Mai 2019

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Unser Titelthema „Aufbruch der jungen Kirche im Geist Mariens“ fasst drei Anliegen von Papst Franziskus zusammen. Zum einen geht es um einen „Aufbruch“, wie ihn Franziskus in seinem programmatischen Schreiben „Evangelii gaudium“ – „Freude des Evangeliums“ zum Ausdruck gebracht hat. Der Papst wünscht sich eine missionarische Kirche, die mit neuer Dynamik auf die heutigen Menschen zugeht und ihnen in der Nachfolge Jesu Christi die frohe Botschaft vermittelt.

Was der Papst unter „junger Kirche“ versteht, hat im Nachsynodalen Schreiben „Christus vivit“ – „Christus lebt“ vom 25. März 2019 einen besonderen Niederschlag gefunden. Einerseits blickt Franziskus auf die Anfänge der Kirche zurück, auf die „junge Kirche“ im Abendmahlssaal, die sich für ihren Auftrag der Evangelisierung bis an die Grenzen der Erde rüstet. Andererseits aber meint er mit „junger Kirche“ die Jugendlichen von heute, die schon der hl. Papst Johannes Paul II. „Apostel und Protagonisten der Neuevangelisierung“ genannt hat. Nach Franziskus sind sie berufen, der ganzen Kirche zu helfen, Formen und Wege zu finden, wie sie heute notwendig sind, um das Evangelium in die Herzen der Menschen bringen zu können.

Und schließlich ist es ein Herzensanliegen des Papstes, dass die Kirche ihren missionarischen Auftrag „im Geist Mariens“ erfüllt. Für Papst Franziskus ist die Gottesmutter der Innbegriff von Aufmerksamkeit und Zärtlichkeit. Mit mütterlicher Sorge eilt sie ihren Kindern zu Hilfe, versteht ihre Schwächen und Nöte, klagt sie nicht an, sondern stellt sich auf ihre Seite und verteidigt sie, versucht sie vor Gefahren und Angriffen des Bösen zu schützen, ermahnt sie voller Güte, zeigt ihnen unermüdlich den richtigen Weg und setzt sich mit der ganzen Kraft ihrer Liebe dafür ein, dass sie gerettet werden. In Panama rief Franziskus die Jugendlichen auf, Maria als Mutter in ihr Leben aufzunehmen und sich ihrer Liebe anzuvertrauen, denn ohne ihren Schutz könnten sie in der heutigen Zeit nicht bestehen. Und immer wieder bringt er seinen Wunsch zum Ausdruck, dass auch die Kirche in all ihrem Tun die Mütterlichkeit Mariens ausstrahle. Die Menschen müssten in der Pastoral eine mütterliche Zuwendung und Fürsorge zu spüren bekommen. Schon in „Evangelii gaudium“ bezeichnet er den marianischen Stil als Voraussetzung für eine erfolgreiche Evangelisierung. Und am 1. Januar 2019 erklärte er, die „göttliche Liebe“ sei „väterlich und mütterlich“, „wie jene einer Mutter, die nicht aufhört, an ihre Kinder zu glauben, und sie nie im Stich lässt. Der Gott-mit-uns liebt uns trotz unserer Fehler, trotz unserer Sünden, trotz der Weise, wie wir die Dinge drehen. Gott glaubt an die Menschheit, von der sich zuerst und unvergleichlich seine Mutter abhebt.“

Auf dem Weltjugendtag in Panama hob Franziskus einen weiteren Aspekt des „Geistes Mariens“ hervor. Das Jawort der jungen Maria, mutig, voller Vertrauen und Entschlossenheit, müsse auch die Beziehung der heutigen jungen Menschen zu Jesus Christus prägen. Wenn sie glücklich werden wollten, müssten sie sich für die Heiligkeit entscheiden. Damit verbunden ist ein weiterer Aspekt: Die ganze „Macht“ Mariens besteht in ihrer vollkommenen Hingabe für die anderen. Sie zeige uns, was es bedeute, eine dienende Kirche zu werden.

Unser verehrter Papst emeritus Benedikt XVI. hat mit seinem überraschenden Brief auf unvergleichliche Weise den Missbrauchsskandal beleuchtet. Die Überlegungen von Papst Franziskus zum „Geist Mariens“ bilden dazu eine tiefgreifende Ergänzung. Liebe Leser, so wünschen wir Ihnen von Herzen österliche Freude und Zuversicht im „Geist Mariens“ und sagen Ihnen ein aufrichtiges Vergelt’s Gott für Ihre Unterstützung.


