlossen, so bezeugt Erzbischof Fulton John Sheen (1895-1979). Und im Licht Fatimas und der russischen Ikone der Gottesmutter von Kasan erweist sich Maria als geheimnisvoller Schlüssel zur Wiederherstellung der sichtbaren Einheit von Ost- und Westkirche. Möge Maria, der „königliche Weg“, mit ihrem gehorsamen „Fiat“ auch unseren „Synodalen Weg“ erleuchten und uns zu Hilfe kommen.

Liebe Leser, das Titelbild zeigt die sog. „Ringpfostenmadonna“, das Gnadenbild von Werl im Erzbistum Paderborn, dem drittgrößten katholischen Marienwallfahrtsort in Deutschland nach Altötting und Kevelaer. Mit dem eindrucksvollen Blick der Gottesmutter und des Jesuskindes als Weltenrichter wünschen wir Ihnen einen gnadenreichen Marienmonat Mai und ein gesegnetes Pfingstfest mit reicher Ausgießung des Heiligen Geistes. Vergelt’s Gott für ihre großherzige Unterstützung unseres Apostolats!

 

„Mit Maria entdeckte ich die Heiligkeit des Leidens“

Am Fuß des Kreuzes

Von Erzbischof Fulton John Sheen

In seiner Autobiografie hat Erzbischof Fulton John Sheen (1895-1979) seine außerordentliche Liebe zur Gottesmutter beschrieben.[1] Die Kirche habe Maria nie angebetet, aber sie sei sich bewusst, dass Maria von allen Geschöpfen Gott am nächsten stehe. „Ohne sie als Schlüssel ist es schwierig, die Reichtümer in der Schatzkammer des Glaubens zu finden“, so schreibt er. Was er durch Maria selbst entdeckt habe, sei eine neue Dimension der Heiligkeit des Leidens. weiter...

 

Hintergründe der Kasaner Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau

Zeichen der Einheit

Von Erich Maria Fink

Im Jahr 2004 gab Papst Johannes Paul II. die Ikone der Gottesmutter von Kasan, die sich elf Jahre im Vatikan befunden hatte, an die Russisch-Orthodoxe Kirche zurück. Dadurch ist die Kasaner Ikone zu einem besonderen Zeichen der Einheit zwischen Ost- und Westkirche geworden. Die Bedeutung des Weges, den die Ikone im 20. Jahrhundert zurückgelegt hat, erschließt sich aber noch tiefer, wenn man auf ihre 500-jährige Geschichte zurückblickt. Pfarrer Erich Maria Fink geht dazu auf die Hintergründe der Kasaner Kathedrale am Roten Platz in Moskau ein, welche das heutige Selbstverständnis der russischen Nation widerspiegelt. weiter...

 

Die Verkündigung des Herrn – ein pfingstliches Ereignis

Maria und der Heilige Geist

Von Richard Kocher

Die Heilige Schrift bildet das Fundament für die Lehre der katholischen Kirche über Maria. Pfarrer Dr. Richard Kocher, Programmdirektor des christlichen Senders „Radio Horeb“, stellt ihre besondere Beziehung zum Heiligen Geist heraus. Er geht von der Verkündigung des Herrn aus und schlägt den Bogen zum Pfingstereignis. Beide Male entstehe etwas Neues, die Menschwerdung Gottes und die Geburt der Kirche. Auf der Grundlage exegetischer Kommentare bietet Pfr. Kocher eine geistliche Erschließung der Verkündigungsszene im Sinn der Jesus-Bücher von Papst Benedikt. weiter...

 

Vorbehaltlos tat Josef, was Gott „ihm befohlen hatte“

Werkzeug der göttlichen Vorsehung

Von Erzbischof em. Karl Braun

Der sel. Papst Pius IX. hatte den hl. Josef mit dem Dekret „Quemadmodum Deus“ vom 8. Dezember 1870 zum Schutzpatron der katholischen Kirche erklärt. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums dieser Proklamation rief Papst Franziskus ein Jahr des hl. Josef aus, das bis zum 8. Dezember 2021 dauern wird. Josef stand nicht im Rampenlicht, sondern erfüllte den Auftrag Gottes in schweigendem Gehorsam. Wir Christen würden immer mehr zu Randfiguren der Gesellschaft, so Erzbischof Dr. Karl Braun, umso vertrauensvoller sollten wir auf den hl. Josef blicken. weiter...

 

„Die Macht der kleinen Herde“ (Teil 1)

Weg aus der Krise: Ja zum Paradox!

