Nachfolgend lediglich die Überschriften und Hinführungen zu den einzelnen Beiträgen.

Die letzten drei Nummern von Kirche heute sind jeweils noch nicht online gestellt.
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Februar-März 2020

Liebe Leser

Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel

Papst Franziskus will den Aufruf seiner Vorgänger zur Neuevangelisierung konkret umsetzen. Sein ganzes Pontifikat stellte er unter die Losung einer „missionarischen Kirche“. Von Anfang an hatte er dieses Ziel klar vor Augen. Bereits beim ersten Treffen mit dem Kardinalskollegium am 15. März 2013 – zwei Tage nach seiner Wahl – rief er aus: „Liebe Brüder, los!“ Und er meinte damit einen neuen Aufbruch im Geist des Evangeliums.

Als Jesus Christus mit der Verkündigung des Reiches Gottes begann, meldete sofort der Fürst dieser Welt seinen Widerstand an. Doch wo der Erlöser zu wirken begann, musste der Widersacher weichen. Dieser Weg setzt sich in der Apostelgeschichte eins zu eins fort. Die Ausbreitung des Evangeliums geht überall mit der Überwindung okkulter und magischer Praktiken einher. Der Glaube an Jesus Christus fordert die Menschen vor allem zu der einen Entscheidung heraus, nämlich zur bewussten Abkehr von allen Mächten, die nicht auf der Seite Gottes stehen.

Für Papst Franziskus ist es sonnenklar, dass die Verstrickung in okkulte Praktiken und die daraus resultierende Abhängigkeit von den Geistern der Finsternis heute ein riesiges Problem darstellt. Gleich nach seiner Amtseinführung als Papst wies er darauf hin, dass sich in Italien über 13 Millionen Menschen an etwa 150.000 Zauberer, also Wahrsager und Heiler, wenden. Wie soll in einer solchen Abhängigkeit von magischen Einflüssen das Reich Gottes wachsen und Früchte hervorbringen können? Franziskus warnt die Gläubigen unentwegt vor solchen Versuchungen, fordert aber besonders die Bischöfe und Pfarrer dazu auf, den Menschen die Augen für die Täuschungen des Bösen zu öffnen und sie vor den lauernden Gefahren in Sicherheit zu bringen. Ganz aktuell nützte er die Katechese-Reihe zur Apostelgeschichte im Rahmen der Generalaudienzen, um die brisante Thematik der Magie anzusprechen.

Diesen Impuls haben wir aufgegriffen und als Titelthema gewählt. Dabei arbeiten die einzelnen Beiträge heraus, dass „New Age“, Esoterik und Magie zwar unterschiedliche Bedeutung haben, aber miteinander zusammenhängen. Für Papst Franziskus ist entscheidend, dass es den Teufel gibt, dass er heutzutage intensiv am Werk ist und sich der Seelen der Menschen bemächtigt. Seit seiner ersten Predigt vor den Kardinälen spricht er so oft vom Teufel, dass die Welt der Medien und auch das kirchliche Establishment vollkommen sprachlos sind. Sie wissen überhaupt nicht, wie sie damit umgehen sollen. Doch Franziskus erklärt genau, dass es sich um die gefallenen Engel handelt, die sich aus Stolz gegen Gott erheben und voller Neid den Menschen bekämpfen, dass der Teufel wie ein brüllender Löwe auftreten und zerstören kann, aber auch wie ein vornehmer Herr an die Türe klopfen kann, um Einlass ins Innere zu bekommen, dass er den Geist der Weltlichkeit und des Machtstrebens auch in der Kirche als Instrumente benützt, um das Evangelium und die Sakramente unfruchtbar zu machen und die Sünde mächtig werden zu lassen.

Worin besteht die Lösung? Franziskus warnt vor Exorzismen ohne geistliche Vollmacht. Es seien auch keine geistlichen Verrenkungen nötig. Vielmehr sei das Heil in der einfachen und vertrauensvollen Zuflucht zu Jesus Christus, dem einzigen Retter, zu finden. Dies erfordere Achtsamkeit, Unterscheidung der Geister, Demut und ein eifriges Streben nach der Begegnung und Gemeinschaft mit Jesus Christus im Gebet, dem Wort Gottes und den Sakramenten. Und wie niemand anderer könne Maria uns schützen und zu Jesus führen.