Maria, das große Vorbild für eine junge Kirche

Das Mädchen von Nazareth

Von Papst Franziskus

Mit Datum vom 25. März 2019, dem Hochfest der Verkündigung, hat Papst Franziskus das Nachsynodale Apostolische Schreiben „Christus vivit“ – „Christus lebt“ an die jungen Menschen und das ganze Volk Gottes veröffentlicht, unterzeichnet in „Loreto, beim Heiligtum des Heiligen Hauses“. Der Papst sah von Anfang an die Bischofssynode im Herbst 2018 zur Jugendpastoral und den Weltjugendtag in Panama im Januar 2019 als Einheit. Diese Verbindung spiegelt sich auch im Nachsynodalen Schreiben wider. Das umfangreiche Dokument geht häufig auf die Bedeutung Mariens für die Jugendlichen von heute ein, besonders im Abschnitt über den Aufbruch der jungen Kirche (Nr. 43-48). weiter...

 

Aufbruch der jungen Kirche im Geist Mariens

Programm der Weltjugendtage

Von Erich Maria Fink

Papst Johannes Paul II. führte 1985 die Weltjugendtage ein. Diese Treffen füllte er mit einem Programm, das er den Jugendlichen aus der ganzen Welt mit auf den Weg gab. Daraus entstand 1989 die „JUGEND 2000“. Sie setzte sich zum Ziel, das Programm des Papstes in der Jugendarbeit umzusetzen. Da für Johannes Paul II. der Blick auf die Gottesmutter eine besondere Rolle spielte, fügte die Jugend 2000 ihrem Namen die Bezeichnung hinzu: „Aufbruch der jungen Kirche im Geist Mariens“. In Panama fand diese Ausrichtung der Jugend 2000 eine einzigartige Bestätigung. weiter...

 

Marianische Akzente in der Jugendpastoral von Papst Franziskus

„Was Er euch sagt, das tut!“

Von Daniel Rietzler

Pfarrer Daniel Rietzler (geb. 1980) ist Jugendseelsorger der Diözese Augsburg und für die Jugendstelle Weißenhorn zuständig. Er begleitete die Gruppe von 160 Jugendlichen, die unter der Trägerschaft der beiden Diözesen Augsburg und Eichstätt sowie der JUGEND 2000 Deutschland am Weltjugendtag in Panama teilgenommen hat. Dabei war er Ansprechpartner für die acht Priester, welche die jungen Pilger zusammen mit Weihbischof Florian Wörner geistlich betreuten. Ausgehend von den marianischen Impulsen, die Papst Franziskus in Panama gegeben hat, stellt Rietzler einige grundsätzliche Überlegungen zum Nachsynodalen Schreiben über die Jugendpastoral von heute mit dem Titel „Christus lebt“ an. weiter...

 

Betrachtung des Papstes zum „Salve Regina“

Königin des Friedens

Von Papst Franziskus

In seiner Predigt am 1. Januar 2019 in der Petersbasilika lud Papst Franziskus die Kirche zu einem „grenzenlosen Staunen“ über das Geheimnis der Menschwerdung ein: „Gott hat sich an die Menschheit gebunden, für immer!“ Doch sollten wir auch über die Mutter Gottes staunen. Durch sie gieße der „Gott der Nähe“ eine „neue Zärtlichkeit über die Menschheit aus“. Maria als Mutter anzunehmen, sei nicht „optional“, sondern ein verpflichtender Auftrag. Kirche und Welt bräuchten Maria, die in der heutigen „Zersplitterung und Einsamkeit“ allein „die Einheit unter den Kindern wiederherstellen“ könne. So spannte der Papst den Bogen zwischen den beiden Festgedanken des Tages, nämlich dem Hochfest der Gottesmutter Maria und dem 52. Weltfriedenstag. Nachfolgend der zweite Teil seiner Ansprache. weiter...

 

Maria, Stern der neuen Evangelisierung

Von Papst Franziskus

Zum Abschluss des „Jahres des Glaubens“ veröffentlichte Papst Franziskus am 24. November 2013, dem Christkönigsfest, sein programmatisches Apostolisches Schreiben „Evangelii gaudium“ – „Freude des Evangeliums“. Das Dokument schließt mit einem Gebet zur Gottesmutter.  weiter...

