Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Dezember 2022-Januar 2023

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

In Kürze werden es 60 Jahre, dass der hl. Papst Johannes XXIII. die Enzyklika „Pacem in terris“ veröffentlicht hat. Sie ist von höchster Aktualität und Brisanz. Denn sie erschien am Höhepunkt des „Kalten Krieges“, zwei Jahre nach der Errichtung der Berliner Mauer und wenige Monate nach der Kubakrise. Mit den Drohungen, Atomwaffen einzusetzen, erinnert heute wieder Vieles an damals. Auch wenn sich in der Ukraine nicht mehr Demokratie und Sozialismus bzw. Kommunismus gegenüberstehen, so entwickelt sich die militärische Auseinandersetzung erneut zu einem globalen Ost-West-Konflikt, der noch gefährlicher ist und in jedem Augenblick eskalieren kann.

Im Herbst 1962 stand die Menschheit zwei Wochen lang vor dem Abgrund einer atomaren Katstrophe. Zwischen den USA und der Sowjetunion drohte eine nukleare Konfrontation. Johannes XXIII. selbst griff in die politische Auseinandersetzung ein und nahm diplomatische Beziehungen zu US-Präsident John F. Kennedy und seinem sowjetischen Gegenpart Nikita Chruschtschow auf. Ihnen schrieb er: „Ich flehe die Staatsoberhäupter an, sich dem Schrei der Menschheit Friede, Friede nicht zu verschließen. Mögen sie alles tun, was in ihrer Macht steht, um den Frieden zu retten … Mögen sie weiter verhandeln.“ Und am 25. Oktober 1962 warnte er die Welt in einem dramatischen Friedensapell über Radio Vatikan vor einem Atomkrieg. Niemand könne sich „die furchtbaren Folgen ausmalen“, so der Papst.

Nachdem die Krise entschärft war, legte er der Welt die Enzyklika „Pacem in terris“ vor. Mit allem Nachdruck stellte er klar: Im „Atomzeitalter“ sind Konflikte, „die unter Umständen zwischen den Völkern entstehen, nicht durch Waffengewalt, sondern durch Verträge und Verhandlungen beizulegen“ (Nr. 126). Zu dieser „Überzeugung“ gelange man angesichts „der schrecklichen Zerstörungsgewalt der modernen Waffen“ und „des Unheils grausamer Vernichtung, die diese Art von Waffen herbeiführen kann“. Es widerstrebe „der Vernunft, den Krieg noch als das geeignete Mittel zur Wiederherstellung verletzter Rechte zu betrachten“ (Nr. 127).

„Friede auf Erden“ heißt der Titel dieser Enzyklika auf Deutsch. Wie bei kirchlichen Dokumenten üblich ist das Rundschreiben nach seinen ersten Worten benannt. Und der Untertitel enthält ein ganzes Programm. Er lautet: „Über den Frieden unter allen Völkern in Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit.“ Diese Friedensenzyklika gilt als historisches Erbe des Konzilspapstes, ja, als eines der wichtigsten Dokumente der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert.

Bewusst hatte der Papst als Tag der Veröffentlichung den 11. April 1963, den damaligen Gründonnerstag, gewählt. Er wollte seinen Aufruf an Kirche und Welt in die Abschiedsreden Jesu eingebettet sehen, also in die Worte über Liebe und Einheit, mit denen der Erlöser sein eucharistisches Vermächtnis im Abendmahlssaal verbunden hatte. Bezeichnenderweise ist Johannes XXIII. nur knapp zwei Monate später gestorben, nämlich am 3. Juni 1963.

Alle Päpste haben seither auf diese Friedensenzyklika Bezug genommen. Wir versuchen mit Auszügen aus päpstlichen Ansprachen diese Linie nachzuzeichnen. Dabei ergibt sich ein eindrucksvolles Bild, das gerade in der gegenwärtigen Situation Orientierung bieten kann.

Liebe Leser, um Kosten zu sparen, haben wir uns entschlossen, Dezember und Januar als Doppelnummer herauszubringen. Mit einem herzlichen Vergelt’s Gott wünschen wir Ihnen eine gnadenreiche Advents- und Weihnachtszeit sowie Gottes reichsten Segen für das Neue Jahr 2023. Möge es uns auf die Fürsprache Mariens dem ersehnten Frieden näherbringen!

