Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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August-September 2025

Liebe Leserinnen und Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Als Titelbild haben wir bewusst die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau gewählt. Sie ist das Wahrzeichen der russischen Hauptstadt, Symbol nationaler Identität und Geschichte. Eigentlich heißt sie „Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale am Graben“. Sie wurde 1555 bis 1561 im Auftrag von Zar Iwan dem Schrecklichen zur Erinnerung an die Eroberung von Kasan und Astrachan errichtet. Für die Farben und Muster der Kuppeln ließ sich der Architekt von der Hauptmoschee in Kasan inspirieren, die 1552 zusammen mit dem Regierungspalast des Kahns zerstört worden war. Die Zwiebeltürme spiegeln also den Stil tatarisch-islamischer Kunst wider. Nachweislich wurden sogar einige Bauteile dieser Moschee, die erhalten geblieben waren, in die Kathedrale einbezogen.

Inmitten der Spannungen, die damals im eroberten Kasan zwischen Christen und Muslimen herrschten, erschien 1579 die Gottesmutter der neunjährigen Matrona und offenbarte ihr den Ort, an dem „Ihre Ikone“ zu finden sei. Unter der Asche eines Hauses, das einem verheerenden Brand in der Stadt zum Opfer gefallen war, wurde die Ikone unversehrt entdeckt. Bald trat sie ihren Siegeszug durch die Geschichte Russlands an. 30 Jahre später begleitete sie die Truppen, die Moskau in der „Zeit der Wirren“ von der polnischen Invasionsarmee befreiten. Nach dem Sieg am 22. Oktober 1612 wurde sie in einer feierlichen Prozession über den Roten Platz getragen. Daraufhin ließ Fürst Dmitrij Poscharskij, der das russische Heer angeführt hatte, am anderen Ende des Platzes eine Kathedrale zu Ehren der Ikone der Gottesmutter von Kasan erbauen.

Das Bild auf der Titelseite zeigt eine Gruppe von 44 Pilgern aus Deutschland und der Schweiz, wie sie am Fest Christi Himmelfahrt dieses Jahres genau diesen Weg auf dem Roten Platz zur Kasaner Kathedrale zurückgelegt hat. Es war der Auftakt einer zweiwöchigen „Friedenswallfahrt“ durch Russland. In höchst angespannter Zeit wagten es die Teilnehmer, sich auf den Weg zu machen, um ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens zu setzen.

Die Wallfahrt spannte den Bogen vom Roten Platz über Kasan bis zur katholischen Fatima-Kirche in Rjabinino, die eine Kopie der Kasaner Ikone als Ausdruck der Partnerschaft „Maria – Mutter Europas“ beherbergt. Ebenso folgte die Pilgergruppe dem Weg der Ikone der Gottesmutter von Wladimir, aber auch der Ikone „Maria Herrscherin“, nämlich von Moskau bis nach Jekaterinburg, wo sie in der Klosteranlage Ganina Jama aufgestellt ist. Dorthin waren die Leichname der Zarenfamilie nach ihrer Ermordung 1918 gebracht worden.

Die Pilgerfahrt konnte einen Eindruck davon vermitteln, wie sich Russland in seiner tausendjährigen Geschichte unter den Schutz der Gottesmutter gestellt hat. Selbst Stalin soll während des Angriffs der deutschen Wehrmacht auf Moskau im Dezember 1941 befohlen haben, die Marienikone von Wladimir in einem Flugzeug über die Stadt fliegen zu lassen, um so die Bevölkerung und die Stadt zu schützen. Nach dem prophetischen Aufruf von Fatima haben schließlich Millionen von Gläubigen auf der ganzen Welt für die Bekehrung und Rettung Russlands gebetet – zum Heil der ganzen Völkerfamilie.

Liebe Leserinnen und Leser, möge uns dieser andere Blick auf Russland davor bewahren, uns in Feindbilder und unversöhnliche Emotionen zu verstricken. Wettrüsten, Angst und Hass können keinen Frieden schaffen. Friede wird nicht auf dem Schlachtfeld hervorgebracht, sondern in den Herzen der Menschen, die sich von der Liebe Gottes zu allen Völkern ergreifen lassen. Das Gebet, die Hinwendung zum Vaterherzen Gottes, der mütterliche Schutz Mariens, allein das kann uns vor gegenseitiger Zerstörung bewahren. Mit einem aufrichten Vergelt’s Gott für Ihre Unterstützung wünschen wir Ihnen ein betendes Herz, das für Verständigung und Frieden brennt.  