 

Die „Ausstrahlung“ des Stiftes Heiligenkreuz

Evangelisierung durch moderne Medien

Von P. Karl Wallner OCist OCist

Im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben „Christus vivit“ – „Christus lebt“ an die jungen Menschen und das ganze Volk Gottes geht Papst Franziskus auch direkt auf die digitale Welt ein. Einerseits warnt vor den Gefahren, die von der Digitalisierung und dem Internet ausgehen, andererseits aber hebt er die einzigartigen Möglichkeiten hervor, welche die modernen Medien gerade auch für die Evangelisierung und die positive Entwicklung des Menschen bieten. Er nennt sie „eine außerordentliche Chance für Gespräche, Begegnungen und den Austausch mit anderen Menschen“. „In vielen Ländern sind das Internet und soziale Netzwerke heute als Medium unverzichtbar, um junge Menschen zu erreichen und unter anderem auch in pastorale Initiativen und Aktivitäten einzubeziehen“, so heißt es in Nummer 87. Prof. Pater Karl Wallner zeigt am Beispiel Heiligenkreuz auf, wie man diese Chance nützen kann. weiter...

 

Für die ganze Gemeinde unterwegs zum Weltjugendtag

Ereignis der Pfarrei

Von Michaela Hertl

Eine Jugendliche aus Augsburg berichtet von ihrer Teilnahme am Weltjugendtag 2019. Doch geht es ihr nicht um die Schilderung ihrer Erlebnisse in Panama, sondern darum, wie die Reise einer kleinen Delegation zu einem Ereignis für die ganze Pfarrgemeinde werden konnte. Sie spricht von der „Botschaft“ des Weltjugendtags, von der sie erfüllt ist und die sie auch in ihre Gemeinde hineintragen möchte. weiter...

 

Bitte um eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes

„Komm Herr Jesus“

Von Günther Zoppelt und Br. Franziskus OFS

Die Kirche braucht ein neues Pfingsten. Und die letzten Päpste haben die Gläubigen ausdrücklich dazu ermutigt, voller Zuversicht um eine neue Ausgießung des Heiligen Geistes zu beten. Unter den verschiedenen Initiativen, die Günther Zoppelt zur Erneuerung des Glaubenslebens ins Leben gerufen hat, findet sich auch das sog. „Große Gebet für die Kirche“, das der Bitte um eine Erneuerung im Heiligen Geist Rechnung trägt. weiter...

 

Verfälschte Geschichtsschreibung um Pius XII.

Hitlers Papst?

Von Erzbischof em. Karl Braun, Bamberg

Papst Franziskus hat das Interesse für Pius XII. neu geweckt. Er lädt die Forscher ein, das wahre Bild seines Pontifikats während des Zweiten Weltkriegs ans Licht zu bringen. Dazu erinnert Erzbischof Dr. Karl Braun an einen Beitrag, in dem er bereits im Jahr 2000 mit einer Veröffentlichung des britischen Journalisten John Cornwell ins Gericht geht. Die deutsche Übersetzung trägt den Titel „Pius XII. – Der Papst, der geschwiegen hat“ (Verlag Beck, München 1999). Gegenüber dieser verfälschten Geschichtsschreibung um Pius XII. scheint Papst Franziskus nun zielstrebig daran zu arbeiten, den Seligsprechungsprozess voranzubringen. Am 19. Dezember 2009 hatte das Verfahren unter seinem Vorgänger bereits eine wichtige Hürde genommen. Benedikt XVI. erkannte Pius II. den heroischen Tugendgrad zu. weiter...

 

Zur Entstehung einer schwarzen Legende

„Der Stellvertreter“ und Pius XII.

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Der gebürtige Römer und damalige Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli wurde am 2. März 1939, an seinem 63. Geburtstag, zum Papst gewählt. Er gab sich den Namen Pius XII. und stand der Kirche in den schweren Zeiten des Zweiten Weltkriegs vor. Aus Anlass des 80. Jahrestags seiner Wahl kündigte Papst Franziskus am 4. März 2019 an, das Vatikanische Geheimarchiv zum Pontifikat von Pius XII. während des Zweiten Weltkriegs ab dem 2. März 2020 zu öffnen und die einschlägigen Dokumente ohne Einschränkung der geschichtlichen Forschung zugänglich zu machen. Prof. Dr. Wolfgang Koch und seine Frau Dorothea verbinden damit die Hoffnung, dass die über Pius XII. verbreitete „schwarze Legende“ endgültig widerlegt und überwunden werden kann. Denn noch immer prägt das unselige Drama „Der Stellvertreter“ von Ralf Hochhuth aus den 60er Jahren das Bild des Pacelli-Papstes. Das Ehepaar Koch erinnert auch an das Zeugnis von Ion Mihai Pacepa, das ihrer Meinung nach nicht einfach als Verschwörungstheorie abgetan werden sollte, sondern einen tiefen Einblick in die Hintergründe geben könnte. weiter...