 

Zur historischen Enzyklika „Pacem in terris“ – „Friede auf Erden“

Friedensappell in dramatischer Situation

Von Papst Franziskus

Papst Franziskus nahm am 3. Oktober 2013 an einer Gedenkfeier zum 50. Jahrestag der „historischen Enzyklika“ Pacem in terris teil. Sie war am 11. April 1963 von Johannes XXIII. promulgiert worden, den Johannes Paul II. im Jahr 2000 seliggesprochen hatte. In der Einleitung seiner Ansprache hob Papst Franziskus hervor: „Die Vorsehung wollte es, dass diese Begegnung unmittelbar nach der Ankündigung seiner Heiligsprechung stattfindet.“ Ähnliches galt für den damals noch „seligen“ Papst Johannes Paul II. (2011 von Benedikt XVI. seliggesprochen), auf den Franziskus in seiner Ansprache Bezug nahm. Für Johannes Paul II. war Pacem in terris eine historische Weichenstellung der katholischen Kirche. Sie gab zunächst dem II. Vatikanischen Konzil seine weitere Ausrichtung vor. Später versuchte Johannes Paul II., in seinem Pontifikat all das zu vertiefen und umzusetzen, was Johannes XXIII. mit seiner Enzyklika grundgelegt hatte. Aus Anlass der geopolitischen Spannungen und des bedrohten Weltfriedens geben wir die Ansprache von Papst Franziskus leicht gekürzt wieder. weiter...

 

Botschaft Johannes Pauls II. zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2003

Pacem in terris: Eine bleibende Aufgabe

Von Papst Johannes Paul II.

Zum 40. Jahrestag nannte Papst Johannes Paul II. Pacem in terris eine „historische Enzyklika“. Er erinnerte daran, dass Papst Johannes XXIII. als Tag der Veröffentlichung den Gründonnerstag gewählt hatte und nur zwei Monate später gestorben war. Gleichzeitig hob er hervor, dass diese Friedensbotschaft ausdrücklich „an alle Menschen guten Willens“ gerichtet war und bereits in ihrer Einleitung den entscheidenden Punkt in die Worte fasste: „Der Friede auf Erden, nach dem alle Menschen zu jeder Zeit sehnlichst verlangten, kann nur dann begründet und gesichert werden, wenn die von Gott festgesetzte Ordnung gewissenhaft beobachtet wird“. Nachfolgend Auszüge aus der Botschaft. weiter...

 

Das Ringen um „Pacem in terris“ nach 60 Jahren

Brisanz der Friedensenzyklika

Von Erich Maria Fink

Die Enzyklika „Pacem in terris“ von Johannes XXIII. hat durch den Ukraine-Krieg eine ganz neue Aktualität erlangt. Man glaubte, den sog. „Kalten Krieg“ überwunden zu haben. Doch unversehens tauchte ein Ost-West-Konflikt in neuer Gestalt und unverminderter Härte wieder auf. Noch ist nicht abzusehen, wie sich die militärische Auseinandersetzung mitten in Europa weiter entwickeln wird. Nach der Entschärfung der Kuba-Krise im Herbst 1962, die wie heute mit einer atomaren Bedrohung verbunden war, sah sich damals Papst Johannes XXIII. ermutigt, der Welt eine visionäre Friedensenzyklika vorzulegen. Mit ihren Akzenten hat sie nichts an ihrer Aktualität verloren, doch werden die damals formulierten Ansätze auch oft für Vorstöße in Anspruch genommen, die dem Rundschreiben selbst nicht gerecht werden. Daraus ergibt sich eine zusätzliche Brisanz, auf die Pfarrer Erich Maria Fink in seinem Beitrag aufmerksam macht. weiter...

