Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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November 2022

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

„Ich komme als Pilger des Friedens, auf der Suche nach Dialog und Einheit. Unsere Welt hat dies dringend nötig, sie muss wieder zu Harmonie finden.“  Diese Worte bildeten den Auftakt der Reise von Papst Franziskus nach Kasachstan vom 13. bis 15. September 2022. Sie waren der Einstieg in seine erste Ansprache, die er in der kasachischen Hauptstadt an die Vertreter der Regierung, der Zivilgesellschaft und das Diplomatische Korps richtete.

Wir möchten dieser 38. Auslandsreise des Papstes unsere besondere Aufmerksamkeit widmen. Denn mit seiner Teilnahme am „Siebten Kongress der Führer der Weltreligionen und traditionellen Religionen“ im „Palast der Unabhängigkeit“ von Nur-Sultan hat Papst Franziskus mehr vollzogen als nur einen Höflichkeitsbesuch, er hat Weltgeschichte geschrieben. Was in Kasachstan geschehen ist, sprengt den Rahmen des innerkirchlichen Lebens. Wie das Oberhaupt der katholischen Kirche von den religiösen Autoritäten der ganzen Welt aufgenommen wurde, ist ein historisches Ereignis. Es macht die Führungsrolle des kirchlichen Lehr- und Hirtenamts für die Menschheitsfamilie auf ihrem Weg in die Zukunft sichtbar.

Die Dynamik, welche das derzeitige Pontifikat in der Ausformung des interreligiösen Dialogs entwickelt, ist geradezu atemberaubend. Eine Schlüsselrolle bildete der Besuch von Papst Franziskus in Abu Dhabi 2019, bei dem er zusammen mit der höchsten Autorität des sunnitischen Islam, dem Groß-Imam Ahmed el-Tayeb von Kairo, das „Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet hat. Ohne diesen Schritt wäre die Einladung des Papstes nach Kasachstan undenkbar gewesen, vor allem die Tatsache, dass dem Papst angeboten wurde, beim dortigen Kongress sowohl die Eröffnungsansprache zu halten als auch vor der Verlesung der gemeinsamen Resolution am Ende ein ausführliches Abschlusswort zu sprechen.

Und bereits auf dem Rückflug von der Hauptstadt Kasachstans nach Rom bestätigte Papst Franziskus, dass er vom 3. bis 6. November 2022 nach Awali auf der arabischen Halbinsel reisen wird, um zusammen mit Ahmed el-Tayeb am „Bahrain Forum for Dialogue: East and West for Human Coexistence“ teilzunehmen. Es handelt sich um ein Dialog-Forum, zu dem 200 „globale Glaubensführer, renommierte Medienpersönlichkeiten und Gelehrte“ erwartet werden. Wie der Name sagt, geht es um die gemeinsame Verantwortung von Ost und West für eine „humane Koexistenz“ auf unserem Planeten. Die Einladung erfolgte durch das muslimische Staatsoberhaupt von Bahrain, König Hamad bin Isa Al Khalifa, der als Gastgeber und Schirmherr der Veranstaltung fungiert.

Während wichtige Persönlichkeiten der Welt Papst Franziskus als Botschafter des Friedens willkommen heißen und ihre Hoffnung auf seinen Beitrag setzten, gibt es viele Katholiken, die diesem Weg des Papstes mit Unbehagen gegenüberstehen. Zum Teil betrachten sie sein Engagement als Verrat am Sendungsauftrag der Kirche.

Liebe Leser, wir scheuen uns nicht, in dieser Frage eindeutig Position zu beziehen. Was Papst Franziskus leistet, ist ein gewaltiger Balance-Akt. Doch erfüllt er nach unserer Überzeugung einen prophetischen Auftrag. Auf seinem Weg wird er von der Vorsehung Gottes geführt. Es ist eine Mission, die sich immer deutlicher als richtig erweisen wird. Umso mehr braucht Papst Franziskus unser Gebet, das wir ihm in glaubensvoller Treue schenken wollen.

