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Juli 2026
Liebe Leserinnen und Leser
Von Erich Maria Fink und Thomas Maria Rimmel
Das Titelbild zeigt Papst Leo XIV. mit dem spanischen Königspaar, König Felipe und Königin Letizia, vor der majestätischen Basilika Sagrada Família in Barcelona. Die apostolische Reise nach Spanien vom 6. bis 12. Juni 2026 wurde von Anfang an so konzipiert, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche genau am 100. Todestag des berühmten Architekten Antoni Gaudí, nämlich am 10. Juni, den zentralen Jesus-Christus-Turm einweihen konnte. Mit einer Höhe von 172,5 Metern überragt er nun nach seiner Fertigstellung alle anderen Kirchtürme der Welt.
In unmittelbarer Verbindung mit dem Aufblick zum leuchtenden Kreuz, das sich über diesem Turm erhebt, wurde die ganze Spanienreise unter das Motto gestellt: „Erhebt eure Augen!“ Dieser Aufruf hat darüber hinaus eine tiefe Aussagekraft. Er kann als Interpretationsschlüssel der verschiedenen Stationen des Papstbesuchs verstanden werden, Madrid, Barcelona sowie die Kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria.
Es handelt sich eigentlich um ein Wort Jesu aus dem Johannesevangelium: „Erhebt eure Augen und seht, dass die Felder schon weiß sind zur Ernte!“ (Joh 4,35). Darin klingt der Auftrag der Kirche zur Evangelisierung an. Wie es Papst Leo gelungen ist, mit seiner Reise einen missionarischen Aufbruch zu entfachen, zeigte sich allein schon an den gefüllten Fußballstadien und dem Fronleichnamsgottesdienst in Madrid mit rund 1,2 Millionen Menschen. Die Medien sprachen von einer „ungebrochenen Mobilisierungskraft des Pontifex“. Er habe „das christliche Gedächtnis Europas wiederbelebt“ (Le Figaro) und die abendländische Kultur ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. „Der Erfolg der Papstreise nach Spanien zeigt, dass der Westen noch nicht völlig untergegangen ist“ (Il Foglio).
Zum ersten Mal in der Geschichte sprach ein Papst vor dem spanischen Parlament, den Cortes Generales. Sein Auftritt wurde von einer langanhaltenden Standing Ovation der Parlamentarier getragen. Papst Leo erklärte, dass jede wahrhaft gerechte Gesellschaft auf der Anerkennung der unantastbaren Würde des Menschen gründen müsse. Sie dürfe nie bloßen Mehrheitsmeinungen untergeordnet werden. Über alle parteipolitischen Interessen hinweg sei die Verteidigung des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod die zentrale „Aufgabe der Zivilisation“. Gleichzeitig verurteilte er den globalen Trend zur militärischen Wiederaufrüstung und forderte stattdessen, der Diplomatie, dem Völkerrecht und dem Dialog den Vorzug zu geben. Seinen Aufruf, zu den Werten aufzublicken, die über staatlicher Macht und Gesetzgebung stünden, unterstrich er mit dem Vergleich: „In diesem Sitzungssaal fällt das Tageslicht durch das Oberlicht ein, das den Saal krönt. Dieses Licht, das von oben kommt, mag daran erinnern, dass auch die Politik der Anerkennung eines Maßstabs bedarf, der ihr vorausgeht und sie übersteigt.“ Und noch einmal rief er den Parlamentariern zu: „Ich lade Sie daher ein, den Blick zu heben.“
Auf den Kanarischen Inseln verurteilte Papst Leo wie sein Vorgänger Franziskus das Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer und Atlantik als „Friedhöfe ohne Grabsteine“ und rügte die mangelnde Solidarität der Staatengemeinschaft. Gleichzeitig forderte er die Migranten dazu auf, die Gesetze ihrer neuen Heimat zu respektieren, deren Sprache zu lernen und Parallelgesellschaften zu vermeiden. Er ließ verstehen, dass die Kirche keine Politik der „offenen Grenzen“ verfolge. Papst Leo ist bereit, auch ganz allein dazustehen, wenn es darum geht, das Licht von oben zu bezeugen. Als vor dem Abflug ein Motorschaden festgestellt wurde und die ganze Besatzung wieder aussteigen musste, stellte König Felipe kurzerhand seinen königlichen Jet zur Verfügung. Symbolträchtig startete der Papst allein nach Rom zurück, während alle anderen vom Flugfeld aus „den Blick erhoben“ und ihm nachschauten.