 

Als die Generalmobilmachung mit Pfingsten verglichen wurde

„Gott mit uns!“ – Missbrauch der Religion

Von Richard Kocher

Pfarrer Dr. Richard Kocher, Programmdirektor von Radio Horeb, hat ein neues Buch herausgegeben, in dem Teile seiner Doktorarbeit über die göttliche Vorsehung mit aktuellen Predigten kombiniert sind. Das Buch trägt den Titel „Zeitgeist oder Geist der Zeit"[1] und beginnt mit einem Blick auf die Vorsehungsliteratur während des Ersten Weltkriegs. Die Stellungnahmen christlicher Theologen und Hirten zum damaligen Kriegsgeschehen machen nachdenklich. Wie leichtfertig von katholischer wie evangelischer Seite der Krieg gerechtfertigt wurde, ist geradezu erschreckend. Einen unrühmlichen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung in den sog. „Deutschen Christen“, einer Bewegung innerhalb der evangelischen Kirche während des Dritten Reichs. Eine große Wende brachte in dieser Frage die Friedensenzyklika „Pacem in terris“ von Papst Johannes XXIII. im Jahr 1963. Doch heute hat sie durch die Haltung der Russisch-Orthodoxen Kirche zum Ukraine-Konflikt eine neue Brisanz erlangt. weiter...

 

Weihbischof Florian Wörner am 125. Todestag der hl. Therese von Lisieux

Die Liebe der heiligen Therese zum Wort Gottes

Von Weihbischof Florian Wörner, Augsburg

Am 1. Oktober 2022 feierte der Augsburger Weihbischof Florian Wörner in Altötting einen Festgottesdienst zu Ehren der hl. Therese von Lisieux, der von Radio Horeb live übertragen wurde. Bei seiner Ansprache ging er zunächst auf die Spiritualität des Kindseins bzw. auf den „kleinen Weg“ ein, wie ihn die hl. Therese „vom Kinde Jesus“ der Welt als Erbe hinterlassen hat. Ähnlich stellte er auf dem Hintergrund ihres Leidensweges einen Bezug zu ihrem zweiten Namenszusatz her, nämlich „vom heiligen Antlitz“. Schließlich zeigte er die Basis auf, welche den Nährboden für die gesamte Spiritualität der hl. Therese bildete, nämlich ihre intensive Beschäftigung mit dem Wort Gottes. Nachfolgend dieser dritte Teil seiner Predigt. weiter...

 

John Henry Newmans Freunde: Fritz Hartnagel, Reinhold Schneider, Paul Stern

Zeugnis des Gewissens

Von Jakob Knab

Die großen Gestalten des deutschen Widerstands gegen die Nazi-Herrschaft haben der Nachwelt ein unauslöschliches Zeugnis von der Macht des Gewissens hinterlassen. Und manche von ihnen schöpften aus einer gemeinsamen Quelle, nämlich der „herrlichen Welt“ des hl. John Henry Newman. Das hat Studiendirektor Jakob Knab aus Kaufbeuren mit seiner lebenslangen Forschungsarbeit nachgewiesen. Drei Persönlichkeiten stellt er vor: Es ist zunächst Fritz Hartnagel (1917-2001), der Verlobte von Sophie Scholl, deren umfangreicher Briefwechsel erst nach seinem Tod öffentlich bekannt geworden ist. Nach dem Krieg war Hartnagel Richter geworden, unterstützte Kriegsdienstverweigerer und wandte sich engagiert gegen den „Wahnsinn des atomaren Wettrüstens“. Reinhold Schneider (1903-1956) war gerade noch der Hinrichtung entkommen und stieg nach den Schrecken des Dritten Reichs in den Augen vieler zum „Gewissen der Nation“ auf. Der gebürtige Jude Paul Stern (1888-1944) schließlich, der zum katholischen Glauben gefunden hatte, starb in den Gaskammern von Auschwitz. weiter...

 

Das Ulrichsjubiläum als Impuls für das „Apostolat des Ohres“

Der demütige Stil Gottes

Von Bischof Bertram Meier, Augsburg

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Ulrich von Seeg im Allgäu eröffnete der Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier am 28. Oktober 2022 offiziell den Weg der geistlichen Vorbereitung auf das große diözesanweite Ulrich-Doppeljubiläum 2023/24. Musikalisch wurde die Heilige Messe von den Augsburger Domsingknaben gestaltet. Bischof Meier predigte über das Jubiläumsmotto „Mit dem Ohr des Herzens“ und rief dazu auf, eine hörende Kirche zu werden, offen füreinander, an erster Stelle aber für Gott. Nach dem Vorbild des hl. Ulrich lasse er sich Weisung und Richtung vom Papst geben und höre bei seinen Entscheidungen besonders auch auf die Stimme seines Gewissens. Zur Vorbereitung auf das „Doppeljubiläum 1100 Jahre Bischofsweihe und 1050 Jahre Tod des hl. Ulrich“ wird bis Juni 2023 an jedem letzten Freitag im Monat jeweils um 18.30 Uhr in Seeg eine Heilige Messe gefeiert. Alle diese Gottesdienste werden von K-TV live übertragen. weiter...

