Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Juli 2021

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Die Zukunftsvision des Papstes für die Kirche ist ein „synodaler Weg“. Doch was bedeutet das für Papst Franziskus? Er wünscht sich eine „synodale Kirche“, in der die unterschiedlichen Berufungen, Stände und Begabungen aufeinander hören und füreinander da sind. Er geht vom griechischen Wort „Synode“ aus, was wörtlich übersetzt nichts anderes bedeutet als „miteinander auf dem Weg sein“. Genau darin sieht Franziskus eine der tiefsten Wesensmerkmale von Kirche, wie sie Jesus Christus gestiftet hat. In der Welt von heute könne die Kirche ihre Sendung nur dann verwirklichen, wenn sie zu einem synodalen Weg finde, wenn sie ihre Synodalität mehr und mehr praktiziere. Alles ziele darauf ab, durch das synodale Vorgehen zu entdecken, wohin der Heilige Geist die Kirche führen möchte, gemeinsam zu erkennen, wie dem modernen Menschen das Evangelium verkündet werden könne.

Alle bisherigen Bischofssynoden nützte Papst Franziskus dazu, um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Schon auf der Familiensynode 2015 hielt er zum Thema „Synodalität“ programmatische Ansprachen. Bei der Jugendsynode 2018 betonte er unentwegt, dass die Verantwortlichen der Kirche zunächst den Jugendlichen zuhören und sie verstehen lernen sollten, bevor sie fertige Antworten präsentierten. Und die bevorstehende 16. ordentliche Bischofssynode im Oktober 2023 möchte er nun ganz diesem Thema widmen. Er stellte sie unter das Thema „Für eine synodale Kirche – Gemeinschaft, Teilhabe und Mission“.

Doch damit nicht genug: Franziskus überraschte jetzt die Weltkirche mit dem Auftrag an alle Bischöfe, die Synode bereits am Sonntag, den 17. Oktober 2021, auf Diözesanebene feierlich zu eröffnen. Damit soll ein zweijähriger „synodaler Weg“ beginnen, der am Ende in die große Bischofsversammlung mit dem Papst in Rom einmündet. Ziel ist die Entwicklung einer synodalen Kultur, die Einübung synodaler Prozesse auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens. Es geht also weniger um die Erarbeitung neuer kirchlicher Dokumente oder pastoraler Konzepte zur Evangelisation, sondern mehr um die Art und Weise, wie Kirche-Sein konkret miteinander gelebt und gestaltet werden kann.

Als sich die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz als Antwort auf den Missbrauchsskandal im März 2019 in Lingen auf einen „Synodalen Weg“ verständigte, knüpfte sie sowohl an die Würzburger Synode von 1971 bis 1975 als auch an die jüngsten Impulse des Papstes an. In der Zwischenzeit aber hat Franziskus wiederholt die falschen Weichenstellungen auf dem Synodalen Weg der Kirche in Deutschland angemahnt, sei es mit dem Brief „An das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ oder mit dem jüngsten Dokument über die Unmöglichkeit der Segnung von homosexuellen Paaren.

Verfechter der derzeitigen Linie des Synodalen Weges in Deutschland versuchen, die Initiative des Papstes „für eine synodale Kirche“ nun so zu deuten, als mache er sich das deutsche Experiment für die ganze Weltkirche zu Eigen. Doch dies entspricht offenkundig nicht den Tatsachen. Eher möchte er mit der Entscheidung, weltweit einen synodalen Weg anzustoßen, den Synodalen Weg in Deutschland einfangen und einem möglichen Scheitern durch eine rechtzeitige Richtungsänderung zuvorkommen.

Liebe Leser, das Anliegen von Papst Franziskus wollen wir aus tiefstem Herzen mittragen, vor allem aber auch durch unser Gebet unterstützen. Für Ihre großherzigen Spenden sagen wir Ihnen ein aufrichtiges Vergelt’s Gott und erbitten für sie alle auf die Fürsprache Mariens, dem Stern der Evangelisierung, Gottes reichsten Segen!

 

Weg der Kirche des dritten Jahrtausends

Was bedeutet „Synodalität“?

Von Papst Franziskus

Bereits am 17. Oktober 2015 hat Papst Franziskus eine umfassende Konzeption für eine „synodale Kirche“ vorgelegt. Dazu bot ihm die 50-Jahr-Feier der Errichtung der Bischofssynode einen passenden Anlass. Mit dem Motu proprio „Apostolica sollicitudo“ – „Mit apostolischer Sorge“ vom 15. September 1965 hatte der hl. Papst Paul VI. das Instrument der Synode geschaffen, um Bischöfe aus aller Welt in die Ausübung seines Petrusamtes einzubeziehen. Die Jubiläumsfeier legte Papst Franziskus bewusst auf den 17. Oktober, um sie mit den Teilnehmern der 14. ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode begehen zu können. Diese fand vom 4. bis 25. Oktober 2015 zum Thema „Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ statt. In der Vorbereitung und Durchführung dieser Synode versuchte Franziskus schon damals, nicht nur die Bischöfe, sondern das ganze Volk Gottes einzubinden. weiter...