Liebe Leserinnen und Leser, von Herzen danken wir Ihnen für Ihre Spenden (IBAN: DE46 7116 0000 0001 1905 80) und wünschen Ihnen auf die Fürsprache Mariens, der Königin des Friedens, Gottes reichsten Segen.
Ein Blick auf die neue Enzyklika „Magnifica humanitas“ mit John Henry Newman
Menschen sind keine Rechenmaschinen
Von Roman A. Siebenrock
Prof. Dr. Roman Anton Siebenrock (geb. 1957) ist seit 2003 Vorsitzender der Internationalen Deutschen Newman-Gesellschaft. 1993 hatte er über Kardinal John Henry Newman promoviert und war von 2006 bis 2022 Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck. Die Ernennung Newmans zum Kirchenlehrer, die Papst Leo XIV. am 1. November 2025 vorgenommen hat, sieht er als ein historisch wegweisendes Zeichen. Für ihn ist Newman ein theologischer Wegbereiter, der die Kirche als einen lebendigen, lernenden Prozess versteht und den Glauben in die Moderne geführt hat. Im nachfolgenden Beitrag geht Prof. Siebenrock der Frage nach, ob und wie Newman die neue Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo (15. Mai 2026) hintergründig beeinflusst haben könnte. Er zeigt auf, dass sich in der Enzyklika programmatische Aussagen Newmans widerspiegeln. Im Vergleich von Newman und der neuen Enzyklika sind es vor allem zwei Aspekte, die ihm für wichtig erscheinen: die Bedeutung des Gewissens und die Analyse menschlichen Denkens. weiter...
Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. – Babylonischer Turmbau oder neues Jerusalem
Großartige Menschheit
Von Peter Schallenberg
Der Paderborner Moraltheologe Prof. Dr. Peter Schallenberg leitet seit 2010 die Katholische Sozialwissenschaftliche Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach. Als Experte auf dem Gebiet der Sozialethik hat ihn Papst Franziskus 2018 auch als Konsultor in das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen im Vatikan berufen. In einem ersten Kommentar gibt er einen Schlüssel zum Verständnis der Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. an die Hand. Es handelt sich um eine Sozialenzyklika, die das historisch bedeutsame Datum des 15. Mai trägt und am Pfingstmontag der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Nach Prof. Schallenberg „behandelt die Enzyklika die beiden ethischen Probleme der künstlichen Intelligenz und des nur scheinbar gerechten Krieges“. Er bezeichnet sie als „zwei schwere Gefährdungen der Selbstzwecklichkeit des Menschen durch Überbewertung und Nichtregulierung der Technik“. Diese Herausforderungen, mit denen sich das Lehrschreiben beschäftigt, stellt Prof. Schallenberg in den großen Rahmen der Heilsgeschichte, der unwiderruflichen Liebe Gottes, welche den Menschen wunderbar geschaffen und nach dem Sündenfall noch großartiger wiederhergestellt hat. weiter...
95 Jahre Enzyklika „Quadragesimo anno“
Die Krise der Subsidiarität
Von Klaus-Hermann Rössler
Mit der Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV., datiert auf den 15. Mai 2026, tritt die katholische Soziallehre in eine neue Epoche ein. Ihr Anliegen ist der „Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz“. Einen solchen Meilenstein gab es nach dem Auftakt am 15. Mai 1891 mit der Enzyklika „Rerum novarum“ von Leo XIII. auch zum 40. Jahrestag. Am 15. Mai 1931 veröffentlichte Papst Pius XI. die Enzyklika „Quadragesimo anno“, lateinisch für „im vierzigsten Jahr“. Gleich im ersten Satz bezieht er sich, wie es wörtlich heißt, auf das „herrliche Rundschreiben“ seines Vorgängers. Über die Arbeiterfrage hinaus beschäftigt er sich mit der gesellschaftlichen Ordnung insgesamt. Dabei entfaltet er besonders das Prinzip der Subsidiarität, das allein eine freiheitliche und menschenwürdige Ordnung gewährleisten könne, und zwar auf allen Ebenen. Klaus-Hermann Rössler, der unter anderem im kommunalen Verwaltungsdienst der Kreisstadt Bergheim tätig war, sieht das Subsidiaritätsprinzip in Deutschland gefährdet, besonders im Verhältnis des Staates zu den Kommunen. Eine Schlüsselrolle spielt für ihn dabei die Familie, auf welche die Politik insgesamt hingeordnet sein müsse. Doch was sozialpolitisch nicht bewältigt werde, sei ein Anruf an das freiwillige Engagement der Christen. weiter...