 

Eine Friedenswallfahrt nach Russland 2025

Pilger der Hoffnung

Von Hermann Rössler

Vom 28. Mai bis 11. Juni 2025 fand eine „Friedenswallfahrt nach Russland“ statt. Ziel war es, den Spannungen zwischen Russland und dem Westen, die mit trügerischen Feindbildern emotional aufgeladen sind, ein Zeichen der Hoffnung und der christlichen Offenheit entgegenzustellen. Bewusst umfasste das Programm die Zeit der Gebetsnovene um den Heiligen Geist von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten. Täglich fand in einer katholischen Kirche die heilige Messe statt, das übrige Programm aber war russisch-orthodoxen Heiligtümern gewidmet. Wie ein roter Faden zog sich durch die Wallfahrt die Geschichte der Ikone der Gottesmutter von Wladimir sowie der Kasaner Ikone. Die Reise spannte den Bogen vom hl. Sergius von Radonesch zum hl. Seraphim von Sarow, führte aber auch zu Berührungspunkten von Christentum und Islam. Hermann Rössler, der an der Pilgerfahrt teilgenommen hat, beschreibt in seinem Bericht, wie er dieses Wagnis erlebt hat und was ihm auf dem Weg durch Russland wichtig geworden ist. weiter...

 

Russland unter dem Schutz der Gottesmutter

Die älteste russische Marienikone

Von Erich Maria Fink

Das älteste Marienbild, das auf russischem Boden gemalt wurde, ist die Ikone der Gottesmutter von Bogoljubowo aus dem 12. Jahrhundert. Das Bild geht auf eine Marienerscheinung zurück, die dem Großfürsten Andreij Bogoljubskij in der Nähe von Wladimir zuteilgeworden ist. Die Geschichte dieses Bildes ist eng mit der weltbekannten Ikone der Gottesmutter von Wladimir verbunden. Auf diesem Hintergrund beleuchtet Pfarrer Erich Maria Fink die Anfänge der Marienverehrung in Russland. weiter...

 

Wie wir den Schutz des Lebens verlieren könnten

Zwischen Werbung und Wegsehen

Von Cornelia Kaminski

Cornelia Kaminski, Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.), ruft zur Teilnahme am „Marsch für das Leben“ auf. Er findet am Samstag, 20. September 2025, sowohl in Köln (Neumarkt) als auch in Berlin (Washingtonplatz/Hbf.) ab 13:00 Uhr statt. Uns allen muss die Würde des Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ein Anliegen sein. Wie leichtfertig auch Politiker von C-Parteien das christliche Menschenbild verraten, hat viele erschüttert. Gerade auf dem Hintergrund der Debatte um die Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf ist der Marsch ein unersetzbares Zeugnis. weiter...

 

„Nihil obstat“ für die Marienerscheinungen auf dem Berg Zvir bei Litmanová

„Lass dich von Jesus befreien“

Von Victoria Cardiel

Die mutmaßlichen Marienerscheinungen auf dem Berg Zvir begannen am 5. August 1990, drei Kilometer von Litmanová entfernt, einem kleinen Dorf mit byzantinisch-katholischer Tradition im Norden der Slowakei. Drei Kinder, Ivetka Korcáková (11 Jahre), Katka Ceselková (12 Jahre) und Mitko Ceselka (9 Jahre), erlebten die Erscheinungen bis 1995. Dabei stellte sich ihnen die Jungfrau Maria unter dem Titel „Unbefleckte Reinheit“ vor. Den Brief, in dem der Vatikan nun dieser Marienverehrung das „Nihil obstat“ erteilt hat, stellt die Journalistin Victoria Cardiel vor, die für verschiedene Medien über den Vatikan berichtet wie z. b. für die Wochenzeitung der Erzdiözese Madrid. Der etwas gekürzte Beitrag erschien am 9. Juli bei ACI Prensa, dem spanisch-sprachigen Partner von CNA. weiter...