Noch einmal bitten wir Sie innig um Ihre Unterstützung, ohne die wir unser Apostolat nicht weiterführen können (IBAN DE46 7116 0000 0001 1905 80 – BIC GENO DEF1 VRR). Mit einem aufrichtigen Vergelt’s Gott wünschen wir Ihnen auf die Fürsprache der allerseligsten Jungfrau Maria zum Monat der Heiligen und Armen Seelen von Herzen die ganze Segensfülle des Himmels und der Erde.

 

Rückblick auf die Reise nach Kasachstan

Erbe des heiligen Johannes Paul II.

Von Papst Franziskus

Voller Dankbarkeit und Freude blickte Papst Franziskus auf seine Apostolische Reise nach Kasachstan vom 13. bis 15. September 2022 zurück. So bescheiden und unaufgeregt, wie er in Nur-Sultan aufgetreten war, legte er im Rahmen der Generalaudienz am 21. September 2022 dar, worum es bei seiner 38. Auslandsreise ging. Was ihm dort möglich gewesen sei, habe eine lange Geschichte, die bereits 1986 mit dem interreligiösen Treffen für den Frieden in Assisi begonnen habe. Inzwischen sei vieles gewachsen. Doch der heilige Johannes Paul II. habe den Grundstein dafür gelegt. Gerade deshalb, weil sich Papst Franziskus persönlich völlig zurücknimmt, kann er im interreligiösen Dialog und im Gespräch mit den politisch Verantwortlichen ein so starkes und unerschrockenes Zeugnis ablegen. weiter...

 

Gemeinsame Erklärung

Der 7. Kongress der geistlichen Führer der Welt- und traditionellen Religionen, Politiker und Leiter internationaler Organisationen endete am 15. September 2022 mit einer gemeinsamen Erklärung, welche eine einführende Absichtserklärung und 35 Punkte umfasst. Eine kleine Auswahl: weiter...

 

Papst thematisiert Abtreibung und Euthanasie

Menschen werden „entsorgt“

Von Papst Franziskus

Papst Franziskus hat beim Kongress der Religionsführer in Kasachstan am 14. September 2022 eine eindringliche Eröffnungsansprache gehalten. Seine umfangreichen Ausführungen widmete er zunächst den Themen „Pandemie“ und „Frieden“. Schließlich wandte er sich einer dritten Herausforderung zu, der es sich heute gemeinsam zu stellen gelte. Er nannte sie die „geschwisterliche Annahme“. Dabei ging er ausdrücklich auf die Abtreibung ein, nannte sie aber sehr markant „Entsorgung von Babys und Kindern“. Ebenso sprach er im Blick auf die Euthanasie von der „Entsorgung der alten Menschen“. Immer wieder zitierte er Abai (1845-1904), den „berühmtesten Dichter des Landes“. Dieser habe uns „von Religiosität durchdrungene Schriften hinterlassen, in denen die beste Seite der Seele dieses Volkes durchscheint: eine harmonische Weisheit, die sich nach Frieden sehnt und ihn sucht“. Abai provoziere uns mit der zeitlosen Frage: „Was ist die Schönheit des Lebens, wenn man nicht in die Tiefe geht?“ (Poesie, 1898). Ihn zitierte der Papst auch als Anwalt der Religionsfreiheit, welche die Grundlage aller anderen gemeinsamen Ziele bilde. Auszüge aus der Rede des Papstes. weiter...

 

Frucht jahrelanger Bemühungen

Botschafter des Friedens

Von Erich Maria Fink

Pfarrer Erich Maria Fink hat die Apostolische Reise von Papst Franziskus nach Nur-Sultan dazu genützt, um mit einer Pilgergruppe aus seiner Pfarrei im Ural eine Wallfahrt in das Nachbarland Kasachstan zu unternehmen. Dort konnte er am Papstgottesdienst teilnehmen und die Atmosphäre erleben, in der die Begegnung der Religionsführer mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche stattgefunden hat. In seinem Beitrag versucht er, die Ereignisse in Kasachstan kirchlich und weltpolitisch einzuordnen. Für ihn hat die Teilnahme des Papstes an der Konferenz eine historische Bedeutung, die sich mehr und mehr als entscheidend für die Erlangung des Friedens und die Erfüllung des christlichen Missionsauftrags erweisen werde. weiter...

