Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
Die vollständige Ausgabe können Sie hier bestellen.

April 2022

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Was sich vor unseren Augen in der Ukraine abspielt, droht die ganze Welt aus der Bahn zu werfen. Die erschütternden Bilder, die uns erreichen, lassen niemanden kalt. Sie wühlen die ganze Menschheit auf, wecken Gefühle von Abscheu und Verzweiflung, zwingen Politiker zum Handeln und bergen die Gefahr in sich, unkontrollierbare Mechanismen auszulösen. Unsere Weltordnung scheint aus den Fugen zu geraten.

Ein Licht in der Finsternis ist das weltweite Mitgefühl mit der gemarterten Bevölkerung. Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend. Angesichts der sich ausbreitenden Angst ist die Offenheit für die unzähligen Flüchtlinge ein heilender Trost. Doch ein Ausweg ist noch nicht in Sicht.

Papst Franziskus erweist sich als guter Hirte, der sich unermüdlich für die leidenden Menschen einsetzt und sich furchtlos an ihre Seite stellt. Unerschrocken legt er Zeugnis für die Forderungen des Evangeliums und seine persönliche Anteilnahme ab, schickt seine Kardinäle in die Ukraine, telefoniert mit dem Russisch-Orthodoxen Patriarchen in Moskau und mit Staatsoberhäuptern und ist bereit, alles zu tun, um zu vermitteln und Frieden zu stiften.

Doch der Papst sieht sich nicht als Politiker, sondern als Diener des Reiches Gottes. Er fällt keine Urteile, mischt sich nicht in die Politik selbst ein und gibt keine Ratschläge zu Waffenlieferungen oder wirtschaftlichen Sanktionen. Ihm geht es um den Menschen, der von Gott geliebt ist und den allein die Gnade Gottes zum Heil führen kann.

So ruft Papst Franziskus an erster Stelle zum Gebet und zum Fasten auf. Ausdrücklich bittet er alle Gläubigen, auf diese Weise mitzuhelfen, um den Ukraine-Konflikt zu lösen und dem unsäglichen Leiden ein Ende zu bereiten. Christus ist unser Friede. Zu ihm muss die Menschheit zurückkehren, an ihn muss sie sich wenden, wenn sie im Frieden leben möchte. Nur er kann Versöhnung schenken und die Wunden heilen.

Seinen pastoralen Mut zeigt Papst Franziskus nun auch darin, dass er die Bitte der ukrainischen Bischöfe aufgegriffen und angekündigt hat, am 25. März 2022, dem Hochfest der Verkündigung des Herrn, Russland und die Ukraine dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen. Der Papst weiß, dass wir in dieser entscheidenden Stunde nichts zu verlieren haben, wenn wir auf die Wünsche der Gottesmutter von Fatima eingehen. Er braucht jetzt keine politischen oder kirchenpolitischen Rücksichten mehr nehmen, sondern kann Russland und die Ukraine beim Namen nennen. So vertraut er auf die mütterliche Liebe der Königin des Friedens und auf die Macht ihrer Fürsprache. Im Licht der Botschaft von Fatima ist der Weiheakt des Papstes ein großes Zeichen der Hoffnung.

Liebe Leser, wir schreiben diese Zeilen eine Woche vor dem angekündigten Weiheakt, auf den wir voll Zuversicht und Dankbarkeit vorausblicken. Sie erhalten das Heft Tage danach. Doch ist uns dieses Ereignis so wichtig, dass wir uns entschlossen haben, es zum Titelthema dieser Ausgabe zu machen. Dazu passt auch sehr gut das ausführliche Interview mit dem Gründer der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“, die eigentlich eine Antwort auf Corona sein wollte, nun aber als Friedensinitiative eine brisante Aktualität erlangt hat.

Wir freuen uns, mit der Vorstellung des Buches „Schönheit und Heiligkeit“ von Prof. Dr. Anton Štrukelj unserem hochgeschätzten Papst em. Benedikt XVI. zum 95. Geburtstag gratulieren zu dürfen. Wir bitten ihn um sein Gebet und seinen Segen für die Kirche in Deutschland und für den Frieden in der Welt. Mit einem aufrichtigen Vergelt’s Gott wünschen wir Ihnen eine gnadenreiche Karwoche und eine hoffnungsvolle Osterzeit.