 

Die Synode ist kein Parlament

In seiner Eröffnungsansprache zur Bischofssynode über die Familie sagte Papst Franziskus am 5. Oktober 2015: weiter...

 

Joseph Ratzingers Blick auf das Morgen

Die Zukunft der Kirche

Von Richard Kocher

Pfarrer Dr. Richard Kocher, Programmdirektor des christlichen Senders „Radio Horeb“, zitiert aus einem Aufsatz von Joseph Ratzinger aus dem Jahr 1970. Es war also die Zeit, in der der spätere Papst Benedikt XVI. an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg Dogmatik und Dogmengeschichte lehrte. In seinem Buch „Glaube und Zukunft“ stellte Professor Ratzinger die Frage: „Wie wird die Kirche im Jahre 2000 aussehen?“ weiter...

 

Eröffnung der Bischofssynode am 17. Oktober 2021 auf Diözesanebene

Für eine synodale Kirche

Von Erich Maria Fink

Die nächste ordentliche Bischofssynode findet zwar erst im Oktober 2023 statt, doch auf Anordnung des Papstes soll sie bereits am 17. Oktober 2021 auf Diözesanebene eröffnet werden. Damit unterstreicht Papst Franziskus, dass die zweijährige Vorbereitung in den Ortskirchen als substantieller Teil der römischen Bischofssynode zu verstehen ist. Pfarrer Erich Maria Fink sieht in diesem Schritt einen Interpretationsschlüssel für das derzeitige Pontifikat und versucht, die Akzente, die von Papst Franziskus gesetzt werden, kirchengeschichtlich einzuordnen. Er geht vor allem der Frage nach, welche Signale der Papst mit seiner Initiative angesichts der aktuellen Ereignisse in der Kirche aussenden möchte. weiter...

 

„Die Macht der kleinen Herde“ (3)

Mut zum heilsamen Unterschied

Von Lorenz Rösch

Kann und darf man es in der katholischen Kirche wagen, „plötzlich“ den eigenen Daseinszweck und Auftrag konsequent zum Kriterium zu machen? Dürfen Pfarrer und Gemeindeleitungen die getauften Kirchenmitglieder allesamt – also nicht nur in Form von Angeboten für besonders Interessierte – mit einem Anspruch belästigen, der womöglich nochmals viele veranlasst, sich abzuwenden? Bedeutet dies nicht, einer Versuchung nachzugeben, die sich durch die Kirchengeschichte zieht, nämlich sich auf den „heiligen Rest“ der vermeintlich Reinen und Vollkommenen zurückzuziehen und zur unbedeutenden Sekte zu werden? Solche besorgten Fragen bekamen in den letzten Jahren durch die Erfahrungen in zwei Pfarreien in Nordamerika eine doppelte Antwort: Ja, es stimmt, die Abwanderung von Menschen und das Sterben von gemeindlichem Leben können sich beschleunigen. Aber zugleich: Nein, das führt nicht ins Aus oder Abseits, vielmehr kann hier der Pfingst-Geist eine neue Dynamik wecken und Mitglieder wie Nichtmitglieder erleben lassen, dass Kirche für das Leben „einen Unterschied macht“. Die Rede ist im Folgenden von der US-amerikanischen Pfarrei Nativity. weiter...

 

Kirche im Dienst eines staatlichen Patriotismus am Beispiel Englands

Nationalstolz wurde zur Ersatzreligion

Von Jakob Knab

Studiendirektor Jakob Knab (geb. 1951) hat einen besonderen Einblick in die gesellschaftliche und geistesgeschichtliche Situation Großbritanniens. In München hatte er zunächst Theologie studiert, anschließend im schottischen Edinburgh Sprachwissenschaft und schließlich in Oxford (Christ Church) Religionsphilosophie. Diese Fachrichtungen verband er später als Lehrer für Englisch und Katholische Religionslehre. Sehr sensibel reagiert er auf Strömungen, welche die Kirche in den Dienst nationaler Ambitionen nehmen. Die Gestalt des hl. Märtyrerbischofs John Fisher ist ihm ein herausragendes Vorbild für die kundige und redliche Auseinandersetzung mit Abspaltungstendenzen wie der reformatorischen Bewegung Martin Luthers. Die Seligsprechung von John Henry Kardinal Newman durch Papst Benedikt XVI. während dessen Staatsbesuchs im Vereinigten Königreich am 19. September 2012 stellt für ihn ein Signal für die Bemühungen um eine tragfähige Ökumene zwischen der anglikanischen und römisch-katholischen Kirche dar. Umso mehr freut er sich über die Heiligsprechung Newmans durch Papst Franziskus am 13. Oktober 2019 in Rom. weiter...