 

„Kirche in Not“ macht am „Red Wednesday“ auf verfolgte Christen aufmerksam

Verborgenes Leid der Märtyrer von heute

Von Florian Ripka

Jedes Jahr Ende November werden Kirchen und öffentliche Gebäude in blutrotes Licht getaucht. Der „Red Wednesday“, den das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ ins Leben gerufen hat, erinnert an das Leid verfolgter Christen und macht auf Verstöße gegen die Religionsfreiheit aufmerksam. 2022 machten in Deutschland rund 130 Kirchen mit. Zentrale Veranstaltungen fanden unter anderem in den Kathedralen von Passau, Regensburg, Augsburg, Freiburg und Mainz statt. Das Gedenken an die Märtyrer von heute ist bitter nötig. Weltweit leiden Menschen, weil sie ihren Glauben nicht leben können. Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, weist auf die zunehmende Gefährdung von Christen weltweit hin. weiter...

 

700 Männer machten sich 2022 im deutschen Sprachraum mit „Exodus90“ auf den Weg

Eine außergewöhnliche Auferstehungserfahrung

„Wir sind nicht für ein bequemes Leben erschaffen worden, sondern für das Große“ (Benedikt XVI.). Unter diesem Motto verlassen immer mehr Männer, darunter auch Priester, ihre persönliche Komfortzone. Sie finden in „Exodus90“ einen wirksamen Weg aus der Gefangenschaft schlechter Gewohnheiten in eine größere „Freiheit der Kinder Gottes“. Über 700 Männer begannen im deutschen Sprachraum Anfang des Jahres 2022 mit diesem Programm und schlossen es am Ostermorgen mit einer außergewöhnlichen Auferstehungserfahrung ab. Viele berichteten, wie sie am Fest aller Feste ein befreiendes Halleluja in ihrem Herzen empfanden und eine unvergleichlich tiefe Freude verspürten. Die eigenen Leidenschaften in gesunde Bahnen gelenkt, erlebten sie echte innere Freiheit und fühlten sich wie „von oben neu geboren“.

Die vielleicht wichtigste Frucht des Programms ist wohl, dass es vielen gelingt, den oft vergeblich gefassten Vorsatz zu einem geregelten Gebetsleben durch Exodus endlich konsequent und erfolgreich umsetzen zu können. In den drei Monaten des „Exodus90“ werden darüber hinaus Kräfte und Zeit freigesetzt, die dann der Ehefrau, den Kindern und allen Menschen, die uns Männern anvertraut sind, zugutekommen.

In den „Bruderschaften“ reifen Früchte authentischer, tiefer und tragfähiger Männerfreundschaften, die für eine volle Entfaltung der Persönlichkeit äußerst wertvoll sind. Einige Männer entschlossen sich sogar für einen geistlichen Beruf. Andere wurden von Süchten und Abhängigkeiten, wie Pornokonsum und deren Folgen, befreit. Das wiederum trug zu einer besseren Kommunikationskultur in vielen Ehen und Familien bei. weiter...

 

„Neue Psalmen“ in Wort und Melodie

Mit Gott im Rücken

Von Michael Peter Fuchs  

Michael Peter Fuchs stammt aus der Schweiz und hat dort als Gymnasiallehrer für Deutsch und Philosophie gearbeitet. Später zog er mit seiner Familie in eine Basisgemeinde im Norden Deutschlands. Sein Projekt „Neue Psalmen"[2] will nicht den Anspruch erheben, biblische Inspiration zu sein, sondern eine Gebetshilfe bieten. weiter...


[1] Richard Kocher: Zeitgeist oder Geist der Zeit, geb., 192 S., 19,95 Euro (D), Verlag Media Maria, Tel. 07303-9523310; www.media-maria.de
[2] Michael Peter Fuchs: mit gott im rugge – Neue Psalmen in Schweizerdeutsch und Hochdeutsch. Als Buch (19,80 Euro) und CD (18,00 Euro) beim Autor bestellbar: Peter Fuchs, Zum Wohld 4, D-24214 Tüttendorf, peter-fuchs@gmx.de