Zum Kirchenbild von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.
Weggemeinschaft
Interview mit Kurt Kardinal Koch
Kurt Kardinal Koch, der Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen, hat dem katholischen Fernsehsender K-TV ein Interview über das Kirchenbild von Joseph Ratzinger bzw. Benedikt XVI. gegeben. Kurienkardinal Koch gilt als einer der profundesten Kenner von Joseph Ratzinger, der dessen theologisches Erbe mit großem Einsatz wachzuhalten versucht. Beide waren enge Weggefährten und theologische Seelenverwandte, die eine tiefe persönliche Freundschaft und eine identische Grundüberzeugung in zentralen Glaubensfragen verband. Vor seinem Tod betraute Benedikt XVI. Kardinal Koch persönlich mit der Leitung seiner theologischen Schülerkreise. Das Interview führte Dr. Thomas Maria Rimmel, der geistliche Assistent von K-TV. weiter...
Feierliche Einweihung des Jesus-Christus-Turms der Sagrada Família in Barcelona
Erhebt den Blick zum Kreuz
Von Victoria Cardiel
Genau am 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí, dem 10. Juni 2026, feierte Papst Leo XIV. in der Basilika Sagrada Família in Barcelona eine heilige Messe, betete am Grab des Baumeisters in der Krypta und weihte den zentralen Turm Jesucriso des Gotteshauses ein. 135 Jahre lang trug das Ulmer Münster mit einer Höhe von 161,53 Metern den Titel des höchsten Kirchturms der Welt. Nun wurde es auf den zweiten Platz verwiesen. Denn der neu geweihte Jesus-Christus-Turm, der den 18. Turm des monumentalen Bauwerks darstellt, ist mit seinem Kreuz 172,50 Meter hoch. Ab 2028 soll die Aussichtsplattform in dem 17 Meter hohen und 100 Tonnen schweren Kreuz aus Stahl und Glas mit einer Spannweite von 13 Metern für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Im Inneren soll eine Wendeltreppe nach oben führen, die Fenster aber werden einen Panoramablick über Barcelona bieten. Dieser krönende Abschluss wurde von einem Stahlbauunternehmen im bayerischen Gundelfingen gefertigt. Seit 1882 wird an der Sagrada Família gebaut, erst in den 2030er-Jahren soll sie vollkommen fertiggestellt werden. Nach der feierlichen Einweihung des Turms gab es eine Lichtershow mit Feuerwerk. Der nachfolgende Bericht erschien in ACI Prensa, der spanischsprachigen Partneragentur von CNA Deutsch. weiter...
Tiefgreifender Wandel des katalanischen Baumeisters
Das spirituelle Profil von Antoni Gaudí
Von Esther von Krosigk
Im Februar 2026 ist eine neue Biographie des berühmten Architekten Antoni Gaudí erschienen.[1] Die Buchautorin und Journalistin Esther von Krosigk zeichnet darin besonders das spirituelle Profil Gaudís nach und beleuchtet, welche Menschen und Erfahrungen seinen Glauben geprägt haben. Im April 2025 wurde sein heroischer Tugendgrad anerkannt und ihm der Titel „Ehrwürdiger Diener Gottes“ verliehen, was einen wichtigen Schritt im Seligsprechungsverfahren darstellt. In seinen mittleren Lebensjahren vollzog Gaudí, der schon früh als Genie galt, einen tiefgreifenden Wandel. Fortan war sein Leben von Bescheidenheit, Askese und einer konsequenten Hinwendung zu Gott geprägt. Sein Lebenswerk war die Gestaltung der Basilika Sagrada Família in Barcelona, die er als „Bibel aus Stein“ verstand. Nachfolgend ein Auszug aus dem Vorwort der Autorin. weiter...