 

Der hl. Pfarrer von Ars über die Jungfrau Maria

Die allerbeste Mutter

Von Jean-Marie Vianney (1786-1859)

Bereits im Jahr 1916 ist eine Sammlung von Zitaten aus den Ansprachen des hl. Pfarrers von Ars erschienen. Sie wurde von Leonz Niderberger unter dem Titel „Goldkörner aus den Reden und Katechesen des seligen Johannes Baptista Vianney, Pfarrer von Ars“ herausgegeben.[1] Zu verschiedenen Themen sind Worte des 1925 heiliggesprochenen Seelsorgers einfach hintereinandergestellt. Diese Glaubensschätze wurden nun dem heutigen Sprachgebrauch angepasst und neu verlegt. Allerdings wurden die Bibelzitate in der ursprünglichen Fassung beibehalten. Nachfolgend sind Aussagen des Heiligen über die Gottesmutter aus dem elften Kapitel wiedergegeben, jedoch in einer anderen Reihenfolge und thematisch aufgegliedert. weiter...

 

Das Museum „Ars sacrale“ in Paderborn feiert 20-jähriges Bestehen

Schöner Kunst verpflichtet

Von Bernd Cassau

In einer bedrängten Zeit steht der christliche Gold- und Silberschmid Bernd Cassau unerschütterlich zur Kirche und ihrem Sendungsauftrag. Es ist ihm ein Herzensanliegen, die Schätze der kirchlichen Kunst zu hüten und ihre geistlich-kulturelle Bedeutung auch dem heutigen Menschen zu vermitteln. Voller Idealismus pflegt er sein Museum „Ars sacrale“ in Paderborn, das er vor 20 Jahren eröffnet hat und mit dem er die Botschaft des christlichen Glaubens vor allem in ihrer Schönheit zum Leuchten bringen möchte. weiter...

 

Nachlese zum Jubiläumsjahr „600 Jahre Niklaus von Flüe“ (Teil 2)

Fernnahe Liebe

Von Roland Gröbli  

Rechtzeitig zum 600. Geburtstag des hl. Niklaus von Flüe erschien im Februar 2017 eine biografische Erzählung über das familiäre Leben des Heiligen mit seiner Frau Dorothee Wyss und seinen Kindern. Das Besondere des Buchs besteht darin, dass es Dorothee sprechen lässt und die 20 glücklichen Ehejahre sowie die überraschende Lebenswende ihres Mannes aus ihrer Sicht schildert. Dabei wagen sich die Autoren über die bekannte historische Einordnung in die politischen Zusammenhänge der Schweiz und die theologische Interpretation der mystischen Erlebnisse des Heiligen hinaus. Sie arbeiten die Liebesbeziehung der beiden heraus, in der jeder auf seine Weise gewachsen und gereift ist. Das Buch trägt den Titel „Fernnahe Liebe – Niklaus und Dorothea von Flüe“ und umfasst 192 Seiten.[2] Verfasst wurde es von Dr. Niklaus Kuster ofmcap, der an der Universität Luzern Kirchengeschichte und Spiritualität doziert, und der Germanistin Nadia Rudolf von Rohr. Der Historiker Dr. Roland Gröbli nennt das Buch eine „einfühlsame und packende Lebensgeschichte“, geschrieben mit „Ein- und Weitsicht“. weiter...

 

Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 5/Mai 2019
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Leonz Niderberger (Hg.): Hl. Pfarrer von Ars – Glaubensschätze aus seinen Predigten und Katechesen, geb., 176 S., 16,95 Euro (D), 17,50 Euro (A), ISBN: 978-3-9454019-8-9 – Media Maria, Tel. 07303-9523310, Fax: 07303-9523315, E-Mail: buch@ media-maria.de
[2] Niklaus Kuster/Nadia Rudolf von Rohr: Fernnahe Liebe – Niklaus und Dorothea von Flüe, HC, 192 S., 4-farb. Abbild., 19,00 Euro zzgl. Versand, ISBN: 978-3-8436-0876-3, Tel. 0711-4406-0, www.patmos.de