 

Papst Franziskus zur Tragödie in der Ukraine

„Der Krieg ist Wahnsinn!“

Von Papst Franziskus

Papst Franziskus lässt sich nicht einschüchtern. Unerschrocken nannte er die Dinge beim Namen, als er nach dem Angelus am 6. März 2022 auf die erschütternden Vorgänge in der Ukraine einging. Eine Woche später wurde er noch deutlicher und flehte im Namen Gottes, das Massaker zu beenden. Franziskus stellt sich an die Seite der gemarterten Bevölkerung, dankt aber auch den Journalisten und allen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Ein trostvolles Zeugnis aus der Kraft des Evangeliums. weiter...

 

Zur Bedeutung der Weihe Russlands und der Ukraine am 25. März 2022

Großes Zeichen der Hoffnung

Von Erich Maria Fink

Papst Franziskus ist auf die Bitte der römisch-katholischen Bischöfe der Ukraine eingegangen und hat am 25. März 2022 angesichts der kriegerischen Auseinandersetzungen die beiden Länder Russland und die Ukraine zusammen dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht. Pfarrer Erich Maria Fink, der seit Anfang 2000 als Seelsorger in Russland tätig ist, sieht darin ein großes Zeichen der Hoffnung. Im Licht der Botschaft von Fatima haben für ihn die derzeitigen Ereignisse eine Bedeutung, die weit über die Grenzen der Ukraine hinausgeht. Die weitere Entwicklung des Konflikts sei für die Zukunft der ganzen Völkerfamilie entscheidend. Seinen Beitrag verfasste Pfr. Fink eineinhalb Wochen vor dem Vollzug der Weihe durch Papst Franziskus. weiter...

 

Vom Versuch des Menschen, moralisch autonom zu sein

„Kulturmanipulation“ unter Rot-Gelb-Grün

Von Richard Kocher

In der Genesis lesen wir, dass im Paradies zwei Bäume standen: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (vgl. Gen 2,9). Diese und ihre mögliche Deutung haben mich immer fasziniert, denn der Anfang geht mit und ist von entscheidender Bedeutung für das Kommende. weiter...

 

Interview mit dem Gründer der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“

Große Sehnsucht nach Gebetsgemeinschaft

Interview mit Manfred Benkert

Am 1. Dezember 2021 startete Manfred Benkert mit der Initiative „Deutschland betet Rosenkranz“. Sie entstand als Antwort auf das Bedürfnis nach Versöhnung und Einheit. In kürzester Zeit entwickelte sie sich zu einer Erfolgsgeschichte. Woche für Woche nehmen etwa 20.000 Menschen an den Treffen teil. Es zeigt sich eine tiefe Sehnsucht nach Gebetsgemeinschaft, aber auch das Bedürfnis, durch die Teilnahme am Rosenkranz auf öffentlichen Plätzen ein Glaubenszeugnis abzulegen. Der Ukraine-Konflikt verleiht der Initiative einen zusätzlichen Impuls und neue Aktualität. Benkert ist 54 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder. Er lebt in Altötting, ist Mitglied der Gemeinschaft Emmanuel und organisiert unter anderem seit 2011 die Ewige Anbetung in der dortigen Anbetungskapelle. Im Interview schildert er seine Erfahrungen. weiter...

 

Der Weg zur „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“

Raïssa Maritain – Segen für die Völker

Von Jakob Knab

Die unglaubliche Geschichte der aus Russland stammenden Jüdin Raïssa Umanzowa (1883-1960) erinnert an die Worte, die Jahwe einst zu Abraham gesprochen hat: „Durch dich sollen alle Völker der Erde Segen erlangen“ (Gen 12,3). Ein Mädchen, das in Rostow am Don geboren wurde, in Mariupol ihre Schulausbildung begann und mit zehn Jahren wegen zunehmender Judenpogrome mit ihrer Familie nach Paris emigrierte, wurde zur Wegbereiterin der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Auf ihre zermürbenden Lebensfragen fand sie erst eine Antwort, als sie sich mit den Werken des hl. Thomas von Aquin beschäftigte. Zu dieser Quelle des Geistes führte sie auch ihren Studienfreund Jacques Maritain, der zunächst Naturwissenschaften studiert hatte und so die scholastische Philosophie entdeckte. Beide wurden katholisch und heirateten. Auf der Grundlage des katholischen Naturrechtsdenkens verfasste Jacques 1942 während des Zweiten Weltkriegs ein Werk über die Menschenrechte, 1948 wurde er von den Vereinten Nationen beauftragt, einen Text für eine Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vorzubereiten. 22 der von ihm vorgelegten 26 Rechte wurden übernommen. weiter...