Liebe Leser, in diesem Geist wünschen wir Ihnen allen Gottes reichsten Segen für eine fruchtbare österliche Bußzeit. Vergelt’s Gott für Ihre Verbundenheit und Ihre Unterstützung! (Spendenkonto: IBAN: DE84710610090000022284)

 

Christlicher Glaube ist mit magischen Praktiken unvereinbar

Papst Franziskus warnt vor Okkultismus

Von Papst Franziskus

Im Rahmen einer Katechese-Reihe zur Apostelgeschichte kam Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 4. Dezember 2019 auf das Wirken des hl. Paulus in Ephesus zu sprechen (Apg 19). Der Papst nahm den biblischen Bericht zum Anlass, vor okkulten Praktiken jeglicher Art zu warnen. Christlicher Glaube sei mit Zauberei, Magie und Wahrsagerei unvereinbar. Damit verband er die anschließenden Mahnungen des Apostels Paulus an die Priester der Stadt (Apg 20). Auch heute hätten die Hirten die Pflicht, achtsam zu sein und die Herde gegen die „Wölfe“ zu verteidigen. Pfarrer und Bischöfe müssten den Gläubigen nahe sein, um sie vor den genannten Gefahren schützen zu können. Nachfolgend die leicht gekürzte Katechese des Papstes. weiter...


Wahrsagekarten können uns nicht retten

Am 5. April 2013, also gut drei Wochen nach seiner Wahl zum Papst, ging Franziskus bei der Morgenmesse in der Kapelle des Domus Sanctae Marthae in einer frei gehaltenen Ansprache auf die Lesung aus der Apostelgeschichte (4,1-12) ein und warnte vor der Wahrsagerei. Einige Abschnitte: weiter...


Wähle das Leben und nicht den Abgrund!

Die Heilsangebote der Esoterik

Von Erzbischof em. Karl Braun

Erzbischof Karl Braun setzt sich mit den esoterischen Praktiken auseinander, die sich heutzutage unglaublicher Beliebtheit erfreuen. Er kommt zu dem klaren Urteil: „Machen wir uns nichts vor. Beim Umgang mit der Esoterik geht es ums Ganze. Es geht darum, welchen Weg wir einschlagen. Jenen, der in den Abgrund, oder jenen, der zum ewigen Leben führt.“ Sein Beitrag darf auf dem Hintergrund eines Buches gesehen werden, das im August 2019 erschienen ist. Es trägt den Titel: „Pendel, Steine, Nervenkekse: Die Esoterik im Gespräch mit Hildegard von Bingen“.[1] Als Autoren treten Erzbischof Braun und Dr. phil. Barbara Stühlmeyer (geb. 1964) auf. Forschungsschwerpunkte Stühlmeyers sind nach eigenen Angaben „Hildegard von Bingen, Musik, Theologie und Kirchengeschichte des Hochmittelalters“.

Das umfangreiche Buch (224 Seiten) geht zunächst auf die verschiedenen Angebote auf dem Esoterikmarkt ein. Im „Labyrinth“ möchte es „Orientierung“ geben, „Kompass im Irrgarten“ sein. Dabei werden die bekannten Themen wie Rute und Pendel, Reiki und Yoga, Heilsteine und Amulette, Los-Orakel und Astrologie, Reinkarnation und Kontakt zu Geistern und Verstorbenen behandelt. Der kritischen Beleuchtung esoterischer Praktiken wird eine Rückbesinnung auf christliche Traditionen gegenübergestellt. Braun und Stühlmeyer gehen auf Heilige wie Hildegard von Bingen, Johannes vom Kreuz und Mutter Teresa ein, aber auch auf verschiedene Formen einer in Jesus Christus verankerten Gottesbeziehung. Unsere christliche Tradition biete „einen unerschöpflichen Quellgrund an konkreter Lebenshilfe, den es neu zu entdecken“ gelte. weiter...


„New Age“ – Nährboden für die moderne Esoterik-Welle

Das „Neue Zeitalter“

Von Bernhard Vosicky OCist

Pater Bernhard Vosicky OCist setzt sich mit dem Wesen von „New Age“ auseinander, das unsere heutige Gesellschaft immer tiefer und umfassender prägt. Seine lebendigen und leicht verständlichen Ausführungen gehen auf einen Vortrag zurück, den er 2010 in seinem Buch „Schau auf den Herrn. Begegnungen mit Gott und seinen Heiligen“ (282 Seiten) veröffentlicht hat. Nun wurde der Artikel auch in das Jahrbuch der Hochschule Heiligenkreuz 2019 (Ambo) aufgenommen, das unter dem Gesamtthema „Esoterik versus Erlösung“ steht.[2] Pater Vosicky beschreibt die Hintergründe der „New Age“-Bewegung, die einen zutiefst antichristlichen Geist atmet und den Nährboden für die heute aufblühenden Formen von Aberglauben und Okkultismus bildet. Die scheinbare Übermacht dieses „Neuen Zeitalters“ aber dürfe uns Christen nicht beängstigen, so Vosicky, sondern müsse uns vielmehr in unserer Sendung für die Erneuerung der Welt bestärken. Der Beitrag wurde leicht gekürzt. weiter...