Von Lorenz Rösch

Lorenz Rösch (geb. 1965) ist Priester der Diözese Rottenburg-Stuttgart und derzeit übergangsweise als Pfarrvikar in Bad Mergentheim im Einsatz. Mit einer Artikelreihe vertieft er das Titel-Thema „Die Macht der kleinen Herde“, das wir für die Januarausgabe dieses Jahres gewählt hatten. Zunächst stellt er einen Beitrag des frühen Joseph Ratzinger aus dem Jahr 1960 vor. Der Aufsatz trägt den Titel „Die christliche Brüderlichkeit“ und zeichnet ein höchst aktuelles Bild vom Auftrag der Kirche in unserer Zeit – und das bedeutet von ihrem Weg in die Zukunft. Die Überlegungen nehmen die Lehre des II. Vatikanischen Konzils, wie sie in der Dogmatischen Konstitution über die Kirche „Lumen gentium“ (1964) enthalten sind, vorweg und haben prophetischen Charakter. Gerade für den derzeitigen „Synodalen Weg“ in Deutschland können die Impulse Ratzingers richtungsweisend sein. Von da aus schlägt Pfarrer Rösch den Bogen zu Pater Alex Lefrank SJ (geb. 1932), der als geistlicher Begleiter und Buchautor eine große Ausstrahlung besitzt. Ohne Zweifel lohnt es sich, seiner Vision von Kirche nachzugehen. Rösch leitet daraus den Appell ab: „Ohn-Macht der Kirche: Ja zum Paradox!“ weiter...

 

Zu Besuch in Klöstern Israels und Palästinas

Von M. Ragsch/N. Mauge/S. Reith

Eine neue Publikation über das Heilige Land vermittelt außergewöhnliche Eindrücke von der Wiege des Christentums: Berichte von archaischen Mönchen und pittoresken Klöstern, Blicke hinter sonst verschlossene Pforten, mit zahlreichen, herrlichen Fotos, die zum Träumen anregen. „Väter des Heiligen Landes“ ist ein Buch für alle, die nach gelebtem Glauben und Abenteuer dürsten.[2] weiter...

 

Deutscher Widerspruch zum „Nein“ aus Rom

Schrift und Tradition statt Betroffenheit

Von Stephan Baier

Wie pastoral ist es, wenn Bischöfe gegen eine lehramtliche Klarstellung aus Rom polemisieren? Und wie akademisch, wenn Theologen dasselbe ohne Argumente tun? Wenn Bischöfe beginnen, andere Verbindungen als die Ehe bzw. das Eheversprechen zu segnen, mögen sie definieren, welche und unter welchen Bedingungen. Alles andere wäre eine Zumutung für Gläubige und Seelsorger. Ein Kommentar von Stephan Baier, zuerst erschienen in der Tagespost[3] weiter...

 

Wenn katholische Gelehrte dem Papst in den Rücken fallen

Der Kampf um das Naturrecht

Von Engelbert Recktenwald FSSP

Am 22. September 2011 hielt Papst Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag eine historische Rede. Als Papst aus Deutschland ging er auf die Grundlagen der staatlichen Rechtsordnung ein. Dabei mahnte er eine Neubesinnung auf das Naturrecht an. Heuer werden es 10 Jahre und die Diskussion um diese politische Ansprache reißt nicht ab. Kritik gab es auch vonseiten katholischer Theologen. Dazu erschien 2012 der Sammelband „Verfassung ohne Grund? Die Rede des Papstes im Bundestag“, herausgegeben vom Bochumer Dogmatikprofessor Dr. Georg Essen. Pater Engelbert Recktenwald FSSP (geb. 1960) hat sich mit der zum Teil harschen Kritik am Ansatz Benedikts XVI. auseinandergesetzt. Er nahm vor allem die Beiträge des Tübinger Dozenten Dr. Christoph Hübenthal und des Wiener Professors Dr. Rudolf Langthaler unter die Lupe. Bei beiden vermisst er eine adäquate Kant-Interpretation, was ihnen auch den Zugang zu der von Benedikt vorgeschlagenen Wiederentdeckung der „Ökologie des Menschen“ verschließe. weiter...

 

Entwicklung „neuer“ Menschenrechte (2)

Verfügung über den eigenen Körper

Von Grégor Puppinck

Nach dem französischen Rechtswissenschaftler Grégor Puppinck (geb. 1974) verbirgt sich hinter der Entwicklung „neuer“ Menschenrechte ein verfälschtes Menschenbild. In den vergangenen 70 Jahren sei der „vom christlichen Humanismus ererbte Sinn des Daseins“ aus dem Blick geraten und durch einen Individualismus ersetzt worden, der ein absolutes Herrschaftsrecht des Geistes über den Leib proklamiere. Die Verfügung über den eigenen Körper als Matrix neuer Rechte aber bedeute keine Befreiung der Person, sondern letztlich Unterdrückung. Nachfolgend Teil 2 einer Artikelserie.[4] weiter...