 

Papst Benedikt XVI. zum 95. Geburtstag

„Im Licht des wirklichen Oben“

Von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Regensburg

Der slowenische Dogmatikprofessor Dr. Anton Štrukelj bereitete dem emeritierten Papst Benedikt XVI., der am 16. April 1927 geboren wurde, ein außerordentliches Geburtstagsgeschenk. Unter dem Titel „Schönheit und Heiligkeit. Papst Benedikt XVI. zum 95. Geburtstag"[1] veröffentlichte er eine Zusammenstellung von Beiträgen, in denen er diesen zentralen Ansatz im Denken des Jubilars behandelt. Als Herausgeber der slowenischen Fassung der „Internationalen Katholischen Zeitschrift Communio“ hatte Professor Štrukelj dort bereits einen Großteil dieser Artikel publiziert. Mit der deutschen Edition des Buches, das zunächst auf Slowenisch erschienen war, liegen sie nun auch in deutscher Sprache vor. Nachfolgend das aufschlussreiche Vorwort von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, dem Gründungsdirektor des 2008 ins Leben gerufenen Instituts Papst Benedikt XVI. in Regensburg und Herausgeber der gesammelten theologischen Schriften von Papst Benedikt XVI. weiter...

 

Jahrhunderttheologe und unverwechselbarer Papst

„Goldene Rose“ für Mariazell

Von Bischof em. Egon Kapellari, Graz-Seckau

Prof. Dr. Anton Štrukelj (geb. 1952) hatte auch Egon Kapellari, den emeritierten Bischof von Graz-Seckau, um ein Geleitwort zu seinem Buch „Schönheit und Heiligkeit"[2] gebeten. „Ich habe diese Einladung gerne angenommen, weil ich mit dem Papst emeritus seit Jahrzehnten ebenso verbunden bin, wie ich es mit Hans Urs von Balthasar seit meinen vielen Jahren als Studentenpfarrer in Graz bis zu seinem Tod gewesen bin“, so Bischof Kapellari. Denn Štrukelj zeigt die enge Verbindung der christlichen Botschaft von der Schönheit bei Joseph Ratzinger und Hans Urs von Balthasar auf. weiter...

 

Gedanken zur Bibel und zur Causa Benedikt XVI.

Wie war es wirklich?

Von Bodo Windolf

Pfr. Bodo Windolf (geb. 1961) leitet die Christus Erlöser Pfarrei in München Neuperlach. Er ist bekannt für seine Predigten, in denen er freimütig den katholischen Glauben bezeugt und treffend das Zeitgeschehen deutet. Am 20. Januar 2022 wurde das Münchner Missbrauchsgutachten vorgestellt und die Öffentlichkeit stürzte sich auf Papst em. Benedikt XVI. Bereits am 23. Januar ging Pfr. Windolf in aller Ehrlichkeit auf die Fragen ein, von denen die Menschen aufgewühlt waren, also noch vor der Stellungnahme des emeritierten Papstes. Wir geben die Predigt, die am 26. Januar auch auf Radio Horeb zu hören war, im Wortlaut wieder. weiter...

 