Berufung, „den ganz reinen Typ einer modernen Frau“ auszuprägen
100 Jahre Schönstätter Marienschwestern
Interview mit Sr. M. Nurit Stosiek
Die 1926 von Pater Josef Kentenich gegründeten „Schönstätter Marienschwestern“ feiern ihr 100-jähriges Bestehen. Am 3. Oktober 2026 wird der feierliche Höhepunkt am Ursprungsort in Vallendar-Schönstatt begangen. Als selbstständige Frauengemeinschaft innerhalb der Schönstattfamilie waren die Schwestern das erste deutsche Säkularinstitut der katholischen Kirche. Ihr Ziel ist es, den Glauben nach den evangelischen Räten Armut, Jungfräulichkeit und Gehorsam zu leben und in intensiver Bindung an Maria zu vertiefen. Gleichzeitig verstehen sich die Schwestern als Laien, die mitten in der Gesellschaft wirken. Statt Gelübde abzulegen, verpflichten sich die Mitglieder durch einen Vertrag mit der Gemeinschaft, verknüpft mit einer religiösen Weihe. Anders als klassische Ordensfrauen leben sie oft zivil und arbeiten in ganz normalen Berufen wie in der Krankenpflege oder als Lehrerinnen. Heute ist die Gemeinschaft als internationales Säkularinstitut weltweit aktiv. Etwa 1.500 Schwestern aus 42 Nationen betreiben in 32 Ländern soziale Einrichtungen, Krankenhäuser, Schulen und geistliche Zentren. Schwester Dr. M. Nurit Stosiek ist Theologin, Autorin und Begleiterin der Akademikerinnengemeinschaft in Vallendar-Schönstatt. Sie hat zahlreiche Schriften verfasst wie „Mein inneres Gleichgewicht finden“ und „Hinter jeder Ecke wartet Gott“. Das Interview mit ihr führte Klaus-Hermann Rössler. weiter...
Schwester M. Avia Marschner (1870-1905) aus Schirgiswald
Missionsmärtyrerin in Tansania
Von Helmut Moll
Prälat Prof. Dr. Helmut Moll, Herausgeber des Deutschen Martyrologiums des 20. Jahrhunderts im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz,[2] stellt in seinem Beitrag eine katholische Ordensschwester und Missionarin aus Sachsen vor, die während des Maji-Maji-Aufstands im heutigen Tansania gestorben ist und als Märtyrerin gilt. Es handelt sich um Maria Anna Marschner (1870-1905) aus Schirgiswalde, die der damals neu gegründeten Kongregation der Missions-Benediktinerinnen beitrat und den Namen Sr. M. Avia erhielt. 1885 hatte der Benediktinerpater Andreas Amrhein aus Beuron in Reichenbach (Oberpfalz) eine Missionsgemeinschaft aus Männern und Frauen ins Leben gerufen, die einige Jahre später nach Emming, das heutige St. Ottilien, übersiedelte. Der Frauenorden zog 1904 nach Tutzing und konnte sich selbständig weiterentwickeln, obwohl die Verbindung zu den Missions-Benediktinern immer bestehen blieb. Heute zählen die Missions-Benediktinerinnen von Tutzing über 1.300 Mitglieder, die weltweit in 135 Gemeinschaften und 13 Prioraten leben. Schwester M. Avia wurde 1901 nach Tansania in Ostafrika gesandt, wohin im November 1887 die allererste Gruppe von Missionaren aufgebrochen war. weiter...
Auftakt zu einer deutschen Gesamtausgabe der Werke von John Henry Newman
P. Daniel Feuling OSB (1882-1947) – ein Wegbereiter
Von Jakob Knab
Der hl. John Henry Newman (1801-1890) wurde am 1. November 2025 durch Papst Leo XIV. zum Kirchenlehrer erhoben. Schon zu seinen Lebzeiten erzielten seine Schriften eine enorme Wirkung. Nach seinem Tod leisteten sie einen wertvollen Beitrag, um die Polarisierung zu überwinden, die durch die lehramtliche Verurteilung des Modernismus verschärft wurde. Während der nationalsozialistischen Herrschaft gaben sie Orientierung und öffneten unzähligen Menschen die Augen für das wahre Gesicht antichristlicher Ideologien. Bis heute gelten seine Betrachtungen zur Dogmengeschichte und seine Anregungen für eine zeitgemäße Vermittlung des Glaubens als prophetisch. Gleichzeitig kann er als Brückenbauer zur modernen Welt bezeichnet werden. Schon früh wurde Newman von einem Benediktinerpater aus Beuron, Daniel Feuling OSB (1882-1947), entdeckt, der die deutsche Gesamtausgabe seiner Werke mit auf den Weg brachte. Studiendirektor Jakob Knab zeigt auf, wie in seinem Wirken viele Fäden zusammenlaufen. Durch Pater Feuling wurde das Engagement von geistigen Größen wie Pater Erich Przywara SJ, Dietrich von Hildebrand und Edith Stein für Newman gebündelt. weiter...