 

Zeugnisse der katholischen Kirche in Kasachstan

Mit Freude das Evangelium bringen

Beim Treffen mit den Priestern und Ordensleuten in der Kathedrale von Nur-Sultan am 15. September 2022 wurde Papst Franziskus von Bischof José Luís Mumbiela Sierra aus Almaty begrüßt. Der aus Spanien stammende Geistliche ist seit 2015 Vorsitzender der kasachischen Bischofskonferenz und seit April 2022 Präsident der neuen Zentralasiatischen Bischofskonferenz, welche sieben Länder umfasst. In seiner Begrüßung sagte er: „Die meisten von uns sind Ausländer, aber es gibt bereits viele wertvolle einheimische Berufungen, die wahre Perlen der Hoffnung für die Kirche und unsere Gemeinschaft sind.“ Darauf ging der Papst in seiner Ansprache ein und sagte: „Das stimmt, denn ihr kommt aus verschiedenen Orten und Ländern, aber das Schöne an der Kirche ist: Wir sind eine einzige Familie, in der niemand ein Fremder ist. Ich wiederhole: Niemand ist ein Fremder in der Kirche, wir sind ein einziges heiliges Volk Gottes, das von vielen Völkern bereichert wird! Und die Stärke unseres priesterlichen und heiligen Volkes liegt genau darin, aus der Vielfalt einen Reichtum zu machen, indem wir teilen, was wir sind und was wir haben: das Geringe, das wir haben und sind, vervielfacht sich, wenn wir es teilen.“ weiter...

 

Christliche Organisation ADF verteidigt Menschenrechte

Ermutigende Gerichtsurteile

Von Ludwig Brühl

ADF steht für „Alliance Defending Freedom“ (Allianz zur Verteidigung der Freiheit). Es handelt sich um eine christliche, weltweit tätige Menschenrechtsorganisation, die sich dafür einsetzt, dass Religions- und Meinungsfreiheit für alle gelten, jeder ein Recht auf Leben hat, Ehe und Familie geschützt und die Elternrechte garantiert werden. Die international tätige Organisation sieht ihre Hauptaufgabe darin, Menschen, deren Grundrechte verletzt worden sind, juristische Unterstützung und kostenlosen Rechtsbeistand vor Gericht anzubieten. Dazu arbeitet die rein spendenfinanzierte Organisation mit einem weltweiten Netzwerk von Anwälten und Experten zusammen. Mit Erfolg hat sich ADF International gegen das Verbot von Gebeten, Versammlungen oder anderen Veranstaltungen in der Nähe von Abtreibungsorganisationen zur Wehr gesetzt und Menschen, die wegen solcher Aktionen zu Strafen verurteilt worden waren, verteidigt. Davon berichtet Ludwig Brühl, der als Journalist für ADF International arbeitet. weiter...

 

Große Dank- und Bittfeier für Deutschland mit dem Apostolischen Nuntius

Ein Licht im säkularen Berlin

Von Margarete Strauss

Aus Anlass des 32. Jahrestages der Wiedervereinigung Deutschlands zogen am 12. Oktober 2022 drei- bis viertausend Beter mit der Fatima-Madonna durch Berlin. Den Auftakt bildete ein Pontifikalamt des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, in der Kirche St. Clemens. Die apostolisch engagierte Musikerin und Theologin Dr. Margarete Strauss hat an diesem außerordentlichen Ereignis teilgenommen und beschreibt mit bewegenden Worten, wie sie diese Gnadenstunden erlebt hat. weiter...

 

Zum 80. Geburtstag von Bischof Laun

Am 13. Oktober 2022 feierte Weihbischof Prof. Dr. Andreas Laun seinen 80. Geburtstag. Die Erzdiözese ehrte ihn mit einem Dankgottesdienst in der Salzburger Franziskanerkirche. Hauptzelebrant war sein Nachfolger, Weihbischof Hansjörg Hofer, in Vertretung von Erzbischof Franz Lackner, der krankheitsbedingt ausfiel. weiter...