Predigt von Kurt Kardinal Koch in Manoppello

Jesus Christus – Name und Antlitz Gottes

Von Kurt Kardinal Koch

In Manoppello wird eine einzigartige Reliquie verehrt, ein hauchdünnes Muschelseidentuch mit dem Abbild des Antlitzes Christi. Jahrhundertelang schenkte ihm die Kirche keine besondere Aufmerksamkeit. Doch um das Jahr 1978 identifizierte es der Kapuzinerpater Domenico da Cese mit dem im Johannesevangelium erwähnten Schweißtuch und Paul Badde wies nach, dass es sich um den ehrwürdigen Schatz aus dem Petersdom handelt, der beim „Sacco di Roma“ 1527 verloren gegangen war. So wurde verständlich, warum seit dieser Zeit die Prozession mit dem Schweißtuch nicht mehr stattfand, die Papst Innozenz III. am zweiten Sonntag nach Epiphanie im Jahr 1208 eingeführt hatte. Damals wie heute heißt dieser Sonntag nach dem Eröffnungsvers aus Psalm 100 „Omnis terra“ – „Alle Welt bete Dich an!“ Nach dem Besuch von Papst Benedikt XVI. im September 2006 wurde 2016 auch diese Tradition wieder aufgenommen, heuer mit Kurienkardinal Koch. weiter...


Ein transatlantischer Blick auf die Krise

Was zeigt sich in den USA?

Von Dorothea und Wolfgang Koch

Prof. Dr. Wolfang Koch und seine Frau Dorothea verstehen es, Geschichtskenntnisse, Glaubensüberzeugungen und Zeichen der Zeit miteinander zu verbinden. Daraus ergeben sich interessante Deutungen der Vorgänge in Kirche und Welt, aber auch Anhaltspunkte zur Orientierung für den Weg in die Zukunft. Im Blick auf die Situation in den USA knüpfen sie an die historischen Ursprünge der katholischen Kirche in der Neuen Welt an. In einer von der Reformation geprägten Auswanderungsbewegung bahnt sich nach ihrer Überzeugung die Gottesmutter selbst einen Weg nach Amerika, um das Fundament für eine katholische Evangelisierung zu legen. Der Himmel scheint die Weihe Amerikas an das Unbefleckte Herz Mariens, welche die katholischen Pioniere vorgenommen haben, bis heute sehr ernst zu nehmen. Trotz aller Erschütterungen zeigt sich in den USA aktuell ein Aufbruch, der auch für Europa ein Zeichen sein könnte. weiter...


„Apostel Bayerns“ zwischen Worms und Salzburg vor 1300 Jahren

Das Missionswerk des hl. Rupert

Von Propst Tobias Schäfer

Die Missionstätigkeit des hl. Rupert (geb. um 650 – gest. vermutlich am 27. März 718) war einzigartig. Als residierender Bischof von Worms verließ er seine Heimatstadt und brach nach Süden auf, um die unter den Römern begonnene Christianisierung zu neuem Leben zu erwecken. In Salzburg errichtete er schließlich seine Missionszentrale. Dort wurde das Jubiläum zu seinem 1300. Todestag im Jahr 2018 gefeiert, in Worms bereits 2017. Pfarrer Tobias Schäfer (geb. 1965), Propst am Dom zu Worms, möchte mit seinem Beitrag über den hl. Rupert dazu anregen, „die Gestalt dieses beeindruckenden Mannes, dieses großen Wormser Bischofs und Glaubensboten wieder neu zu entdecken“. weiter...


Wormser Glocken grüßen Salzburg

Von Wilfried Marbach

Regierungsrat Wilfried Marbach aus Zell am See setzt sich für eine Vertiefung der Verbindung zwischen Worms und Salzburg ein. Ihm liegt die Rückbesinnung auf die christlichen Wurzeln Europas am Herzen. So ist er auch dem Dombauverein Worms beigetreten. Denn in den Kaiserdomen sieht er ein hoffnungsvolles Zeichen für das wertvolle Erbe unserer christlichen Kultur, das es zu verteidigen und mit neuem Leben zu erfüllen gilt. weiter...


Beratung und Unterstützung durch 1000plus

Was diese Initiative für das Leben einer einzelnen Frau und das ihrer Familie bedeuten kann, zeigt folgender Dankesbrief: 
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Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 2+3/Februar+März 2020
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)


[1] Karl Braun/Barbara Stühlmeyer: Pendel, Steine, Nervenkekse. Esoterik im Gespräch mit Hildegard von Bingen, Butzon und Bercker, Kevelaer 2019, Klappenbroschur, 224 S., ISBN 978-3-7666-2601-1, 18,00 Euro – Bestell-Mail: service@bube.de – Webseite:  www.butzon-bercker.de
[2] Wolfgang Buchmüller/Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Hg.): Ambo/Jahrbuch der Hochschule Heiligenkreuz 2019 (4. Jg.): Esoterik versus Erlösung, 576 S., HC, ISBN 978-3-903118-86-7, 24,90 Euro; Tel.: +43(2258)8703-400, Mail: bestellung@bebeverlag.at – www.klosterladen-heiligenkreuz.at