Zum 460. Todestag von Bartolomé de Las Casas
Apostel der Indios
Von Josef Bordat
Bartolomé de Las Casas (um 1484-1566) ist als Anwalt der Indios in die Geschichte eingegangen. Aus missionstheologischer Sicht ist auch der Titel „Apostel der Indios“ mehr als berechtigt. Er hatte zunächst selbst an der spanischen Conquista teilgenommen und wurde Augenzeuge des grausamen Vorgehens der Eroberer. Unter anderem in seinem „Kurzgefassten Bericht von der Verwüstung der Westindischen Länder“ legte er Zeugnis davon ab und setzte sich immer nachdrücklicher für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. Damit habe er „eine Tür für die Begründung der allgemeinen Menschenrechte geöffnet“, so Dr. Josef Bordat, und zugleich erste Ansätze für die Entwicklung des modernen Völkerrechts geliefert. Erst in neuester Zeit fand dieser außergewöhnliche Dominikanermönch, der von 1543 bis 1550 auch Bischof von Chiapas (Mexiko) war, eine umfassende Anerkennung für seine historischen Verdienste. In der katholischen Kirche wird er bislang nicht als Heiliger verehrt, hat aber in der evangelischen und anglikanischen Kirche jeweils einen Gedenktag. weiter...
Universaler Friede
Von Richard Kocher
Schon im Buch des Propheten Jesaja findet sich die berühmte Verheißung vom universalen Völkerfrieden (Jes 2,1-5). Beschrieben wird eine Wallfahrt der Völker zum Berg Zion. Im Licht der göttlichen Offenbarung werden sie dort befähigt, im Frieden miteinander zu leben. Pfr. Dr. Richard Kocher, Programmdirektor von Radio Horeb, deutet dieses Wort auf die Kirche und unterstreicht, dass es sich nicht um eine rein eschatologische Verheißung handelt, sondern um einen Plan Gottes für Geschichte und Welt. weiter...
Eine Wallfahrt für den Frieden
Von Eugen Abler
Eugen Abler, Jahrgang 1952, Diplom-Kaufmann, Buchautor, war 49 Jahre kommunalpolitisch, sehr lange parteipolitisch und in der Kirche aktiv, langjähriger Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes Rottenburg-Stuttgart und hat sich zeitlebens leidenschaftlich für einen umfassenden Lebensschutz eingesetzt, im Wissen, dass Abtreibung und Euthanasie die Symptome unseres kulturellen Niederganges sind. In vielen Beiträgen hat sich Abler kritisch zum aktuellen Zeitgeschehen und vor allem zum moralischen Zerfall unserer Gesellschaft geäußert. Für sein gesellschaftliches Engagement hat Abler 2014 das Bundesverdienstkreuz erhalten. weiter...
Der Artikel ist veröffentlicht in der Zeitschrift Kirche heute Nr. 7/Juli 2026
© Kirche heute Verlags-gGmbH (Altötting)
www.kirche-heute.de
[1] Esther von Krosigk: Antoni Gaudí und seine Seligsprechung – Leben, Werk und Spiritualität des Ehrwürdigen Dieners Gottes, Illertissen 2026, geb., 208 S., ISBN 978-3-911850-07-0; Euro 19,95 (D), Euro 20,40 (A); www.media-maria.de
[2] Zeugen für Christus – Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, hrsg. von Helmut Moll im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz, 8. Aufl. 2023, 2 Bände, 2300 S., zahlr. Abb., Euro 99,–; Bestell.: Tel. 07154-1327-10, schoeningh@brocom.de – www.schoeningh-buch.de – Siehe auch: www.deutsches-martyrologium.de/start/ – ISBN 978-3-506-79130-6