 

„Jeder noch so lange Weg beginnt mit einem ersten Schritt“

Zum „Mariathon“ von Radio Horeb

Von Bischof Bertram Meier

Anlässlich des „Mariathons“ von Radio Horeb hielt der Augsburger Diözesanbischof Dr. Bertram Meier am 16. Mai 2025 in Balderschwang eine Pontifikalmesse. Konzelebranten waren Kardinal Fridolin Ambongo Besungu und Programmdirektor Pfarrer Dr. Richard Kocher. Nachfolgend die Predigt, in der Bischof Meier auf die Schriftlesungen des Tages Bezug nimmt (Apg 13,26-33; Joh 14,1-6). weiter...

 

Martin Luther und Thomas von Villanueva

Sie waren Zeitgenossen

Von Ludwig Gschwind

Prälat Ludwig Gschwind, geboren 1940 in Donaumünster, wuchs in Nördlingen auf und wurde 1968 zum Priester geweiht. Seit 1974 war er Pfarrer für Balzhausen und Mindelzell im Dekanat Krumbach, dem er von 1985 bis 2009 als Dekan vorstand. Er hat über 70 Bücher veröffentlicht. In seinem Beitrag stellt er Martin Luther seinem Zeitgenossen Thomas von Villanueva gegenüber. weiter...

 

„Wir glauben, dass der Verlauf der Geschichte verändert werden kann und muss“

Auf, wir wollen gehen im Licht des Herrn!

Von Richard Kocher

Papst Franziskus war mit dem Rabbiner Abraham Skorka eng befreundet. Die langjährige Beziehung ist ein beeindruckendes Beispiel für interreligiösen Dialog zwischen Juden und Christen. Sie begann in Buenos Aires, wo Jorge Mario Bergoglio Erzbischof war und Skorka Rabbiner der Gemeinde Benei Tikva. Sie fassten ihre Gespräche, die abwechselnd am Sitz des Bischofs und bei der jüdischen Gemeinde stattfanden, in dem Buch „Über den Himmel und die Erde“ zusammen (2010).  Dr. Richard Kocher knüpft an das Vorwort des Rabbiners zu einem Erinnerungsbuch des Papstes an und beleuchtet es im Licht des Evangeliums. weiter...

 

„Lebe deine Sehnsucht als Frau“: Eine Reise vom Kopf zum Herzen

Frausein als persönliche Verheißung Gottes

Von Ursula Harter

Ursula Harter, Theologin und Germanistin in Hennef (Sieg), stellt das Buch „Lebe deine Sehnsucht als Frau“[1] von Sr. Clarissa Strnisko vor. Es sei kein Lesebuch, sondern eher eine meditative „Gebrauchsanleitung“, wie Frauen ihre weibliche Identität entdecken und mit Jesus Christus verwirklichen können. So wolle das Buch einen Weg zu wahrer Freiheit, innerem Frieden und großer Lebensfreude eröffnen. Es eignet sich als schönes Geschenk zu allen möglichen Anlässen: Geburtstag, Muttertag, Hochzeit, Ordensgelübde, Geburt eines Kindes, Ehe- oder Ordensjubiläum. weiter...

 

Blutige Anschläge in Nigeria und Syrien:

Verfolgte Christen brauchen Schutz – jetzt!

Von Tobias Lehner

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ erhält viele erschütternde Berichte von Attacken auf Christen. Aber die beiden Vorfälle im Juni machen besonders betroffen: Innerhalb weniger Tage wurden aus Nigeria und Syrien Anschläge gemeldet, die sich gezielt gegen Christen richteten. Insgesamt sind mehr als 200 Tote zu beklagen. Die Projektpartner von „Kirche in Not“ fordern: Es ist jetzt höchste Zeit zu handeln. weiter...

 

Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 8/9 August/September 2025
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)
www.kirche-heute.de

 


[1] Sr. Clarissa Strnisko: Lebe deine Sehnsucht als Frau, Media Maria 2025, geb., 320 S., 19,95 Euro (D), 20,50 Euro (A), ISBN 978-3-947931-95-8 – www.media.maria.de