 

Der selige Kaiser Karl und die heilige Therese von Lisieux

Geschwister in der Heiligkeit

Von Georg Gantioler FSO

Zum 100. Todestag des seligen Kaiser Karl (01.04.1922) und zum 125. Todestag der heiligen Therese von Lisieux (30.09.1897) vergleicht P. Georg Gantioler FSO diese beiden außergewöhnlichen Zeugen des Evangeliums und kommt zu dem Ergebnis: man kann sie als „Geschwister in der Heiligkeit“ bezeichnen. Die Parallelen, die P. Georg Gantioler FSO in seinem Beitrag aufzeigt, sind durchaus überraschend. Als Seliger ist Karl I. weithin ein unbeschriebenes Blatt. Die Seligsprechung dieses letzten Kaisers von Österreich, die 2004 stattfand, wurde von vielen Seiten sogar mit Befremden aufgenommen. Wie passt ein solcher Schritt in unsere Zeit? Doch Papst Johannes Paul II. wollte damit kein politisches Signal aussenden. Es ging nicht um eine Positionierung der Kirche in der Spannung zwischen Monarchie und Demokratie. Vielmehr lässt das Leben des sel. Kaiser Karl erkennen, worin die allgemeine Berufung zur Heiligkeit im Letzten besteht. Dies hat P. Gantioler, der Leiter des Theresienwerks, im Licht der Kirchenlehrerin Therese von Lisieux eindrucksvoll herausgearbeitet. weiter...

 

Das heroische Leben des Aloysius Schwartz

Priester und Bettler

Von Kevin Wells

Im Vergleich zur hl. Mutter Teresa von Kalkutta ist Aloysius Philip Schwartz bislang sehr wenig bekannt. Doch sein Lebenswerk, das er ganz der Jungfrau der Armen von Banneux geweiht hatte, blüht auf wie eine strahlende Sonne, welche das wunderbare Licht der göttlichen Liebe in unsere Welt hineinstrahlt. Geboren wurde Aloysius Schwartz am 18. September 1930 in Washington, DC, USA, als drittes von acht Kindern. Seine Mutter starb an Krebs, als er 16 Jahre alt war. Bereits zwei Jahre zuvor war er in das St. Charles Seminary in Maryland eingetreten und lernte danach die belgische Société des Auxiliaires des Missions (S.A.M.) kennen, welche Weltpriester zum Einsatz in Asien und Afrika vermittelt. Unter ihrer Verantwortung kam er unmittelbar nach seiner Priesterweihe, die er 1957 empfangen hatte, auf eigenen Wunsch nach Südkorea. Dort gründete er zusammen mit Schwestern und Brüdern sog. Boystowns und Girlstowns, um die Waisen und Kinder verarmter Familien bis ins späte Teenageralter zu betreuen und zu erziehen. 1964 entstand der Orden der Schwestern Maria, 1981 der Männerorden Brüder Christi. 1989 erkrankte er an der unheilbaren Krankheit ALS, an der er am 16. März 1992 verstarb. 2003 wurde sein Seligsprechungsprozess eröffnet. Nachfolgend das Vorwort des Autors eines ergreifenden Buches, das nun auf Deutsch erschienen ist.[1] weiter...

 

Ordensfrau in Mali war über vier Jahre in Geiselhaft

„Den Glauben mit dem Leben verteidigen“

Von KIRCHE IN NOT e.V.

Mali versinkt in Terror und Gewalt. Islamisten haben ein länderübergreifendes Netzwerk aufgebaut, das die Staaten südlich der Sahara immer mehr ins Chaos stürzt. Häufig werden Christen verschleppt und ermordet. Das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ hat das Zeugnis einer mutigen Ordensfrau aufgezeichnet. weiter...


[1] Kevin Wells: Priester und Bettler. Das heroische Leben des Ehrwürdigen Dieners Gottes Aloysius Schwartz, geb., 288 S., ISBN 978-3-9479314-5-3 Euro 22,00 – Tel.: 07303-952331-0; www.media-maria.de