 

Sebastian Kneipp – Vorbild wahrer christlicher Nächstenliebe

Der Priesterarzt

Von Gunda Maria Eggerking

Die Diplom-Pädagogin Gunda Maria Eggerking, die sich seit vielen Jahren mit theologischen und spirituellen Themen beschäftigt, hat nun ein Buch über Pfarrer Sebastian Kneipp (1821-1897) veröffentlicht.[5] Darin hat sie unzählige alte Quellen verarbeitet, welche das Bild dieses „gottbegnadeten Priesterarztes“ vervollständigen. Sie lässt vor allem Zeitzeugen und Fachleute zu Wort kommen, welche die ursprünglichen Anliegen der „Kneippschen Gesundheits- und Heillehre“ zum Vorschein bringen. Nachfolgend ein Auszug aus ihrem Schlussresümee. weiter...

 

„Wer das Joch trägt, den trägt es“

Christus schaut dich an

Von Peter Dyckhoff

Das „Würzburger Kreuz“ aus dem 14. Jahrhundert ist ein einzigartiger Ausdruck der liebenden Zuwendung des gekreuzigten und auferstandenen Herrn zu uns Menschen. Mit seinen Wundmalen neigt sich Christus dem Betrachter zu und schaut ihn mit sehnsuchtsvollem Blick an. Die angenagelten Hände haben sich vom Kreuz gelöst und scheinen einen geheimnisvollen Jemand zu umarmen. Dr. Peter Dyckhoff fasst in seinem Beitrag die Bedeutung dieses Kreuzes zusammen, das er als einen persönlichen Schatz und als geistliche Kraftquelle entdeckt hat. Seine Betrachtungen entfaltet er auch in einem Buch mit dem Titel „Umarmung Christi“.[6] Die Publikation stellt eine Theologie des Kreuzes dar, jedoch in einer Sprache, die das Herz jedes Menschen erreichen und für die unendliche Liebe des Erlösers öffnen kann. weiter...

 

„Kirche in Not“ steht christlicher Minderheit bei

Zehn Jahre Krieg in Syrien: Das Martyrium geht weiter

Von Tobias Lehner

Der Krieg in Syrien ist eine der größten humanitären Katastrophen der Gegenwart. Er dauert jetzt über zehn Jahre an. Seitdem sind laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte knapp 400.000 Menschen ums Leben gekommen. Fast 12 Millionen Menschen wurden vertrieben. Mehr als 13 Millionen Menschen in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Besonders tragisch: Rund eine Million Kinder wurden durch den Krieg zu Vollwaisen. weiter...


[1] Unerschütterlich im Glauben – Die Autobiografie von Erzbischof Fulton J. Sheen, Vorwort von Raymond Arroyo, geb., 416 S., ISBN 978-3-9479311-9-4, Euro 22,00 (D), Euro 22,70 (A); Tel.: 07303-952331-0; Fax: 07303-952331-5; E-Mail: buch @media-maria.de; www.media-maria.de
[2] M. Ragsch/N. Mauge/S. Reith: Väter des Heiligen Landes, Be+Be 2021, ISBN 978-3-903602-09-0, 316 S., Euro 29.90; Tel. 0043 (0) 2258 8703-400; bestellung@bebeverlag.at – www.klosterladen-heiligenkreuz.at
[3] Die Tagespost. Katholische Wochenzeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur (Würzburg), Ausgabe vom 1. April 2021, S. 8, www.die-tagespost.de
[4] Grégor Patrick Puppinck: Der denaturierte Mensch und seine Rechte, Be+Be-Verlag. 2021, Hardcover, 274 S., ISBN 978-3-903602-07-6, Euro 21,90; Tel.: 0043 (0) 2258 8703-400; E-Mail: bestellung@bebeverlag.at – www.klosterladen-heiligenkreuz.at
[5] Gunda Maria Eggerking: Der Priesterarzt. Sebastian Kneipp – Vorbild wahrer christlicher Nächstenliebe, Fe-Medienverlag 2021, HC, 232 S., zahlr. Abb., ISBN 978-3-7171-1332-4, Euro 9,95 – www.fe-medien.de
[6] Peter Dyckhoff: Umarmung Christi, fe-Verlag 2021, HC, Fotos und Leseband, 128 S., ISBN 978-3-86357-300-3, Euro 12,00, Tel. 07563 608 998 0, E-Mail: info@fe-medien.de – Website: www.fe-medien.de