 

Kirche in Not veröffentlicht neuen Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“

Religionsfreiheit – ein bedrohtes Menschenrecht

Von Florian Ripka

Kirche in Not fördert jedes Jahr mehr als 5.000 pastorale Projekte in über 140 Ländern, wo Christen bedrängt oder in Not sind. Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ soll ihnen eine Stimme geben. Darüber hinaus erlebt Kirche in Not im Kontakt mit den Partnern vor Ort: Den Religionsgemeinschaften kommt eine zentrale Stellung zu, wenn in Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt politisch oder diplomatisch „nichts mehr geht“. Nicht das Verschwinden von Religion, sondern die Verteidigung des Rechts auf Religionsfreiheit ist ein Schlüssel, um diese Konflikte zu entschärfen. Keine Freiheit ohne religiöse Freiheit, kein Frieden ohne religiösen Frieden! weiter...

 

Wallfahrt einer Delegation der Paneuropa-Union nach Altötting

Neuaufbruch Europas im Zeichen Mariens

Von Bernd Posselt

Trotz der pandemiebedingten Beschränkungen pilgerte am 1. Mai 2021 eine Delegation der 1922 gegründeten ältesten europäischen Einigungsbewegung, der Paneuropa-Union, an den europaweit ausstrahlenden Wallfahrtsort Altötting, um dort Maria als Schutzfrau Europas zu ehren. Nachstehend ein Beitrag des Präsidenten der Paneuropa-Union Deutschland, des langjährigen bayerischen Europaabgeordneten Dr. h.c. Bernd Posselt, zum „Neuaufbruch der Europäischen Idee im Zeichen der Muttergottes“. weiter...

 

Die Rolle der Religion in Europa

Von Ursula von der Leyen

Am 22. Mai 2021 empfing Papst Franziskus die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem etwa halbstündigen Gespräch. Aus ihren anschließenden Statement bei Radio Vatikan. weiter...

 

Marsch für das Leben am 18. September 2021

Kommen Sie nach Berlin!

Kirche-heute-Interview mit Alexandra Linder

Der diesjährige Marsch für das Leben findet am 18. September 2021 sowohl vor Ort als auch über Live-Stream statt. Veranstalter ist wieder der Bundesverband Lebensrecht, der sich unerschrocken für das Recht auf Leben, und zwar für alle Menschen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, einsetzt. Eine Woche vor der Bundestagswahl hat dieses Zeugnis eine besondere Bedeutung, zumal sich einige politische Parteien unter anderem die Forderung nach einem Recht auf Abtreibung bis zur Geburt auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die „Grünen“ fügen in ihrem Parteiprogramm hinzu: „Um die Versorgung für Frauen dauerhaft zu gewährleisten, braucht es eine Entstigmatisierung und Entkriminalisierung von selbstbestimmten Abbrüchen sowie eine generelle Kostenübernahme.“ Ein Interview mit Alexandra Linder, der Vorsitzenden des Bundesverbands Lebensrecht. weiter...

 

Entwicklung „neuer“ Menschenrechte (4)

Gibt es das „Recht“, ungeborene Kinder abzutreiben?

Von Grégor Puppinck

Im vierten Teil der Artikelserie „Entwicklung ‚neuer‘ Menschenrechte“ geht es um die Frage der Abtreibung. In seinem äußerst aufschlussreichen Beitrag zeigt Grégor Puppinck detailliert die Schlüsselrolle dieser Frage für die Durchsetzung eines völlig neuen antichristlichen Menschenbildes auf. Der Kampf für das angebliche „Menschenrecht auf Abtreibung“ wird deshalb so erbittert geführt, weil sich darauf eine neue Definition des Menschen, der Person und des Rechts auf Leben aufbauen lässt. Schon jetzt werden von internationalen Gerichtshöfen und Nationalparlamenten Gesetze und Beschlüsse verabschiedet, die vollkommen ungeschminkt die eigentlichen Ziele der dahinterstehenden Ideologie formulieren. In einer Entschließung der französischen Nationalversammlung vom Jahr 2014 wird die Praxis der Abtreibung nicht nur als „Grundrecht“ und als „universelles Recht“ bezeichnet, sondern als „unabdingbare Voraussetzung für die wirkliche Gleichstellung von Männern und Frauen und für den Aufbau einer fortschrittlichen Gesellschaft“. Und ein Votum des Europäischen Gerichtshofs nennt Puppinck in seiner „Unverblümtheit schockierend“, in dem die sechs Richter zu einem wichtigen Abtreibungsfall erklären, dass ein staatlicher Schutz letztlich nur jenen Individuen zukomme, „die aktiv am normalen täglichen Leben einer demokratisch verfassten Gesellschaft teilnehmen“. weiter...