Ein Tandem zweier Heiliger – Don Bosco und Don Cafasso

Jugendarbeit in schwerer Zeit

Von Josef Weber SDB

P. Dr. Josef Weber SDB (geb. 1948) hat am 31. Januar 2022 zum Fest des hl. Johannes Bosco in Radio Horeb einen fesselnden Vortrag über seinen Ordensgründer gehalten. Er verglich die Zeit von damals mit heute, in der die Kirche ebenfalls schwere Zeiten durchzustehen hat. Gerade das Thema Missbrauch stellt die Kirche und ihre Jugendarbeit vor große Herausforderungen. Was hat uns der hl. Don Bosco zu sagen? Als Boten des Evangeliums müssen wir für Kinder und Jugendliche heilige Vorbilder sein, erfüllt von selbstloser Liebe. Es gilt heute, das verlorengegangene Vertrauen wiederherzustellen, ohne den Anspruch aufzugeben, dem sich der große Jugendapostel verpflichtet wusste, nämlich als Erzieher zu echten Freunden der jungen Menschen zu werden. P. Dr. Josef Weber, der aus dem oberösterreichischen Grein an der Donau stammt, trat 1966 in den Orden der Salesianer Don Boscos ein und lehrt an der Katholischen Stiftungshochschule München, Abteilung Benediktbeuern, Neues Testament und Christliche Spiritualität. Wir veröffentlichen den Vortrag, der thematisch in zwei Teile gegliedert ist, in zwei aufeinanderfolgenden Ausgaben. Der erste Beitrag zeigt auf, wie Don Bosco in seine Sendung als Jugendapostel hineingewachsen ist. weiter...

 

Therese von Lisieux und Therese Neumann – zwei „geistliche Schwestern“

Auf den Spuren der hl. Therese in Konnersreuth

Von P. Benedikt Leitmayr osfs

Pater Benedikt Leitmayr (geb 1958) ist seit 2013 Pfarrseelsorger von Konnersreuth, bekannt durch Therese Neumann (1898-1962), für die 2005 das Seligsprechungsverfahren eröffnet worden ist. Nach einer Ausbildung zum Elektroinstallateur besuchte Leitmayr die Spätberufenenschule Fockenfeld und trat 1984 in die Kongregation der Oblaten des hl. Franz von Sales ein. 1991 wurde er zum Priester geweiht und ist besonders als Religionslehrer und Wallfahrtsseelsorger engagiert. Seit 2006 gehört er zu den Ehrenkaplänen von Lourdes. In seinem Beitrag zeigt P. Benedikt die tiefe Verbindung auf, welche die hl. Therese von Lisieux zu Konnersreuth, seinem derzeitigen Wirkungsort, besitzt. Gleichzeitig legt er Zeugnis über seine persönliche Beziehung zur hl. Therese ab. Ihre Worte „Ich bereue es nicht, mich der Liebe ausgeliefert zu haben“ hatte er sogar als Primizspruch gewählt. weiter...

 

Resl von Konnersreuth

Bistum Augsburg

Die offizielle Homepage des Bistums Augsburg enthält einen umfangreichen Heiligenkalender mit ausgezeichneten Lebensbeschreibungen. Nachfolgend die Darstellung von Therese Neumann. Dass sie in dieses Verzeichnis aufgenommen worden ist, bedeutet eine besondere Anerkennung vonseiten der Kirche. weiter...

 

Vor 75 Jahren starb die Mystikerin Luisa Piccarreta

Die Stundenuhr der Passion Jesu

Von Klaus Holzer CP

Die Dienerin Gottes Luisa Piccarreta (1865-1947) ist eine katholische Mystikerin aus Süditalien, die ein reiches Schrifttum hinterlassen hat. Mit 13 Jahren hatte sie eine erste Vision vom kreuztragenden Erlöser. Schon damals bot sie sich als Sühnopfer für die Sünden an, die den Heiland niederdrücken. Sie erhielt Offenbarungen über die Heiligung im göttlichen Willen, die sie auf Anweisung ihres Beichtvaters zwischen 1899 und 1938 auf etwa 10.000 Seiten niederschrieb, gesammelt in 36 Bänden. Deren Prüfung im Rahmen des Seligsprechungsprozesses ist noch nicht abgeschlossen. Daraus stellt Pater Klaus Holzer CP die sog. „Stundenuhr des Leidens Jesu Christi“ vor. weiter...


[1] Anton Štrukelj: Schönheit und Heiligkeit. Papst Benedikt XVI. zum 95. Geburtstag, EOS Verlag 2022, Softcover, 286 S., Euro 29,95, ISBN 978-3-8306-8116-8, Bestellung direkt unter: Tel. 08193-71701 – https://eos-verlag.de
[2][2] Anton Štrukelj: Schönheit und Heiligkeit. Papst Benedikt XVI. zum 95. Geburtstag, EOS Verlag 2022, Softcover, 286 S., Euro 29,95, ISBN 978-3-8306-8116-8, Bestellung direkt unter: Tel. 08193-71701 – https://eos-verlag.de